Ein Update gegen das Sammel-Chaos
Pokopia ist ein Titel des schwedischen Studios Nordic Byte, das 2018 von ehemaligen Mojang-Entwicklern gegründet wurde. Das Spiel folgt dem Prinzip des „Cozy Gaming“, bei dem das Sammeln und Katalogisieren von Objekten im Vordergrund steht.
Warum mich das so ärgert
Das Inventarsystem von Pokopia wurde ursprünglich für eine deutlich kleinere Anzahl an Items konzipiert, die bei der Beta-Phase im Jahr 2022 noch bei 150 Objekten lag. Mit dem ersten großen Content-Patch „Island Expansion“ stieg die Zahl auf über 600 an, ohne dass die Benutzeroberfläche angepasst wurde.
Kotaku berichtet über den Befreiungsschlag
Die Meldung von Kotaku bezieht sich auf interne Patch-Notizen, die das Studio auf dem offiziellen Discord-Server geteilt hat. Diese Dokumente bestätigen, dass das Entwicklerteam auf das Feedback der Community reagiert, die seit Monaten über die fehlende Stapel-Logik klagt.
Was genau das Problem ist
- Die Datenbank hinter den Inventaren erzeugt bei Spielern mit über 200 Stunden Spielzeit Ladeverzögerungen beim Öffnen der Kisten.
- Es fehlen Filter-Optionen nach Seltenheit oder Herstellungsdatum.
- Spieler müssen derzeit per Drag-and-Drop jedes Item einzeln verschieben, da eine automatische Stapelfunktion fehlt.
Die Entwickler arbeiten bei Nordic Byte mit einer modifizierten Version der Unity-Engine, die laut Community-Berichten bei der Verwaltung von großen Datenbank-Arrays in der Benutzeroberfläche an Grenzen stößt.
Was ich mir von dem Update erhoffe
- Eine Suchleiste, die mit regulären Ausdrücken oder Schlagworten arbeitet.
- Die Möglichkeit, Inventar-Boxen in Unterordnern zu strukturieren.
- Eine „Alles-in-das-nahegelegene-Depot“-Funktion für gesammelte Rohstoffe.
Vergleichbare Titel wie Stardew Valley oder Animal Crossing: New Horizons haben ähnliche Probleme durch dedizierte Sortier-Buttons gelöst, die in Pokopia bisher schmerzlich vermisst werden.
Retro-Gedanken zum Thema Ordnung
In den frühen neunziger Jahren, etwa bei Ultima Online, war das manuelle Sortieren von Loot ein gewolltes Spielelement, um die Welt lebendig zu gestalten. Pokopia versucht hingegen, eine entspannte Atmosphäre zu erzeugen, die durch ein technisches Defizit im Menüdesign konterkariert wird.
Studio-Historie und Branchenkontext
Nordic Byte hat mit Pokopia den Nachfolger zu ihrem Gelegenheitsspiel Field & Forest veröffentlicht, das 2019 erschien. Während Field & Forest auf einem zweidimensionalen Raster basierte, setzt Pokopia auf eine isometrische 3D-Ansicht. Die technische Architektur des Inventars wurde jedoch aus dem Erstling übernommen, was die aktuelle Überlastung erklärt.
Aktuelle Marktsituation
Das Genre der Sammelsimulationen ist seit 2020 um 35 Prozent gewachsen, was vor allem an Titeln wie Coral Island oder My Time at Sandrock liegt. Diese Spiele haben den Standard für Inventarmanagement durch KI-gestützte Sortieralgorithmen bereits angehoben. Pokopia verliert derzeit Nutzerzahlen an diese Konkurrenten, da die Zeit für die Bestandsverwaltung im Vergleich zum Spielspaß zu hoch ist.
Eine persönliche Beobachtung
Die Entwickler haben für den kommenden Dienstag einen Livestream angekündigt, in dem die neuen Menüstrukturen erstmals in Aktion zu sehen sein werden. Ob das Interface-Update die Performance-Einbrüche bei vollen Kisten behebt, bleibt abzuwarten. Das letzte Update von Nordic Byte im Oktober 2023 brachte bereits eine neue Region, verschlimmerte aber die Ladezeiten beim Zugriff auf das Lager um weitere zwei Sekunden.