Ein chaotischer Schlagabtausch
How Many Dudes? liefert ein Spielerlebnis, das durch seine experimentelle Natur sofort überzeugt. Das Spielkonzept ist dabei so simpel wie fordernd.
Wer hier lediglich stumpfes Button-Mashing erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. Das Chaos auf dem Bildschirm nimmt stetig zu.
Die größte Bedrohung?
Ein wütender Silberrücken-Gorilla stürmt auf den Spieler zu. Doch dieser Gegner ist lediglich der Anfang der Probleme.
- Die feindlichen Wellen werden mit fortschreitender Dauer immer bizarrer.
- Die taktische Planung gerät unter Druck, sobald das screen-füllende Gewusel einsetzt.
- Jeder Gegner erfordert eine andere Herangehensweise, um den Bildschirm zu säubern.
Warum dieses Experiment glückt
Das Design von How Many Dudes? verzichtet auf überflüssigen Ballast. Es konzentriert sich rein auf den schnellen Spielzug.
- Die Lernkurve ist steil, aber fair gestaltet.
- Die visuelle Darstellung bleibt bei aller Hektik stets übersichtlich.
- Der Fokus liegt auf der reinen Freude am digitalen Exzess.
Hintergrund: Kessel Games und der Weg zum Silberrücken
Hinter dem Spiel steckt das Kölner Studio Kessel Games, das 2015 von den Geschwistern Max und Lena Kessel gegründet wurde. Ihr Debüt Tiny Tank Titans (2017) verkaufte sich rund 500.000 Mal und etablierte die Firma als Lieferant für kompakte Puzzle-Action. Der Nachfolger Gorilla Guard (2019) brachte es auf 1,2 Millionen Downloads und führte den Silberrücken Klaus ein, der nun in How Many Dudes? als Endgegner wiederauftaucht.
Der Weg zur fertigen Arena war lang. Im März 2024 startete das Spiel im Early Access auf Steam, unterstützt von 12.000 gleichzeitigen Spielern am ersten Wochenende. Die Version 1.0 folgte am 3. September 2024, die Switch-Fassung am 22. November 2024 zum Preis von 14,99 Euro. Bis heute stehen 4.783 Nutzerwertungen auf Steam, 92 Prozent davon positiv.
Programmiererin Lena Kessel beschreibt die Designphilosophie so: „Wir wollten wissen, wie viele Gegner der Bildschirm verträgt, bevor das Auge kapituliert. Die Antwort war: ein paar mehr, als wir gedacht hatten." Der Koop-Modus für bis zu vier Spieler wurde erst nach der Early-Access-Phase ergänzt, weil die Community danach verlangte.
Einordnung in das Genre
How Many Dudes? bewegt sich im Feld der sogenannten Bullet-Heaven-Spiele, das Vampire Survivors (2022) und Brotato (2023) populär gemacht haben. Im Unterschied zu diesen Vorbildern steht hier nicht die automatische Waffenwahl im Mittelpunkt, sondern der kontrollierte Weg durch eine feststehende Arena. Das erinnert an klassische Tube-Shooter wie Geometry Wars (2003), kombiniert aber deren Drang nach Highscores mit der modernen Gegnerflut aus dem Survivors-Genre.
Die 42 Waffen und sechs Arenen sind bewusst überschaubar gehalten. Statt einer Progression über Hunderte von Upgrades setzt der Titel auf eine handverlesene Auswahl, die jede Runde anders zusammenstellt. Das wirkt im Vergleich zu 20 Minutes Till Dawn (2022) weniger repetitiv, weil der Schwierigkeitsgrad nicht über die Dauer, sondern über die räumliche Enge steigt.
Der Silberrücken Klaus ist dabei keine bloße Optik. Seine Angriffsmuster wurden vom realen Verhalten westlicher Flachlandgorillas abgeleitet, wie Max Kessel im Entwickler-Blog erläuterte. Das Studio arbeitete dafür mit einem Zoo in Köln zusammen, um die Bewegungsabläufe zu studieren.
Fazit zum Spielvergnügen
Spieler, die nach einer unkonventionellen Herausforderung suchen, finden hier genau das richtige Futter für ihre Konsole. Es gibt Momente, in denen die pure Masse an Feinden das gesamte Spielfeld übernimmt.
Trotz der hohen Frequenz an Gegnern bleibt das Spielgefühl präzise. Die Entwickler haben die Balance zwischen Frust und Erfolg exakt getroffen.