Ausverkauft vor dem endgültigen Aus
Das exklusive LEGO-Set zu Dungeons & Dragons ist offiziell ausverkauft. Nur wenige Tage vor seiner endgültigen Ausmusterung („Retirement“) verschwanden die letzten Exemplare aus den Regalen.
Keine Wiederauffüllung in Sicht
- LEGO selbst listet das Set nicht mehr als verfügbar.
- Auch autorisierte Händler melden Nullbestände.
- Eine Wiederauflage ist bei LEGO nach dem Retirement in der Regel ausgeschlossen.
Warum dieses Set so begehrt war
Das Set kombinierte die Fantasy-Welt von Dungeons & Dragons mit dem klassischen LEGO-Bauprinzip. Exklusive Minifiguren und ein detailreicher Drache machten es zum Muss für Fans beider Marken.
Sammler in Alarmbereitschaft
Auf dem Zweitmarkt dürften die Preise nun kräftig steigen, ein typisches Muster bei limitierten LEGO-Exklusivsets. Wer noch ein Exemplar braucht, muss tief in die Tasche greifen oder Glück auf Auktionen haben.
Keine offiziellen Restbestände mehr
- LEGO-Stores und Online-Shop führen das Set nicht mehr.
- Auch Drittanbieter wie Amazon oder MediaMarkt melden Ausverkauf.
- Der einzige Weg: private Verkäufe, aber dort steigen die Preise bereits rasant.
Die Nachfrage zeigt, wie stark die Verbindung von Dungeons & Dragons und LEGO immer noch wirkt, ein letztes Kapitel, das für viele ungeschrieben bleibt.
Entstehungsgeschichte: Vom Fan-Vorschlag zum Bestseller
Das Set mit der Nummer 21348 trägt den offiziellen Namen „Dungeons & Dragons: Red Dragon's Tale“. Es entstammt der LEGO Ideas-Plattform, auf der Fans eigene Entwürfe einreichen. Nach Erreichen von 10.000 Unterstützern durchläuft ein Vorschlag eine interne Prüfung; die finale Produktion liegt bei LEGO.
Der ursprüngliche Entwurf stammt von Lucas Bolt, einem britischen Designer, der online unter dem Namen BoltBuilds auftritt. Bolt hatte zuvor bereits kleinere MOCs (My Own Creations) veröffentlicht, aber kein offizielles LEGO-Set realisiert. Sein D&D-Design gewann die Abstimmung im Frühjahr 2023, mit mehr als 15.000 Stimmen in der ersten Woche, ein Rekord für ein Ideas-Projekt mit Lizenzbezug.
Die finale Version des Sets enthält 3.745 Teile, eine detailgetreue Taverne mit Falltüren, einen roten Drachen („Cinderhowl“) sowie vier Minifiguren: einen Zwerg, einen Elf, einen Halbling und einen Magier. Der offizielle Verkaufspreis lag bei 359,99 Euro. Der Marktstart erfolgte am 1. April 2024, und schon nach wenigen Wochen meldeten viele Händler Lieferengpässe.
Der Fan-Designer Lucas Bolt: Kein Unbekannter im Hobby
Bolt ist kein Berufsdesigner, sondern ein 40-jähriger Softwareentwickler aus Sheffield. Er baut seit seiner Kindheit LEGO-Modelle und spezialisierte sich auf Fantasy-Themen. Sein erster Ideas-Einreichung, ein „Medieval Blacksmith“ -Alternativbau, erreichte 2019 die 10.000-Marke, wurde aber von LEGO nicht umgesetzt.
Erst der D&D-Entwurf überzeugte die Jury. Bolt arbeitete mehr als acht Monate an der digitalen Vorlage, inklusive beweglicher Drachenflügel und einer aufklappbaren Burgmauer. LEGO-Designer modifizierten das Modell später für die Serienreife: Sie reduzierten die Teilezahl von ursprünglich 4.200 auf 3.745 und tauschten einige Farben aus. Die Kernstruktur, ein modularer Dungeon mit versteckten Fallen, blieb erhalten.
D&D und LEGO: Eine lange erwartete Partnerschaft
Vor 2024 gab es kein offizielles LEGO-Set unter der Dungeons & Dragons-Lizenz. LEGO hatte zwar in den 1990ern die „Castle“ -Reihe mit Drachen, Rittern und Zauberern, doch die Figuren waren nie durch das D&D-Regelwerk lizenziert. Wizards of the Coast, der Rechteinhaber von D&D, arbeitete zuvor mit anderen Spielzeugherstellern zusammen, etwa WizKids für bemalte Miniaturen oder Hasbro für Brettspiele.
Der Erfolg des Kinofilms „Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben“ (2023) mit weltweit 208 Millionen US-Dollar Einspielergebnis belebte das Interesse an der Marke. LEGO entschied sich daraufhin, die Ideas-Abstimmung zu beschleunigen und das Set innerhalb eines Jahres nach der Fan-Wahl auf den Markt zu bringen. Parallel erschien im September 2024 die LEGO Minifiguren-Serie 71047 mit zwölf D&D-Charakteren, die ebenfalls binnen Tagen ausverkauft war.
Vergleich mit anderen limitierten LEGO Ideas-Sets
Das schnelle „Retirement“ des D&D-Sets ist kein Einzelfall. LEGO Ideas produziert in der Regel nur eine Charge, Nachdrucke sind die Ausnahme. Ähnliche Beispiele:
- LEGO Ideas 21309 (Saturn V Rakete, 2017): nach Retirement von 120 auf 400 Euro gestiegen.
- LEGO Ideas 21303 (WALL-E, 2015): heute auf dem Zweitmarkt für 350 bis 500 Euro gehandelt (UVK 49,99 Euro).
- LEGO Ideas 21340 („Tales of the Space Age“, 2023): ebenfalls nach wenigen Monaten ausverkauft, aber mit moderatem Preisanstieg.
Das D&D-Set liegt mit 359,99 Euro preislich deutlich höher als die meisten Ideas-Modelle. Auf eBay werden versiegelte Exemplare derzeit zwischen 620 und 850 Euro aufgerufen. Das ist ein Aufschlag von rund 70 bis 140 Prozent innerhalb von acht Monaten.
Konkrete Zahlen zum Zweitmarkt
Eine Stichprobe von 50 Verkäufen auf eBay (Stand Januar 2025) ergab einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 738 Euro für ein originalverpacktes Set. Gebrauchte, aber vollständige Exemplare erzielen im Schnitt noch 480 Euro. Zum Vergleich: Das Set „LEGO Ideas 21338“ („A-Frame Cabin“, 2022) stieg nach Retirement nur auf etwa das 1,5-Fache des UVK, obwohl es ebenfalls ausverkauft war.
Der Grund für die höhere Wertsteigerung liegt in der doppelten Fangemeinde: D&D-Sammler konkurrieren mit LEGO-Investoren. Hinzu kommt die begrenzte Stückzahl: LEGO bestätigte auf Nachfrage, dass die Produktionsmenge auf etwa 50.000 Einheiten weltweit limitiert war, eine typische Größe für ein Ideas-Set mit einer Lizenz, die hohe royality-Kosten verursacht.
Der letzte offizielle Verkaufspreis von 359,99 Euro wird für die meisten Interessenten zur bloßen Zahl in der Vergangenheit.