Der Klempner im Tropenparadies
Kritiker auf der ganzen Welt verfallen dem Charme von Super Mario Sunshine und stellen fest, dass das eigene Apartment im Chaos versinkt, sobald der Klempner den Bildschirm betritt.
- Die Fachpresse zeigt sich hingerissen von den sonnigen Schauplätzen auf Isla Delfino.
- Das neue Gameplay rund um den Wasserrucksack FLUDD spaltet die Spielerschaft.
- Trotz kleinerer Frustmomente dominiert die pure Faszination für das Jump-and-Run.
Hinter dem Projekt steht Nintendo EAD, die hauseigene Hauptentwicklungsabteilung des japanischen Konzerns unter der Leitung von Yoshiaki Koizumi und Takashi Tezuka. Das Studio prägte das Medium zuvor maßgeblich mit Titeln wie Super Mario 64 und The Legend of Zelda: Ocarina of Time.
Franchise-Historie und Verkaufszahlen prägen den Kontext dieses Releases. Der direkte Vorgänger Super Mario 64 erschien 1996 zum Start des Nintendo 64 und verkaufte sich weltweit rund elf Millionen Mal. Super Mario Sunshine muss sich im September 2002 auf dem GameCube an diesem übermächtigen Erbe messen. Nintendo peilt mit der Hardware an, verlorene Marktanteile gegen Sony und Microsoft zurückzuerobern.
Nicht ganz so wegweisend
Trotz der großen Begeisterung merken Tester an, dass Marios jüngster Sprung in die dritte Dimension nicht ganz so bahnbrechend ausfällt wie von vielen erhofft.
- Manche Kritiker hatten nach dem Nintendo-64-Meilenstein noch größere Neuerungen erwartet.
- Die exotische Kulisse macht diesen optischen Mangel jedoch schnell wieder wett.
- Die feuchten Reinigungsmissionen sorgen für völlig neue Herausforderungen im Genre.
Im Jahr 2002 konkurriert das GameCube-Abenteuer in einem hart umkämpften Markt. Auf der PlayStation 2 dominiert Grand Theft Auto: Vice City die Verkaufslisten, während Microsoft mit der Xbox und dem Shooter Halo: Combat Evolved das Publikum bindet. Nintendo setzt auf farbenfrohe Grafik, verliert jedoch gegenüber dem Vorgänger an konzeptioneller Frische.
Die technischen Eckdaten des GameCube erlauben erstmals detailreiche Echtzeit-Schatten und komplexe Wassereffekte. Programmierer nutzten diese Hardware-Leistung gezielt für die Schmutz- und Reinigungsszenarien auf der Urlaubsinsel.
Das Fazit der Redaktion
Die Rückmeldung aus den Redaktionen zeigt ein klares Bild zwischen steiler Lernkurve und anhaltender Euphorie für Super Mario Sunshine.
- Die putzigen Bewohner und die Insel-Atmosphäre fesseln Spieler tagelang an die Konsole.
- Der Titel liefert genau den Sommer-Hit, den Fans gebraucht haben.
Bis zum Ende des Lebenszyklus des GameCube im Jahr 2007 erreicht das Spiel weltweit Verkaufszahlen von etwa 6,28 Millionen Einheiten. Damit bleibt es hinter den gigantischen Zahlen des Vorgängers zurück, positioniert sich aber dennoch als einer der meistverkauften Titel für die Konsole. Yoshiaki Koizumi nutzte die Erfahrungen aus der Produktion später für die Entwicklung der Super Mario Galaxy-Reihe.