Pete Carsons' Vault of Cars, Der inoffizielle, verfluchte letzte Raid von Destiny
Ein Community-Event verwandelt Bungies Büro-Architektur in ein absurdes Endgame, mit Autos, Nostalgie und viel Sarkasmus.
Ein Raid, der keiner sein darf
Der letzte Raid von Destiny ist kein offizielles Bungie-Produkt, sondern ein wildes Fan-Spektakel. Pete Carsons' Vault of Cars nennt sich das Ding, und es parodiert nichts Geringeres als den ehemaligen Bungie-CEO.
Laut einem Bericht von PCGamer lädt eine Gruppe von Veteranen-Spielern zu diesem „verfluchten“ inoffiziellen Finale ein. Der Ton: eine Prise Nostalgie, ein Pint voller Sarkasmus.
Bungies Weg zu Destiny
- Bungie wurde 1991 in Chicago gegründet und machte sich mit Marathon (1994) und Myth (1997) einen Namen.
- Der Wechsel zu Microsoft 2000 brachte Halo: Combat Evolved (2001) hervor, das den Xbox-Start sicherte und über 5 Millionen Einheiten absetzte.
- 2007 trennte sich Bungie von Microsoft, startete 2014 Destiny, der Vorbestellungsrekord lag bei über 1 Milliarde US-Dollar.
- Destiny 2 (2017) erzielte im ersten Jahr 1,2 Milliarden Umsatz, 2022 übernahm Sony das Studio für 3,6 Milliarden Dollar. Seither folgten mehrere Entlassungsrunden.
Was ist Pete Carsons' Vault of Cars?
- Ein von Fans gebauter Raid, der die Firmengeschichte von Bungie aufs Korn nimmt.
- Der Name spielt auf Peter Dinklages Ghost-Stimme an, aber auch auf die legendäre „Vault of Glass“.
- Statt Zeitreisen und Hütern warten parkende Autos, Büroflure und verstaubte Design-Dokumente.
Das Ganze ist angeblich als „letzter Raid“ inszeniert, bevor der offizielle Destiny-Support endgültig ausläuft. Ob Bungie das lustig findet? Eher nicht.
Die Raids der Destiny-Reihe
- Bungies offizielle Raid-Chronik begann mit Vault of Glass (September 2014), 6 Spieler, Zeitreise-Mechaniken, kein Checkpoint-System.
- Es folgten Crota's End (Dezember 2014), King's Fall (September 2015) und Wrath of the Machine (September 2016).
- Destiny 2 startete mit Leviathan (September 2017), gefolgt von Last Wish (September 2018), der komplexeste Raid mit 24-Stunden-Weltpremiere.
- The Final Shape (Juni 2024) schloss die Licht-und-Dunkelheit-Saga ab. Bungie kündigte an, danach keine neuen Raids mehr zu veröffentlichen, nur noch Dungeons und Strikes.
Wie läuft das ab?
- Feuerteams müssen Rätsel lösen, die auf echten Bungie-Interna basieren.
- Bosse heißen „The Architect“ oder „Mister Lootbox“.
- Belohnungen gibt es keine, nur einen Triumph und eine Trophäe namens „You had to be there“.
Die Mission ist auf privaten Servern hostbar, aber die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wer mitspielen will, braucht eine Einladung, die über Discord-Kanäle verteilt wird.
Community-Projekte im Branchenkontext
- Pete Carsons' Vault of Cars steht in einer Linie mit Black Mesa (Fan-Remake von Half-Life) oder OpenTTD (Open-Source-Transport Tycoon).
- Anders als lizenzierte Mods arbeiten diese Projekte ohne offizielle Unterstützung. Bungie toleriert kreative Fan-Nutzung, solange kein Geld fließt, das Risiko bleibt.
- Ähnliche Destiny-Events: 2018 durchbrach ein Team mit 12 Spielern die Instanz von Vault of Glass (Bungie patchte es später), 2023 gelang ein Low-Man-King's-Fall mit nur zwei Spielern.
- Branchenweit zeigen World of Warcraft: Classic und die Halo Custom Edition, dass Community-Projekte die Lebensdauer eines Spiels um Jahre verlängern können. Destiny selbst hat nie offizielle Mod-Tools erhalten, private Server existieren nur durch Reverse Engineering.
Ein Nachruf auf ein Universum
Pete Carsons' Vault of Cars ist kein Meilenstein der Spieleentwicklung, es ist ein running gag, der aus Frustration und Liebe entstanden ist. Destiny-Fans zelebrieren hier das Ende einer Ära, indem sie genau das tun, was Bungie nie getan hat: sich selbst nicht mehr ernst nehmen.