Kosmos mit Kabeltrouble
Hyperwired stellt eine simple Frage: Wer lässt sein Raumschiff-Ladekabel über Nacht ausgesteckt, kurz bevor die galaktische Rettungsmission startet? Antwort: Der Pilot, den ihr steuert.
Das spanische Studio Sidralgames aus Zaragoza liefert einen Space Shooter, bei dem euer Schiff ein langes, doofes Kabel hinter sich herzieht. Es flattert wie Klopapier an der Ferse eines Kneipenbesoffenen. Euer Job: Dieses Kabel an zufällig herumfliegende Satelliten stöpseln, um die Batterie am Laufen zu halten.
Studio-Historie: Von Puzzleshows zu Plattformer-Chaos
Sidralgames wurde 2019 von drei ehemaligen QA-Testern gegründet, die zuvor bei Ubisoft Barcelona arbeiteten. Ihr erster Titel Cable Chaos (2021) war ein Puzzle-Plattformer für PC und Switch, bei dem Spieler Kabel verlegen mussten, um Stromkreise zu schließen. Das Spiel verkaufte sich laut Entwicklerangaben rund 12.000 Mal, genug, um ein zweites Projekt zu finanzieren.
Für Hyperwired griff das Team die Kabel-Physik aus dem Vorgänger auf und kombinierte sie mit Arcade-Shooter-Elementen. Größter Einfluss: Luftrausers und die Hektik der Wipeout-Serie. Die Entwicklung dauerte 14 Monate, der Großteil des Budgets (etwa 80.000 Euro) floss in die Physik-Engine für das Kabel.
Gameplay zwischen Ladestation und Beschuss
- Ihr müsst während der Flucht vor feindlichem Feuer ständig nach Satelliten Ausschau halten.
- Ein Rendezvous mit dem nächsten Ladeport ist obligatorisch, sonst bleibt der Akku leer.
- Die Steuerung erinnert an klassische Arcade-Shooter, nur mit einem lästigen Energiemanagement obendrauf.
Der Clou: Das Kabel hängt nicht nur doof rum, sondern bestimmt eure Manövrierfähigkeit. Wer zu scharf dreht, verheddert sich. Wer den Ladevorgang verpasst, treibt orientierungslos durchs All.
Vergleichbare Releases und Marktkontext
Das Konzept erinnert an Heat Signature (2017), wo Spieler während Boarding-Aktionen ihre Sauerstoffvorräte im Auge behalten mussten. Auch Pulsar: Lost Colony verlangt Energiemanagement, jedoch ohne die physikalische Kabelkomponente. Sidralgames besetzt damit eine Nische: Shooter mit taktischem Ressourcen-Druck, der aus der Level-Anordnung entsteht.
Preislich liegt Hyperwired bei 14,99 Euro auf Steam (seit Februar 2024). Eine Switch-Version folgt im Sommer. Der Titel richtet sich an Spieler, die FTL lieben, aber etwas Direkteres suchen. Erste Nutzerbewertungen loben die Kabel-Physik, kritisieren die repetitive Satelliten-Platzierung in späteren Levels.
Entwickler mit Leidenschaft
Sidralgames hat offenbar einen Narren an dieser absurden Idee gefressen. Der Game Director sprang während der Präsentation auf und rief begeistert: „¡Sí! ¡Ese es nuestro piloto!“, genau so einen Tollpatsch wollten sie haben.
Das Spiel ist bereits erhältlich und richtet sich an alle, die neben rasantem Gefecht auch ein bisschen Kabel-Chaos ertragen. Ob das Konzept trägt? Wer schon immer mal sehen wollte, wie ein Sternenkreuzer mit Verlängerungskabel kämpft, findet hier seinen Spaß.
Die Entwickler planen bereits einen Patch, der die Satelliten-Anordnung prozedural generiert, ein Feature, das in der Beta wegen Zeitmangel gestrichen wurde.