Frust hinter den Kulissen von MTG Arena
Entwickler bei Wizards of the Coast (WotC) berichten über eine paradoxe Situation beim digitalen Hit MTG Arena. Trotz hoher Gewinne des Studios bleibt die Arbeitsplatzsicherheit für viele Angestellte ein Fremdwort.
Wizards of the Coast, eine Tochtergesellschaft des Spielzeugriesen Hasbro, verantwortet mit Magic: The Gathering eines der erfolgreichsten Sammelkartenspiele weltweit. Das digitale Studio für MTG Arena wurde speziell aufgebaut, um den Übergang vom analogen TCG zum digitalen E-Sport zu vollziehen.
Die Geschichte der digitalen Adaptionen begann bereits Ende der 90er-Jahre mit Titeln wie Magic: The Gathering (1997) von MicroProse. Später folgten die Duels of the Planeswalkers-Reihen, die als Einsteiger-Produkt fungierten, bevor MTG Arena im Jahr 2018 in die Beta startete.
Gründe für den gewerkschaftlichen Vorstoß
Die Angestellten suchen den Zusammenschluss in einer Gewerkschaft, um ihre Interessen zu schützen. Laut einem Bericht von Polygon sind die zentralen Beweggründe klar definiert:
- Fehlende Transparenz bei internen Unternehmensentscheidungen.
- Die Angst vor weiteren Entlassungen ungeachtet der finanziellen Erfolge.
- Der Wunsch nach einer Stimme bei strukturellen Veränderungen.
- Der Schutz vor willkürlichen Kürzungen in profitablen Teams.
Die Gründung der "Magic Works Workers Union" unter dem Dach der Communications Workers of America (CWA) ist Teil einer größeren Bewegung innerhalb der US-Spieleindustrie. Die Angestellten fordern Arbeitsverträge, die Entlassungen an nachvollziehbare betriebliche Notwendigkeiten binden, statt an kurzfristige Quartalsziele von Hasbro.
Kontrast zwischen Erfolg und Sparmaßnahmen
Das digitale Sammelkartenspiel MTG Arena generiert stetig hohe Umsätze für den Mutterkonzern Hasbro. Dennoch erleben die Teams, die das Spiel am Laufen halten, regelmäßig Stellenstreichungen.
- Mitarbeiter beschreiben ein Klima der ständigen Anspannung.
- Die Trennung zwischen wirtschaftlichem Erfolg und der Behandlung der Belegschaft wirkt für viele Beteiligte unlogisch.
- Management-Entscheidungen erfolgen häufig ohne Rücksicht auf die operative Stabilität der Entwicklungsteams.
Im Dezember 2023 kündigte Hasbro den Abbau von rund 1.100 Stellen an, was etwa 20 Prozent der gesamten Belegschaft entsprach. Trotz des expliziten Erfolgs von Magic: The Gathering, das als umsatzstärkste Marke des Konzerns gilt, waren auch Mitarbeiter aus den Teams betroffen, die MTG Arena technisch betreuen.
Im Branchenvergleich steht Wizards of the Coast nicht allein, da auch Activision Blizzard, EA und Unity im selben Zeitraum massiv Stellen strichen. Während MTG Arena monatliche Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich erzielt, dient die Sparpolitik bei Hasbro primär dazu, das operative Ergebnis für Aktionäre kurzfristig zu optimieren.
Die aktuelle Stimmung im Studio
Die Entwickler betonen, dass sie ihre Arbeit an Magic: The Gathering schätzen, aber die Rahmenbedingungen unhaltbar geworden sind. Die Forderung nach einer Gewerkschaft ist ein Versuch, die Kontrolle über die berufliche Zukunft zurückzugewinnen.
- Die Kommunikation zwischen Führungsebene und Entwicklungsteams ist nach Einschätzung der betroffenen Personen mangelhaft.
- Vertrauen in die Unternehmensleitung ist durch die jüngsten Personalentscheidungen gesunken.
- Die Initiative zur Gründung einer Gewerkschaft wird von einem signifikanten Teil der Belegschaft unterstützt.
Die technische Basis für MTG Arena basiert auf der Unity-Engine, was den Entwicklungsaufwand durch regelmäßige Updates und Erweiterungen wie Outlaws of Thunder Junction hoch hält. Das Team hinter dem Spiel leistet nicht nur die Programmierung der Karten-Logik, sondern pflegt auch die komplexe Server-Struktur für das plattformübergreifende Spiel zwischen PC, iOS und Android.
Die Beteiligten warten nun auf eine Reaktion der Konzernleitung auf ihre organisatorischen Schritte. Bisher hat sich Wizards of the Coast nicht zu den spezifischen Vorwürfen der Mitarbeiter geäußert. Die Gewerkschaftsvertreter bereiten unterdessen rechtliche Schritte vor, um die Zwangsanerkennung durch den National Labor Relations Board (NLRB) zu erzwingen.