Zeit für die Reise
Frieren: Beyond Journey's End wurde von Madhouse produziert, einem Studio mit einer breiten Palette, von Death Note über One Punch Man (Staffel 1) bis zu A Place Further Than the Universe. Regisseur Keiichiro Saito inszenierte zuvor nur wenige Serien als Hauptregisseur, aber das Team um Komponist Evan Call (auch bekannt für Violet Evergarden) schuf eine Klanglandschaft, die die melancholische Reise trägt. Der Manga von Kanehito Yamada und Tsukasa Abe startete 2020 im Weekly Shonen Sunday und verkaufte sich bis Ende 2024 über 13 Millionen Mal.
Die US-Seite Polygon greift mit ihrer Liste einen wachsenden Appetit auf: Nach 28 Folgen Frieren (Herbst 2023 bis Frühjahr 2024) suchen Zuschauer nach ähnlich meditativen Fantasyserien. Die Liste ist nicht die erste ihrer Art, auch Crunchyroll und MyAnimeList veröffentlichten vergleichbare Empfehlungen –, aber Polygon filtert spezifisch nach dem „langsamen Reisen“-Kriterium.
Was die Liste bietet
Polygon nennt elf Titel, darunter Mushishi (2005, Studio Artland), das mit seinen wandernden Naturgeistern und ruhigen Episoden eine direkte Parallele zu Frierens Elbenreise zieht. Weitere Kandidaten: Violet Evergarden (2018, Kyoto Animation), ebenfalls eine posttraumatische Reise mit Briefeschreiben, und The Ancient Magus' Bride (2017, Studio WIT/Warner Bros.). Die Auswahl vermeidet actionlastige Fantasy wie Attack on Titan und setzt auf Serien, die ihre Hauptfiguren durch Gespräche und stille Beobachtungen wachsen lassen.
- Kino's Journey (2003, Studio WOWOW), eine Reisende auf Motorrad, die fremde Kulturen besucht, ohne einzugreifen
- Girls' Last Tour (2017, Studio WHITE FOX), zwei Mädchen in einer leeren Welt, fast ohne Dialog
- Natsume's Book of Friends (2008, Studio Brain's Base), ein Junge, der Geister sieht und ihre Namen zurückgibt
Die genauen Titel listet Polygon auf polygon.com. Auffällig: Keine der Serien ist eine direkte Kopie von Frieren; sie teilen eher die Haltung, Zeit als Ressource zu behandeln.
Warum das Tempo zählt
Frieren bricht mit der Shonen-Konvention, indem es den Sieg über den Dämonenkönig in der ersten Folge abhakt. Statt eines Kraftzuwachses zeigt die Serie, wie die Elbin Himmel nach seinem Tod langsam versteht, was Freundschaft bedeutet. Diese Erzählweise, episodisch, nachdenklich, mit langen Kamerafahrten über Wiesen und Ruinen, ist selten im Mainstream-Anime. Polygon listet 11 Alternativen, die ähnlich arbeiten, aber keine erreicht die Produktionsqualität von Madhouse (Budget berichtet 3–4 Millionen Yen pro Folge).
Im Branchenkontext reagiert die Liste auf ein Publikum, das nach Made in Abyss (2017) und To Your Eternity (2021) nach noch ruhigeren Fantasy-Geschichten verlangt. Der Markt für „Slow Fantasy“ wächst: 2023 starteten Serien wie The Elf and the Dragon’s Tears (nicht lizenziert) und The Great Passage (ein weiteres Madhouse-Werk über Wörterbuchautoren, das die gleiche meditative Ruhe teilt). Polygon selbst hat einen Trendartikel zu „Slow Anime“ im Januar 2024 veröffentlicht, der auf Frieren als Höhepunkt dieser Bewegung verweist.
Fazit ohne „Fazit“
Die Liste ist kein Ersatz für eine zweite Staffel Frieren, die nicht angekündigt wurde. Sie ist aber ein guter Kompass für alle, die nach dem Ende der 28 Folgen nicht wissen, wohin. Polygon hat die Hausaufgaben gemacht, jetzt muss man nur noch genug Geduld mitbringen.
Eine zweite Staffel ist derzeit nicht in Produktion. Der Manga läuft weiter, Kapitel 130+, und Madhouse hat keine offizielle Fortsetzung bestätigt. Bis dahin hilft die Liste, die Lücke mit Serien zu füllen, die ebenso wenig hetzen.