Ein Kultfilm kehrt zurück
1989 zog Tom Hanks als Vorstadt-Papa Ray Peterson gegen seltsame Nachbarn in den Krieg. „The ‘Burbs“ wurde zum Geheimtipp. Jetzt bringt Peacock eine Serienadaption, und die kommt so gut an, dass die erste Staffel noch gar nicht zu Ende ist, bevor die zweite bestätigt wurde. Die Mischung aus schwarzem Humor, Paranoia und Slapstick ist offenbar ein Volltreffer. Der Streamingdienst hat die Verlängerung für Season 2 bereits offiziell gemacht.
Studio und Produktionshistorie
Hinter der Serie steht Imagine Entertainment, die Produktionsfirma von Ron Howard und Brian Grazer. Sie produzierten bereits den Originalfilm von 1989, Regie führte Joe Dante („Gremlins“, „Piranha“). Für die Serie zeichnet Showrunner Dana Olsen verantwortlich, der auch das Drehbuch zum Kinofilm schrieb. Olsen hat seitdem kaum fürs Fernsehen gearbeitet, sondern vor allem als Drehbuchberater.
- Imagine Entertainment brachte zuletzt Serien wie „The Mindy Project“ und „Arrested Development“ hervor.
- Das Studio ist auf Retro-Adaptionen spezialisiert: Aktuell produziert es auch eine Serie zu „The Firm“ und eine Neuauflage von „The Blue Brothers“.
- Die enge Bindung an den Originalautor ermöglicht eine werkstreue, aber erweiterte Erzählweise.
Der Film selbst war damals ein moderater Erfolg. Er spielte weltweit 49 Millionen Dollar ein bei einem Budget von 18 Millionen. In den USA wurde er zum Kultklassiker auf VHS und später DVD.
Ein starkes Signal von Peacock
- Selten bekommt eine neue Serie so früh grünes Licht.
- Peacock zeigt damit enormes Vertrauen in die Qualität der Produktion.
Die erste Staffel ist erst kürzlich gestartet. Trotzdem gilt die Horrorkomödie bereits als eine der am meisten empfohlenen Shows des Jahres, ein echtes Indiz für Fan- und Kritikerliebe. Laut Peacocks internen Streaming-Daten gehört die Serie zu den Top-5-Newcomern des Dienstes, gemessen an der Abrufzahl in der ersten Woche. Auf Rotten Tomatoes liegt die Kritikerwertung bei 84 %, die Publikumswertung bei 91 %.
Was macht die Serie so besonders?
- Die Vorlage ist ein Klassiker des Vorstadt-Horrors mit kultigem Ensemble.
- Die Serie behält den Ton bei, erweitert aber die Geschichte um neue Figuren und Schauplätze.
- Der Humor ist bewusst überdreht, die Spannung bleibt, genau wie im Original.
Die Serie führt eine neue Familie ein, die in die Nachbarschaft zieht, und stellt deren Perspektive der der Ur-Bewohner gegenüber. Randy Quaid, Carrie Fisher und Bruce Dern aus dem Film treten nicht auf, stattdessen setzt das Casting auf unbekannte Gesichter. Gedreht wird in den Universal Studios in Los Angeles, wo eigens eine Vorstadtkulisse nach Originalplänen nachgebaut wurde.
Retro-Charme trifft auf frischen Wind
Für alle, die mit VHS-Kassetten und 80er-Jahre-Filmen groß geworden sind, ist „The ‘Burbs“ ein gefundenes Fressen. Die Serie zitiert den Look und die Atmosphäre des Originals, ohne sich sklavisch daran zu halten. Das Timing könnte nicht besser sein: Der Retro-Trend in Games und Serien macht die Rückkehr dieser skurrilen Nachbarschaft besonders willkommen.
- Verglichen wird die Serie oft mit „Cobra Kai“, das ebenfalls einen 80er-Kultfilm (Karate Kid) als Vorlage nutzt.
- Auch „The Lost Boys“ (Serie in Entwicklung) und „Fright Night“ (angekündigt) setzen auf ähnliche Nostalgie.
- Peacock selbst hat mit „Poker Face“ und „Twisted Metal“ bereits Erfolge im Genre der schwarzen Komödie erzielt.
Die Serie profitiert vom aktuellen Hype um Horror-Comedy-Mixe, wie sie „What We Do in the Shadows“ oder „Ghosts“ etabliert haben.
Ein Blick in die Zukunft
Die zweite Staffel wird bereits von Peacock vorproduziert. Wann genau sie erscheint, ist noch offen, aber das starke Signal zeigt: Diese Horrorkomödie hat Potenzial, ein neuer Dauerbrenner zu werden. Wer die erste Staffel noch nicht gesehen hat, sollte schnell aufholen. Jede Episode dauert 35–40 Minuten, 8 Folgen umfasst Staffel 1. Peacock hat bereits Mitspracherechte für Merchandise gesichert, darunter eine limitierte Vinyl-Edition des Soundtracks.
Zahlen und Branchenkontext
Die Vorabproduktion von Staffel 2 begann bereits, bevor die erste Folge ausgestrahlt wurde, ein seltenes Zeichen. Peacock investierte schätzungsweise 8 Millionen Dollar pro Episode, in der Liga von „The Last of Us“ und „Fallout“. Zum Vergleich: Der Originalfilm kostete 18 Millionen gesamt. Die Serie wird in 4K HDR produziert, mit einem Sounddesign, das an die analoge Wärme von 80er-Jahre-Filmen erinnert. Brancheninsidern zufolge plant Peacock zudem eine Spin-off-Miniserie über die mysteriösen Bewohner der Nachbarschaft.