Das iPhone Duo und die Gaming-Frage
Die Schlagzeile klingt verlockend: Ein faltbares iPhone könnte das erste Foldable werden, das beim Gaming tatsächlich überzeugt. Eine offizielle Ankündigung von Apple gibt es dafür bis heute nicht. Was bleibt, ist die Beobachtung, dass faltbare Telefone seit 2019 technisch deutlich gereift sind und Gaming-Handys parallel nie über eine Nische hinauskamen. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Diskussion um ein mögliches iPhone Duo an.
Warum Foldables beim Gaming lange hinterherhingen
- Das Innendisplay liegt meist nahe am quadratischen Format, Spiele sind dagegen auf 16:9 oder 20:9 ausgelegt, wodurch breite schwarze Balken entstehen
- Scharnier und Knickfalte sitzen mitten in der Spielfläche und stören bei schnellen Kamerabewegungen
- Die dünne Bauweise begrenzt die Kühlung, bei Dauerlast drosseln die Chips spürbar
- Gewicht und Preis: Foldables starten in Deutschland oft bei 1.800 Euro und mehr
- Kaum ein Spiel nutzt den geteilten Bildschirm für Steuerung und Anzeige gleichzeitig
Gaming-Handys als Vorgeschichte
Der Versuch, Telefone für Spiele zu bauen, ist alt. Nokia schickte 2003 das N-Gage ins Rennen, scheiterte aber an Handling und Preis. Sony Ericsson brachte 2011 das Xperia Play mit ausklappbarem Gamepad und PlayStation-Zertifizierung, es blieb ein Ladenhüter. Razer setzte 2017 mit dem Razer Phone auf 120 Hertz, lange bevor das Standard wurde. Asus führt die ROG-Phone-Reihe bis heute fort, doch keines dieser Geräte hat den Massenmarkt erobert.
Apples Gaming-Offensive der letzten Jahre
Apple hat mobile Spiele nie als Nebensache behandelt, aber die Strategie wurde ab 2019 sichtbarer. Im September 2019 startete Apple Arcade als Abo-Dienst, mittlerweile mit mehr als 200 Titeln ohne Werbung und In-App-Käufe. Mit dem A17 Pro im iPhone 15 Pro (2023) zog Hardware-Raytracing in Telefone ein. Native Ports wie Resident Evil Village, Resident Evil 4 Remake, Death Stranding Director’s Cut und Assassin’s Creed Mirage liefen anschließend direkt auf dem Gerät. Das Game Porting Toolkit senkte zusätzlich die Hürde für Studios, ihre PC-Fassungen auf Apple-Hardware zu bringen.
Zwei Bildschirme, ein alter Hut
Das Prinzip, Spiele auf zwei getrennten Flächen zu verteilen, ist kein neuer Einfall. Nintendo nutzte es ab 2004 beim DS und später beim 3DS, beim Wii U wanderte die Karte auf den GamePad. Ein Foldable könnte dasselbe Konzept in groß bieten: oben das Spiel, unten Steuerung, Karte oder Inventar. Nach der Lockerung der App-Store-Regeln für Emulatoren im Jahr 2024 tauchten entsprechende Apps vermehrt im Store auf. Touch-Steuerung, die das Bild nicht verdeckt, war schon auf dem DS der eigentliche Vorteil.
Was Foldables heute leisten
Seit dem Galaxy Fold von 2019 ist die Kategorie gewachsen. Samsung liefert jedes Jahr eine neue Generation, dazu kamen Modelle von Google, Honor, Xiaomi und Oppo. Die Innendisplays bieten heute 120 Hertz, HDR und LTPO-Technik für variable Bildraten. Geblieben sind die offenen Baustellen: Haltbarkeit des Scharniers, Faltenbildung und der hohe Preis. Ein faltbares iPhone müsste sich an genau diesen Punkten messen lassen.
Controller und Cloud als halbe Miete
- Seit iOS 13 unterstützt das System DualShock 4 und Xbox-Controller systemweit per Bluetooth
- Xbox Cloud Gaming läuft im Browser, Steam Link und GeForce Now ebenfalls
- Damit ist die Steuerungsfrage auf dem iPhone längst gelöst, unabhängig vom Displayformat
- Ein größeres, aufklappbares Display würde vor allem bei Cloud-Streams und Remote Play den Unterschied machen
Fakt zum Schluss
Faltbare Telefone gibt es seit dem Royole FlexPai im November 2018 und dem Galaxy Fold 2019 im freien Handel. Apple hat in all den Jahren kein faltbares iPhone offiziell bestätigt. Ein “iPhone Duo” existiert damit weiterhin nur in Berichten und Spekulationen, nicht in einem Apple-Store.