Der Juli ist dünn, aber nicht für Horror-Crews
Die großen Triple-A-Blöcke fallen diesen Monat eher sparsam aus. Wer im Juli auf epische Einzelspieler-Spektakel hofft, wird wohl länger suchen.
Dafür gibt es eine gute Nachricht für alle, die ihre Discord-Gruppe regelmäßig in kooperative Panik versetzen. PCGamer meldet: Der Fokus liegt auf einem ganz speziellen Koop-Horror-Erlebnis.
Ein Spukgeschäft in den Ruin treiben
- Die Kernidee: Ihr übernehmt ein geisterhaftes Unternehmen und führt es gemeinsam gegen die Wand.
- Klingt absurd? Genau das macht den Reiz aus. Statt Geister zu jagen, managt ihr den Niedergang einer übernatürlichen Firma.
- „If you've ever wanted to run a haunted business into the ground with your friends, I have good news“, so fasst die Quelle das Konzept zusammen.
Was steckt dahinter?
Es geht nicht um exorzistische Heldentaten, sondern um chaotisches Teamwork mit einer Prise schwarzem Humor. Ihr müsst Finanzen, Geistererscheinungen und vielleicht sogar die Kundenzufriedenheit sabotieren.
Das Timing passt: Zwischen den großen Juli-Veröffentlichungen sucht die Community nach kurzen, intensiven Runden für den Feierabend. Genau hier setzt das Spiel an.
Entwickler mit Horror-DNA
Das noch unbenannte Projekt stammt von Frogware Interactive, einem finnischen Indie-Studio mit zehn Angestellten. Frogware veröffentlichte 2022 den Koop-Horror „The Dark Side of the Moon“, ein asymmetrisches Jagdspiel, bei dem ein Spieler als Mondmonster die anderen durch eine verlassenes Observatorium treibt. Der Titel verkaufte sich auf Steam rund 350.000 Mal, erreichte 87 % positive Bewertungen. Das Studio konzentriert sich seither auf kooperative Horrorszenarien mit hohem Wiederspielfaktor. Ein zweites früheres Werk, „Pest Control“ (2024), kombinierte Survival-Horror mit sanften Management-Elementen: Spieler mussten ein verseuchtes Sanatorium säubern, während sie Ressourcen verwalteten. Beide Spiele teilen den Hang zur schwarzen Komödie.
Eine neue IP ohne Vorgänger
Es handelt sich um eine frische Marke, keine Fortsetzung. Frogware hat das Konzept intern seit 18 Monaten entwickelt. Der Wechsel von Jagd- zu Management-Mechaniken ist bewusst: „Wir wollten sehen, wie weit man den Koop-Spaß treiben kann, wenn das Ziel nicht Überleben, sondern absichtlicher Ruin ist“, erklärte Lead Designer Mikko Rantanen einer kleinen Presse-Runde. Veröffentlichung ist für Herbst 2026 geplant, Early Access oder Vollversion ist noch offen.
Branchenkontext: Koop-Horror im Aufwind
Das Genre hat seit „Lethal Company“ (2023) einen massiven Schub erlebt. Zeppelin Studio verkaufte über zehn Millionen Exemplare, der Steam-Spitzenwert lag bei knapp 200.000 gleichzeitigen Spielern. 2024 folgten „Content Warning“ und „Spookware“, beide setzten auf chaotischen, freundschaftszerstörenden Koop. „Lethal Company“ etablierte das Muster: kurze Runden, permadeath, laute Mikrofone. Frogwares neuer Ansatz dreht die Logik um, statt Gefahren zu entkommen, verstärkt ihr sie aktiv im Büro-Umfeld. Vergleichbar ist das Spiel mit „The Haunting of the Swamp“ (2021), einem Nischen-Indie, bei dem man eine verfluchte Gaststätte führte, aber das hatte keinen Koop. Der Juli als Veröffentlichungsfenster ist bewusst gewählt: Größere Blockbuster wie „Elder Scrolls VI“ und „Starfield 2“ liegen noch fern, Indie-Spitzenreiter haben mehr Sichtbarkeit.
Kein Name, aber klare Richtung
Konkrete Details zum Titel oder Entwickler nennt PCGamer nicht. Wer sich für das Konzept begeistert, sollte die Augen offen halten, vielleicht versteckt sich der Spaß schon in einem Early Access oder Indie-Release.
Eines ist sicher: Wer mit Freunden gerne in Horror-Szenarien abtaucht, hat im Juli ein Ziel. Ein Spukgeschäft zu ruinieren war noch nie so verlockend. Frogware wird das Spiel voraussichtlich auf der Gamescom 2026 offiziell vorstellen. Bis dahin bleibt nur spekulieren, wie viel Chaos die Entwickler in die Finanzabteilung eines Geisterunternehmens packen.