Persona goes Netflix, Gerücht konkretisiert sich
Einem exklusiven Bericht von Variety zufolge hat Netflix einen Deal zur Adaption der Persona-Reihe unter Dach und Fach gebracht. Offiziell bestätigt ist das Projekt noch nicht, entsprechend halten sich die Details in Grenzen.
Die beteiligten Namen lassen jedoch aufhorchen: Christopher Monfette wird als Autor, Produzent und Showrunner fungieren. Shawn Levy und Robert Atwood von 21 Laps Inc. sowie Story Kitchen, die Firma hinter den erfolgreichen Sonic the Hedgehog-Filmen, sind als Executive Producers mit an Bord.
Atlus: Der Schöpfer der Persona-Reihe
Atlus, eine Tochtergesellschaft von Sega, entwickelt die Persona-Reihe seit 1996. Das erste Spiel Revelations: Persona (1996) für die PlayStation verkaufte rund 200.000 Exemplare in Japan. Den Durchbruch brachte Persona 3 (2006): 250.000 Einheiten in der ersten Woche in Japan, weltweit über eine Million. Persona 4 (2008) steigerte die Verkaufszahlen auf rund 1,5 Millionen. Persona 5 (2016) wurde zum Überflieger: über 3,3 Millionen Exemplare bis 2022. Die gesamte Serie hat mehr als 15 Millionen Einheiten abgesetzt.
Atlus hat Erfahrung mit Medienadaptionen. Bereits Persona 4 erhielt eine 25-teilige Anime-Serie (Persona 4 The Animation), produziert von A-1 Pictures und ausgestrahlt von 2011 bis 2012. Persona 5 folgte 2018 mit einer eigenen Anime-Serie, die 26 Episoden umfasste. Zusätzlich existieren Manga- und Roman-Ableger.
Wer steckt dahinter?
- Showrunner & Drehbuch: Christopher Monfette
- Executive Producers: Shawn Levy, Robert Atwood (21 Laps Inc.)
- Produktionsfirma: Story Kitchen (Dmitri M. Johnson, Michael Lawrence Goldberg, Timothy I. Stevenson)
- Sega-Seite: Toru Nakahara in einer Produktionsrolle
Story Kitchen arbeitet laut Quelle auch an weiteren Sega-Adaptionen wie Streets of Rage und Shinobi. Das macht eine Persona-Serie bei Netflix besonders glaubwürdig.
Die Produktionsfirmen im Detail
21 Laps Inc., gegründet von Shawn Levy, produzierte Netflix-Erfolge wie Stranger Things (über 1,8 Milliarden gestreamte Stunden in den ersten 28 Tagen der vierten Staffel) und The Adam Project. Die Firma hat keine Videospieladaptionen in ihrem Portfolio, aber Erfahrung mit jugendlichem Ensemble-Konflikt, ein Kern von Persona.
Story Kitchen, erst 2022 gegründet, hat sich auf Spiele-Adaptionen spezialisiert. Ihr erster großer Erfolg: die Sonic-Filmreihe (erster Film 2020: 320 Millionen US-Dollar weltweit; zweiter 2022: 405 Millionen US-Dollar). Der dritte Teil kommt 2024. Die Firma arbeitet zudem an einer Streets of Rage-Verfilmung und einer Shinobi-Serie. Dmitri M. Johnson, Mitgründer, war zuvor Produzent bei Sonic und kennt die Spiel-zu-Film-Pipeline.
Welches Spiel? Noch völlig unklar
Die Quelle betont, dass nicht bekannt ist, ob ein bestimmtes Spiel oder eine eigenständige Geschichte im Persona-Universum adaptiert wird. Denkbar wäre eine lose Erzählung, ähnlich den bisherigen Anime-Umsetzungen, oder eine direkte Adaption eines Haupttitels wie Persona 5.
Da Persona 6 bereits im Jahr 2026 angekündigt wurde und die Serie ihr 30-jähriges Jubiläum feiert, würde ein Netflix-Deal perfekt in den aktuellen Hype-Zeitraum passen.
Branchenkontext: Netflix und Videospieladaptionen
Netflix hat in den letzten Jahren mehrere Spiele-Adaptionen produziert. Castlevania (2017–2021) lief über vier Staffeln und erzielte bei Rotten Tomatoes 94 Prozent Zustimmung. Arcane (2021), basierend auf League of Legends, gewann neun Annie Awards und erreichte in der ersten Woche 34 Millionen Aufrufe. The Witcher (Serie, nicht direkt Spieleadaption, aber stark von den Spielen beeinflusst) startete mit 76 Millionen Haushalten in den ersten vier Wochen.
Nicht alle Projekte waren erfolgreich: Resident Evil (2022) wurde nach einer Staffel gecancelt, trotz hoher Streaming-Zahlen in der ersten Woche (73 Millionen Stunden). Devil May Cry (Anime von Adi Shankar) ist noch in Produktion.
Die Persona-Adaption könnte von diesem Trend profitieren: Die Spiele bieten eine Mischung aus Action, Teenager-Drama und übernatürlichen Elementen, ähnlich den erfolgreichen Formaten. Allerdings ist das japanische Rollenspiel-Genre im Westen noch keine sichere Bank für Mainstream-Erfolge. Castlevania und Arcane hatten actionorientiertere Vorlagen.
Vorerfahrung: Persona ist Medienadaptionen gewohnt
Die Persona-Reihe hat bereits zahlreiche Ableger in Anime, Manga und Romanen hervorgebracht. Persona 4 und Persona 5 erhielten eigene Animeserien beziehungsweise Filme. Eine Netflix-Produktion wäre der nächste logische Schritt.
Atlus selbst hat sich bislang nicht offiziell geäußert. Bis zur Bestätigung bleibt alles Spekulation, die Gerüchteküche brodelt jedoch gewaltig.
Was bedeutet das für Fans?
- Persona-Neulinge könnten einen niedrigschwelligen Einstieg in die komplexe Welt der „Persona“-Nutzer bekommen.
- Langzeitfans hoffen auf eine Adaption, die den Geist der Spiele einfängt, ähnlich erfolgreichen Umsetzungen wie Castlevania oder Arcane.
- Die Beteiligung von Story Kitchen gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus: Die Sonic-Filme haben gezeigt, dass Videospieladaptionen sowohl kritisch als auch kommerziell funktionieren können.
Ein offizielles Statement von Netflix oder Atlus steht noch aus.