Verschiebung bestätigt: Ontos frühestens 2027
Frictional Games, die Köpfe hinter Amnesia: The Dark Descent und SOMA, legen ihren kommenden Horror-Titel Ontos auf Eis. Statt dem ursprünglich anvisierten Fenster erscheint das Spiel nun frühestens im Jahr 2027. Ursprünglich war eine Veröffentlichung für 2025 angedacht. Die Ankündigung erfolgte im Mai 2024, als Studio-Chef Thomas Grip in einem Blogeintrag erste Details verriet.
Warum die Verzögerung?
- Das Team bezeichnet Ontos als sein „bislang ambitioniertestes Spiel“, eine deutliche Ansage.
- Man wolle sicherstellen, dass die Vision vollständig umgesetzt wird, ohne Kompromisse bei Atmosphäre oder Spielgefühl.
- Ein konkretes Datum innerhalb von 2027 gibt es noch nicht. Frictional bittet um Geduld.
- Laut Grip arbeitet das Studio an einer komplett neuen Engine-Technologie. Der Umstieg von der hauseigenen HPL-Engine auf ein moderneres System erfordert mehr Zeit als kalkuliert.
Die Geschichte von Frictional Games
Das schwedische Studio wurde 2006 von Thomas Grip und Jens Nilsson gegründet. Ihr erstes Projekt, die Penumbra-Serie (2007–2008), etablierte das Markenzeichen: physikbasierte Interaktion in Ego-Perspektive, kombiniert mit psychologischem Horror. Amnesia: The Dark Descent (2010) verkaufte sich über 1,5 Millionen Mal und gilt als Genre-Meilenstein. Der Nachfolger Amnesia: A Machine for Pigs (2013) entstand mit The Chinese Room. SOMA (2015) erreichte rund eine Million Verkäufe und wird für seine philosophische Geschichte und die dichte Atmosphäre gelobt. Amnesia: Rebirth (2020) und Amnesia: The Bunker (2023) setzten die Reihe fort, wobei The Bunker mit einem semi-offenen Leveldesign experimentierte.
Was bisher über Ontos bekannt ist
Details sind rar. Fest steht: Ontos wird ein Horror-Spiel aus der Ich-Perspektive, das an die psychologischen Abgründe von Amnesia und SOMA anknüpft. Neue Mechaniken und eine tiefere Erzählstruktur wurden angedeutet.
- Die Spielwelt soll stärker auf Interaktion und Umgebungsrätsel setzen.
- Frictional hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie mit langsamen, beklemmenden Spannungsbögen umgehen können, Ontos dürfte da keine Ausnahme sein.
- Ein zentrales Element wird laut Grip die Nutzung von Licht und Schatten sein, ähnlich wie in Amnesia: The Dark Descent, aber mit moderneren Rendering-Techniken. Waffen sind nicht geplant. Der Fokus liegt auf Flucht und Verstecken.
Branchenkontext: Horror und Verzögerungen
Die Verschiebung von Ontos reiht sich in eine Serie von Aufschüben im Horror-Genre ein. Silent Hill 2 Remake (Bloober Team) wurde von 2023 auf Oktober 2024 verschoben. Alone in the Dark (Pieces Interactive) kam 2024, aber mit gemischten Kritiken. Frictional hingegen hat eine Tradition: Amnesia: Rebirth erschien zwei Jahre nach Ankündigung, Amnesia: The Bunker sogar nur ein Jahr. Die jetzt angepeilte Wartezeit von drei Jahren ab Ankündigung ist für das Studio ungewöhnlich lang. Im Indie-Bereich sind solche Verzögerungen typisch, da kleinere Teams oft gleichzeitig an Technologie und Inhalt arbeiten.
Ein Studio, das auf Qualität pocht
Die Verschiebung passt zum Ruf von Frictional. Statt einen halbgaren Release zu riskieren, nimmt man sich die Zeit, die Ontos braucht. Die Wartezeit ist lang, aber die Aussicht auf ein weiteres dichtes Horror-Erlebnis tröstet.