KI-Flut auf Steam: Studie sagt voraus, dass 2028 jedes zweite Spiel mit künstlicher Intelligenz entsteht
Eine neue Prognose behauptet, dass bis 2028 die Hälfte aller Steam-Neuerscheinungen KI-generierte Inhalte nutzen wird. Aber will das wirklich jemand?
Eine Studie prognostiziert, dass bis 2028 die Hälfte aller Steam-Neuerscheinungen mit KI erstellt wird. KI senkt die Hürde für Massenproduktion, aber GamesRadar+ fragt, ob Spieler das wollen. Handgemachte Spiele drohen unter generischen Bausteinen unsichtbar zu werden.
Hälfte aller Steam-Spiele mit KI bis 2028?
Eine frische Studie wagt eine kühne Vorhersage: Bis zum Jahr 2028 soll die Hälfte aller auf Steam veröffentlichten Spiele mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Der zentrale Satz der Analyse: „AI lowers the barrier not just to make a game but to make several.“ Klingt nach einem Produktivitätstraum, oder nach einem Albtraum für die Spielequalität.
Die Studie selbst liefert keine konkreten Zahlen zur aktuellen KI-Durchdringung, sondern extrapoliert einen Trend. Die Logik dahinter: Je einfacher die Werkzeuge, desto mehr Spiele können von Einzelpersonen oder Kleinstteams produziert werden. Steam ist ohnehin schon mit tausenden Indie-Titeln überflutet. KI könnte das Volumen noch einmal exponentiell steigern.
Was bedeutet das für Entwickler?
- Niedrige Einstiegshürde: Code, Grafik, Sound und sogar Dialoge lassen sich per Prompt generieren. Wer kein Team hat, kann trotzdem „mehrere Spiele gleichzeitig“ ausspucken.
- Massenproduktion statt Handarbeit: Die Studie sieht die Gefahr, dass Quantität vor Qualität geht. Ein Entwickler, der früher ein Jahr an einem Pixel-Platformer saß, könnte nun in der gleichen Zeit zehn KI-assistierte Titel raushauen.
- Marktverschiebung: Große Studios setzen KI bereits für Texturen oder Animationen ein. Der wahre Quantensprung betrifft aber die extreme Micro-Budget-Ecke.
Die große Frage: Will das jemand spielen?
Die Quelle, GamesRadar+, hakt direkt nach: „Does anyone actually want this?“ Eine berechtigte Frage. Spieler lieben handgemachte Welten, individuellen Stil und durchdachtes Gameplay, Dinge, die KI oft nur oberflächlich imitiert. Wenn 2028 jedes zweite Spiel aus generischen Bausteinen besteht, sinkt die Sichtbarkeit für echte Perlen.
Die Gefahr von Asset-Flips, gestohlenen Styles und seelenlosen Kopien wächst. Steam hat zwar in den letzten Jahren strengere Regeln gegen Massen-Müll eingeführt, aber eine Flut KI-generierter Titel könnte die Moderatoren überfordern. Die Community müsste stärker filtern, oder das Vertrauen in den gesamten Store leidet.
Fazit? Keines, nur eine Beobachtung
Die Prognose sagt nichts darüber, ob diese halbe Milliarde Spiele gut sein wird. Sie sagt nur, dass sie kommen wird, billig, schnell und in Hülle und Fülle. Ob Spieler das kaufen oder ignorieren, entscheidet über den Erfolg des KI-Hypes. Die nächsten zwei Jahre zeigen, ob die Barriere wirklich fällt oder ob Qualität doch wieder den Ausschlag gibt.
Hälfte aller Steam-Spiele mit KI bis 2028?
Eine frische Studie wagt eine kühne Vorhersage: Bis zum Jahr 2028 soll die Hälfte aller auf Steam veröffentlichten Spiele mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Der zentrale Satz der Analyse: „AI lowers the barrier not just to make a game but to make several.“ Die Prognose stammt von GameDiscoverCo, einem Branchennewsletter, der monatlich über 1.000 Steam-Neuerscheinungen katalogisiert und Trends extrapoliert. Dessen Gründer Simon Carless hatte bereits 2023 in einem Vortrag auf der Game Developers Conference darauf hingewiesen, dass die Zahl jährlicher Steam-Releases die 15.000er-Marke knacken würde, damals noch ohne KI-Bezug.
Die Studie selbst liefert keine konkreten Zahlen zur aktuellen KI-Durchdringung, sondern extrapoliert einen Trend. Die Logik dahinter: Je einfacher die Werkzeuge, desto mehr Spiele können von Einzelpersonen oder Kleinstteams produziert werden. Steam ist ohnehin schon mit tausenden Indie-Titeln überflutet. KI könnte das Volumen noch einmal exponentiell steigern. 2023 erschienen laut SteamDB 14.532 Spiele auf der Plattform, 2022 waren es 12.562, 2021 knapp 11.300. Der Anstieg lag zuletzt bei rund 15 Prozent pro Jahr. Eine Verdopplung bis 2028 wäre aus reinen Mengensteigerungen möglich, aber nicht zwingend durch KI allein.
Was bedeutet das für Entwickler?
