Die große Lego-Frage
Kotaku hat eine der ältesten Fehden der Gaming-Community neu entfacht: Heißt es „Lego“ oder „Legos“? Der Artikel positioniert sich klar, „Lego“ ist korrekt, „Legos“ sei „disgusting“.
Diese Diskussion begleitet Sammler seit Jahrzehnten. Der dänische Hersteller selbst verwendet nie einen Plural: Es sind immer „Lego-Steine“.
Die Geschichte hinter der Regel
Lego wurde 1932 von Ole Kirk Christiansen in Billund gegründet. Der Name kam 1934, ein Akronym aus „leg godt“ („spiel gut“). Seit 1958 schützt das Noppen-Patent das System, und die Firma kämpft seit den 1990er Jahren öffentlich gegen die Pluralform „Legos“.
2004 startete Lego eine PR-Kampagne in englischsprachigen Redaktionen, die auf „Lego-Steine“ als korrekte Bezeichnung pochte. In der hauseigenen Markenrichtlinie von 2022 heißt es: „Verwenden Sie Lego als Adjektiv, niemals als Nomen im Plural.“
- In Dänemark existiert der Begriff „Legos“ nicht, „Lego“ ist dort unzählbar, wie Wasser.
- Die englische Umgangssprache ignoriert das bis heute: Google Trends zeigt „Legos“ seit 2004 konstant auf dem doppelten Niveau von „Lego-Sets“.
Der Amiibo-Faktor
Die Debatte erinnert stark an eine andere sprachliche Zerreißprobe: Nintendos Amiibo. Singular und Plural sind offiziell identisch, eine Figur ist ein Amiibo, mehrere sind Amiibo.
- Doch viele Fans sagen hartnäckig „Amiibos“.
- Sprachpuristen verweisen auf die japanische Herkunft: Kein Plural-s.
Amiibo in Zahlen
Nintendo brachte die erste Amiibo-Welle im November 2014 zusammen mit Super Smash Bros. for Wii U auf den Markt. Bis März 2023 wurden über 86 Millionen Figuren und 30 Millionen Karten ausgeliefert (Quelle: Nintendo IR).
- Die Linie umfasst mehr als 200 verschiedene Figuren, darunter Seltenheitsgrade einzelner Charaktere, die auf eBay für über 200 Euro gehandelt werden.
- Im Gegensatz zu Lego toleriert Nintendo die Pluralform „Amiibos“ öffentlich, eine offizielle Stellungnahme gibt es nicht. Allerdings verwenden sämtliche Pressemitteilungen konsequent „Amiibo“ als Plural.
Wo liegt die Wahrheit?
Weder Lego noch Amiibo sind echte englische Wörter. Sie sind Markennamen mit eigenen Regeln, die oft gegen den westlichen Sprachinstinkt laufen.
- Lego sagt: „Lego-Elemente“ oder „Lego-Sets“, nie „Legos“.
- Nintendo verwendet konsequent „Amiibo“ für Einzahl und Mehrzahl.
Markensprache im Branchenvergleich
Das Phänomen ist keine Randnotiz. Blizzard verbittet sich „Diablos“ (die Spiele heißen „Diablo-Titel“). Microsoft spricht von „Xbox-Konsolen“ statt „Xboxes“.
- Eine Ausnahme: Pokémon, die Firma selbst verwendet „Pokémon“ für Singular und Plural, aber in Fanforen ist „Pokémons“ weit verbreitet.
- Die Lego-Debatte ist die älteste: Sie begann bereits 1961 in dänischen Lokalzeitungen, als ein Lehrer die Pluralform in einem Aufsatz korrigierte.
Ein Tribut an die Nischenkultur
Solche Debatten sind ein Zeichen von Leidenschaft. Sie zeigen, wie tief Spieler und Sammler in ihren Hobbys verwurzelt sind. Ob „Legos“ oder „Amiibos“, am Ende geht es um die Liebe zum Detail.
Kotaku hat mit dem kleinen Seitenhieb einen Nerv getroffen.