Sonys seltsamer Schachzug
Sony scheint einen ungewöhnlichen Weg einzuschlagen: Statt weiterhin PlayStation-Titel auf den PC zu bringen, will das Unternehmen angeblich eigene PC-Monitore und Lautsprecher verkaufen. Das Ziel? Die Wahrnehmung loswerden, dass „PlayStation gleich Wohnzimmer“ bedeutet. Die Quelle ist ein aktueller Bericht von GamesRadar+, der von entsprechenden Überlegungen bei Sony spricht.
Bestätigt ist bislang nichts. Weder konkrete Produkte noch eine offizielle Stellungnahme liegen vor. Es handelt sich um ein Gerücht, aber eines, das für Diskussionen sorgt.
Warum Peripherie statt Ports?
- Sony hat in der Vergangenheit einige Exklusivtitel wie Horizon Zero Dawn oder God of War auf PC gebracht.
- Die PC-Ports kamen allerdings oft spät und technisch nicht immer makellos.
- Mit eigener PC-Hardware könnte Sony das Profil schärfen, ohne die eigene Konsolenbasis zu schwächen.
Die Idee ist nicht völlig abwegig. Auch Nintendo hat mit Peripherie wie dem NES Controller für Switch Online experimentiert. Sony selbst hat bereits PlayStation-Monitore in der Vergangenheit angeboten, aber nie als strategisches Mittel.
Was bedeutet das für Spieler?
- Wer auf PC spielt und auf Sony-Titel hofft, muss wohl weiter warten.
- Statt The Last of Us Part III oder Spider-Man 3 auf Steam zu sehen, bekommt man vielleicht einen Sony-OLED-Monitor oder ein Stereo-Lautsprecher-Set.
- Die Preise dürften im Premium-Segment liegen, das wäre typisch für Sony.
Ob das Image-Problem damit lösbar ist, bleibt offen. Eine Marke, die jahrzehntelang mit dem Wohnzimmer verbunden war, lässt sich nicht mit ein paar Lautsprechern umkrempeln.
Keine offizielle Bestätigung
Der Bericht von GamesRadar+ enthält keine Zitate von Sony-Sprechern oder interne Dokumente. Es ist möglich, dass die Idee nur eine von vielen internen Diskussionen ist. Solange Sony schweigt, bleiben Monitore und Lautsprecher reine Spekulation.
Die Frage ist, ob PC-Spieler überhaupt Interesse an Sony-Marken-Hardware haben, oder ob sie lieber auf etablierte Hersteller wie LG, Dell oder Logitech setzen. Ein schmaler Grat für eine Firma, die eigentlich für ihre Spiele bekannt ist.
InZone: Sonys bereits existierende PC-Hardware
Das Gerücht übersieht, dass Sony längst PC-Peripherie verkauft. Seit Juni 2022 vertreibt das Unternehmen die Marke InZone, eine Serie von Monitoren und Headsets, die gezielt für PC-Spieler entwickelt wurde. Der InZone M9 ist ein 27-Zoll-4K-Monitor mit 144 Hz und HDMI 2.1. Sein Listenpreis betrug zur Markteinführung 1.099 Euro. Dazu kommen Headsets wie das InZone H7 (drahtlos, 299 Euro) und das günstigere H3 (kabelgebunden, 129 Euro). Sony hat diesen Vorstoß nie als Abkehr vom Wohnzimmer formuliert. Die InZone-Reihe läuft parallel zu PlayStation und zielt auf den wachsenden PC-Gaming-Markt.
PC-Ports: Verkaufszahlen und Studios
Sony verfolgt die PC-Strategie weiter, unabhängig von der Hardware. Seit 2020 erschienen über zehn ehemalige Exklusivtitel auf Steam und im Epic Games Store. Horizon Zero Dawn (August 2020) verkaufte sich laut Sony-IR-Angaben mehr als 2,3 Millionen Mal auf PC. God of War (Januar 2022) erreichte innerhalb von zwei Monaten eine Million Verkäufe. Der technisch holprige Port von The Last of Us Part I (März 2023) lag nach einem Jahr bei rund 800.000 Einheiten. Sony kaufte 2021 das Studio Nixxes Software, das zuvor für Square Enix PC-Ports entwickelte (z.B. Shadow of the Tomb Raider). Nixxes hat die späteren Sony-Ports wie Ratchet & Clank: Rift Apart und Spider-Man Remastered umgesetzt. Die PC-Versionen erscheinen in der Regel zwei bis drei Jahre nach dem Konsolenstart, keine Abkehr, sondern ein kontrolliertes Zweitgeschäft.