- Niedrige Einstiegshürde: Code, Grafik, Sound und sogar Dialoge lassen sich per Prompt generieren. Wer kein Team hat, kann trotzdem „mehrere Spiele gleichzeitig“ ausspucken. Tools wie Unity Sentis oder Stable Diffusion für Texturen sind bereits in Spiel-Engines integriert. Ein konkretes Beispiel: Der Entwickler AI Games veröffentlichte im März 2024 innerhalb einer Woche 20 Titel, die alle mit generierten KI-Assets arbeiteten. Steam entfernte einen Großteil davon wegen „Asset-Flip“-Richtlinien.
- Massenproduktion statt Handarbeit: Die Studie sieht die Gefahr, dass Quantität vor Qualität geht. Ein Entwickler, der früher ein Jahr an einem Pixel-Platformer saß, könnte nun in der gleichen Zeit zehn KI-assistierte Titel raushauen. Die aktuellen Steam-Moderationsregeln fordern seit Februar 2024 eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte. Valve hat zudem angekündigt, Spiele mit gestohlenen Trainingsdaten (z. B. urheberrechtlich geschützte Kunststile) nicht zuzulassen.
- Marktverschiebung: Große Studios setzen KI bereits für Texturen oder Animationen ein, etwa Ubisoft mit Ghostwriter für NPC-Dialoge oder Square Enix mit experimentellen KI-Assets für Texturen. Der wahre Quantensprung betrifft aber die extreme Micro-Budget-Ecke. Dort konkurrieren Ein-Personen-Teams mit generierten Inhalten gegen traditionelle Indie-Entwickler, die Monate in Handarbeit investieren.
Die große Frage: Will das jemand spielen?
Die Quelle, GamesRadar+, hakt direkt nach: „Does anyone actually want this?“ Eine berechtigte Frage. Spieler lieben handgemachte Welten, individuellen Stil und durchdachtes Gameplay, Dinge, die KI oft nur oberflächlich imitiert. Wenn 2028 jedes zweite Spiel aus generischen Bausteinen besteht, sinkt die Sichtbarkeit für echte Perlen. Ein Blick auf die Community-Plattformen zeigt: Auf Reddit (r/gamedev, r/steam) wird kontrovers diskutiert. Während einige Entwickler KI zur kreativen Inspiration oder zum Prototyping nutzen (z. B. für Level-Layouts oder Dialog-Vorschläge), berichten andere von einer „Müllflut“ an Low-Effort-Titeln, die die Store-Suche verstopfen.
Die Gefahr von Asset-Flips, gestohlenen Styles und seelenlosen Kopien wächst. Steam hat zwar in den letzten Jahren strengere Regeln gegen Massen-Müll eingeführt, aber eine Flut KI-generierter Titel könnte die Moderatoren überfordern. Die Community müsste stärker filtern, oder das Vertrauen in den gesamten Store leidet. Ein Vergleich: Zwischen 2015 und 2020 stieg die Zahl der Steam-Veröffentlichungen von 4.000 auf 10.000, das war die „Unity-Revolution“ und die Verbreitung von Asset-Stores. Die damalige Befürchtung einer „Indie-Flut“ bewahrheitete sich nur teilweise: Der Markt sortierte sich selbst durch Bewertungen und kuratierte Listen. Ob KI den gleichen Mechanismus auslöst, ist offen.
Die Zahlen hinter der Prognose
GameDiscoverCo stützt seine Vorhersage nicht nur auf Tool-Verfügbarkeit, sondern auch auf das Verhalten von Entwicklern. Bereits 2022 zeigte eine Umfrage des Game Developers Conference (GDC) , dass rund 30 Prozent der befragten Entwickler KI-Tools in ihrem Workflow einsetzten, hauptsächlich für Code-Generierung (GitHub Copilot) oder 2D-Assets. Bis 2024 stieg dieser Anteil auf 45 Prozent. Entscheidend ist jedoch der Schritt von der reinen Assistenz zur vollständigen Generierung eines spielbaren Produkts. Hier gibt es kaum verlässliche Daten, weil viele Entwickler KI-Nutzung nicht offenlegen.
Ein Blick auf frühere Technologie-Schübe: Als Adobe Flash oder GameMaker die Entwicklung vereinfachten, führte das zu einem kurzen Boom an simplen Titeln. Der Markt bereinigte sich schnell. Ähnlich könnte es mit KI sein: Die Mehrheit der generierten Spiele wird vermutlich in der Masse untergehen, während einige clevere Teams echte Innovationen in der KI-gestützten Spielmechanik entwickeln. Ein Beispiel ist das laufende Projekt “AI Dungeon” , ein Textabenteuer, dessen Dialoge von einem Sprachmodell generiert werden, 2023 hatte es über 10 Millionen registrierte Nutzer.
Fazit? Keines, nur eine Beobachtung
Die Prognose sagt nichts darüber, ob diese halbe Milliarde Spiele gut sein wird. Sie sagt nur, dass sie kommen wird, billig, schnell und in Hülle und Fülle. Ob Spieler das kaufen oder ignorieren, entscheidet über den Erfolg des KI-Hypes. Die nächsten zwei Jahre zeigen, ob die Barriere wirklich fällt oder ob Qualität doch wieder den Ausschlag gibt. Einen Hinweis liefert die aktuelle Steam-Statistik: Im ersten Quartal 2024 wurden bereits über 3.000 Spiele veröffentlicht, 12 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anteil KI-assistierter Titel wird dort nicht separat erfasst.
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