Das Versprechen gebrochen
Jagex hat in RuneScape neue Mikrotransaktionen eingeführt, die bei der Spielerschaft sofort auf Ablehnung stießen. Das Studio aus Cambridge, 1999 von den Brüdern Andrew und Paul Gower gegründet, betreibt eines der ältesten noch aktiven Abonnement-MMORPGs der Welt. RuneScape läuft seit Januar 2001 im Browser und verzeichnet mehr als 300 Millionen registrierte Accounts.
Zuvor gab es offizielle Ankündigungen, die genau diese Art von invasiven In-Game-Käufen reduzieren sollten. Schon 2012 brachte Jagex mit dem „Squeal of Fortune" ein blickdichtes Glücksrad ins Spiel, das gegen Echtgeld drehbare Schlüssel für Erfahrungspunkte und Gegenstände anbot. Nach massiven Protesten ersetzte das Studio diese Mechanik 2013 durch den „Treasure Hunter", der bis heute in RuneScape 3 aktiv ist. Das neue Versprechen, weniger invasive Käufe zu bringen, war also bereits mehrfach gebrochen worden.
- Einführung von Einweg-Mikrotransaktionen in RuneScape.
- Direkte Konfrontation mit früheren Versprechen zur Reduzierung solcher Shop-Elemente.
- Heftige Reaktionen der Spieler auf diese kurzfristige Implementierung.
Jagex beschäftigt heute rund 700 Mitarbeiter und erlöste im Geschäftsjahr 2022 etwa 174 Millionen US-Dollar. Ein wachsender Teil davon stammt aus den Mikrotransaktionen, weshalb die Abhängigkeit von Shop-Einnahmen die Unternehmenspolitik prägt. Im April 2024 übernahm die Investmentfirma CVC Capital Partners das Studio, nachdem zuvor The Carlyle Group die Mehrheit gehalten hatte.
Der Streitpunkt um die Items
Die neuen Gegenstände waren als Einweg-Produkte konzipiert, was die Community scharf kritisierte. Sie gewährten einmalige Boni auf Fertigkeiten oder kurzfristige Vorteile im Kampf und verschwanden danach aus dem Inventar. Spieler von RuneScape 3, das seit der „Evolution of Combat"-Erweiterung von 2013 eine eigene Entwicklungslinie verfolgt, verglichen das Modell mit Handyspielen, die für jede Aktion eine Zahlung verlangen.
Die Spieler fühlten sich durch diese Änderung in ihrer Erwartungshaltung gegenüber dem Entwickler getäuscht. Innerhalb weniger Stunden entstanden im Subreddit r/runescape und im offiziellen Forum tausende Beiträge, die eine Rücknahme der Items forderten. Unter dem Hashtag #FixRS3 dokumentierten Spieler, wie sehr die Shop-Mechanik den Spielfortschritt beeinflusst.
- Einführung von Einweg-Mikrotransaktionen in R