Verspätung bestätigt: Ontos kommt erst 2027
Frictional Games, die Meister des psycho-logischen Horrors hinter Amnesia und Soma, haben ihren nächsten Titel verschoben. Ontos erscheint nun nicht mehr wie geplant 2026, sondern erst im Laufe des Jahres 2027.
Die Meldung stammt von Rock Paper Shotgun, die die Verzögerung als offiziell bestätigt beschreiben. Ein genaues Datum gibt es noch nicht, nur das neue Jahr.
Warum die Verzögerung? Der November-Effekt
- Viele Studios verschieben ihre Releases in diesem Jahr.
- Grund: Ein für November 2026 angekündigtes Spiel, das die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zieht, bildlich gesprochen „wie ein schwarzes Loch“.
- Frictional will Ontos nicht in diesem Strudel untergehen lassen und nimmt sich die Zeit für „ship shape“.
Die Entscheidung ist nachvollziehbar. Wer will schon sein Lieblings-Horrorspiel zwischen den ganzen Hype um den Herbst-Blockbuster stellen? Da ist ein Jahr extra Feinschliff die bessere Wahl.
Frictional Games: Eine kurze Studio-Historie
Gegründet 2006 von Thomas Grip und Jens Nilsson, startete das schwedische Studio mit Amnesia: The Dark Descent (2010). Der Titel verkaufte sich über 1,5 Millionen Mal und definierte den modernen Horror-Genre mit seiner wehrlosen Erkundung und psychologischen Bedrohung.
Drei Jahre nach Amnesia: The Dark Descent erschien Amnesia: A Machine for Pigs (2013), entwickelt von The Chinese Room auf Frictionals Engine. 2015 folgte der Bruch mit dem eigenen Schema: Soma, ein Science-Fiction-Horror unter Wasser, der Fragen nach Bewusstsein und Identität stellte. Metacritic-Wertung: 86.
Danach kehrte das Studio zur Amnesia-Reihe zurück: Amnesia: Rebirth (2020) und Amnesia: The Bunker (2023). Letzteres brachte einen semi-offenen Level und dynamische Bedrohung zurück. Ontos ist der erste neue IP-Start seit Soma, und zugleich dessen spiritueller Nachfolger.
Was wir über Ontos wissen
Bisher ist wenig bekannt. Ontos soll der spirituelle Nachfolger von Soma werden, also tiefgründiger Sci-Fi-Horror mit philosophischen Fragen. Frictional bleibt seiner Linie treu: atmosphärisch, beklemmend, erzählerisch dicht.
- Setting: Unterwasser- oder Unterwelt-Szenario? Unklar.
- Gameplay: vermutlich Erkundung, Rätsel, Flucht, wie gewohnt.
- Plattformen: PC, Playstation, Xbox werden erwartet, offizielle Bestätigung fehlt.
Keine konkreten Details zu Story, Grafik oder Technik. Das ist typisch für Frictional: Sie zeigen erst nah am Release, was sie im Schilde führen.
Verschiebungen als Standard in der Branche
November 2026 ist ein verdichteter Monat. Mehrere große Publisher haben bereits Termine gesetzt, darunter ein ungenannter Blockbuster, der laut Branchenkreisen sämtliche Marketing-Budgets frisst. Frictional ist nicht allein: Soma selbst wurde 2014 von einem Herbst- auf einen September-Termin 2015 verschoben, um nicht mit Metal Gear Solid V und Fallout 4 zu kollidieren.
Der Trend zur Ausweichstrategie verstärkt sich. 2024 verschoben Studios wie Remedy (Alan Wake 2 kam trotzdem im Oktober) oder CD Projekt Red (Cyberpunk 2077 hatte eine berüchtigte Verschiebungskaskade). Frictional setzt dagegen auf Kalkül: Ein ruhiges Release-Fenster im ersten oder zweiten Quartal 2027 verspricht mehr Sichtbarkeit für einen narrativen Horrortitel, der auf Mundpropaganda angewiesen ist.
Frictional setzt auf Qualität statt Termindruck
Die Verzögerung ist kein Grund zur Panik, im Gegenteil. Soma wurde selbst mehrfach verschoben und wurde ein Meilenstein des narrativen Horrors. Frictional hat sich einen Ruf erarbeitet, der Geduld belohnt.
Wer jetzt schon ungeduldig ist, kann sich mit Amnesia: The Bunker trösten, dem letzten Release des Studios von 2023. Oder einfach noch einmal Soma durchspielen. Das hält bis 2027 fit.