Kein Held, sondern ein Überlebenskünstler
In Outward 2 schlüpft ihr erneut in die Rolle eines normalen Abenteurers. Es gibt keinen göttlichen Segen und kein Schicksal, das euch zum strahlenden Retter der Welt macht.
Ihr kämpft gegen Hunger, Krankheiten und eine gnadenlose Umgebung. Die Entwickler von Nine Dots Studio setzen den Fokus wieder auf die rohe Erfahrung des Überlebens in einer lebensfeindlichen Welt.
Das Konzept unterscheidet sich stark von Titeln wie The Elder Scrolls V: Skyrim oder The Witcher 3, in denen die Spielfigur eine zentrale Rolle in der Weltrettung spielt. Hier seid ihr eine austauschbare Einheit, deren Tod keine Katastrophe für das Universum, sondern den Abbruch eurer persönlichen Geschichte bedeutet.
Die Geschichte des Entwicklers
Nine Dots Studio ist ein unabhängiges Team aus Kanada, das 2011 von Guillaume Boucher-Vidal gegründet wurde. Vor dem Erfolg von Outward veröffentlichte das Studio kleinere Projekte wie GoD Factory: Wingmen, einen Weltraum-Shooter, der bereits erste Ansätze komplexer Systeminteraktionen zeigte.
Der Durchbruch gelang ihnen mit dem ersten Outward, das 2019 erschien und sich trotz eines begrenzten Budgets über eine Million Mal verkaufte. Die Entwickler blieben ihrer Linie treu und verzichteten auf externes Kapital von großen Publishern, was ihnen die volle kreative Kontrolle über Mechaniken wie das manuelle Speichersystem und die strikte Ressourcenverwaltung sicherte.
Der Termin und die Vorgeschichte
Der Publisher Prime Matter (ein Label von Plaion) hat den Release für den Juli 2024 angekündigt. Fans der Serie können sich bald wieder in die schwierigen Kämpfe stürzen.
- Release-Monat: Juli 2024
- Plattformen: PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S
- Fokus: Vorbereitung und Ressourcenmanagement
Der Vorgänger Outward erhielt zwei Erweiterungen namens The Soroboreans und The Three Brothers. Diese fügten neue Gebiete, Ausrüstungsgegenstände und Fraktionsquests hinzu, die den Schwierigkeitsgrad weiter steigerten. Outward 2 soll als direktes Sequel diese Mechaniken verfeinern und die teils spröde Steuerung des Erstlings modernisieren.
Performance für jedermann
Die technische Basis von Outward 2 wurde so optimiert, dass selbst betagte Hardware nicht in die Knie geht. Ihr braucht keine teure Grafikkarte, um eure Abenteuer in Aurai zu erleben.
- Minimale Anforderungen sind bewusst niedrig gehalten.
- Die Engine konzentriert sich auf Spielmechanik statt auf übertriebene Effekte.
- Besonders ältere PCs profitieren von dieser Philosophie.
Die Entscheidung für moderate Anforderungen orientiert sich an der Steam-Hardware-Umfrage, die zeigt, dass ein Großteil der Spieler weiterhin Karten wie die NVIDIA GTX 1060 oder vergleichbare Modelle nutzt. Anstatt auf Unreal Engine 5-Features wie Lumen oder Nanite zu setzen, die enorme Rechenleistung fordern, nutzt das Team eine effizientere Pipeline. Dies verhindert den Zwang zur ständigen Hardware-Aufrüstung für Spieler mit begrenztem Budget.
Einordnung im Marktsegment
Das Spielprinzip verzichtet auf Genre-Klischees. Ihr seid kein Auserwählter, sondern ein Mensch, der versucht, den nächsten Tag zu erleben.
- Euer Rucksack ist euer wichtigster Begleiter.
- Jede Verletzung muss aktiv behandelt werden.
- Die Umgebung reagiert direkt auf eure Aktionen.
In der aktuellen Marktlandschaft grenzt sich Outward 2 von Titeln wie Elden Ring durch die Abwesenheit von sogenannten "Quality of Life"-Erleichterungen ab. Während man in klassischen RPGs meist per Schnellreise durch die Welt springt, zwingt euch dieses Spiel, Wege zu planen und Vorräte zu kalkulieren.
Das Inventar-Management bleibt der Dreh- und Angelpunkt jeder Reise. Wer nicht plant, scheitert bereits an der ersten Weggabelung.
Die Spielerbasis des ersten Teils schätzt besonders die Koop-Funktion, die sowohl lokal als auch online funktioniert. In einer Zeit, in der viele RPGs den Mehrspielermodus zugunsten von reinen Singleplayer-Erfahrungen streichen, hält Nine Dots Studio am geteilten Bildschirm fest, was die technische Anforderung an die Engine zusätzlich stabilisiert, da die Rechenlast auf zwei Spieler verteilt und das Sichtfeld begrenzt bleibt.