Analyst rechnet mit später PS6, und ohne Laufwerk
Ein Branchen-Analyst hat eine klare Prognose für die nächste Sony-Konsole abgegeben: Die PS6 wird „frühestens 2028“ erscheinen. Der Grund liegt nicht nur in längeren Entwicklungszyklen, sondern auch in Sonys konsequenter Abkehr von physischen Medien.
Die Basisversion des neuen Modells soll demnach kein Disc-Laufwerk mehr enthalten. Das ist kein Zufall, es passt zum Trend, den Sony zuletzt forciert hat.
Sonys harte Haltung gegen Discs
- Sony stellt nach und nach die Produktion von physischen Spielen ein. Die PS5 Digital Edition war erst der Anfang.
- Auch erste Händlerberichte deuten darauf hin, dass Publisher ihre Disc-Auflagen massiv reduzieren.
- Der Analyst sieht darin einen weiteren Schritt: Die PS6 wird von Haus aus auf Downloads und Streaming setzen.
Wer also hofft, seine alte Disc-Sammlung auch auf der nächsten Konsole nutzen zu können, muss wohl ein externes Laufwerk kaufen, falls es überhaupt eines gibt.
Was heißt das für Sammler und Retro-Fans?
- Discs als Sammlerobjekte sterben nicht sofort, aber sie werden zur Nische. Die PS6 wird diesen Wandel endgültig besiegeln.
- Gebrauchte Spiele, Tauschbörsen und Second-Hand-Käufe werden schwieriger, ein Effekt, den Microsoft und Sony bewusst in Kauf nehmen.
- Für Retro-Enthusiasten bleibt die PS5 (oder die PS4) die letzte Konsole mit nennenswertem physischen Support.
Der Analyst betont, dass es sich um eine Prognose handelt. Offizielle Bestätigungen von Sony gibt es nicht. Aber die Zeichen stehen auf digital, und das schon lange.
Ein Blick auf die Konkurrenz
Microsoft hat mit der Xbox Series S gezeigt, dass eine rein digitale Konsole funktioniert, auch wenn die Akzeptanz unterschiedlich ist. Sony zieht jetzt nach, aber langsamer, die PS5 Pro soll (Gerüchten zufolge) noch ein Laufwerk haben. Die PS6 nicht mehr.
2028 ist noch weit weg. Bis dahin wird sich der Markt weiter gedreht haben, dann vielleicht mit KI-gesteuerten Streaming-Konsolen oder noch radikaleren Ansätzen. Die Disc wird dann endgültig zum Relikt.
Die bisherigen PlayStation-Generationen und ihre Laufwerke
- PlayStation (1994): CD-ROM-Laufwerk, 102 Millionen Einheiten weltweit verkauft. Physische Medien waren der einzige Vertriebsweg.
- PlayStation 2 (2000): DVD-Laufwerk, über 155 Millionen Verkäufe. Viele Käufer nutzten die Konsole auch als DVD-Player.
- PlayStation 3 (2006): Blu-ray-Laufwerk, teure Produktion. Sony verlor zeitweise den Vorsprung an die Xbox 360 (84 Mio. vs. 87 Mio.).
- PlayStation 4 (2013): Blu-ray-Laufwerk, 117 Millionen Verkäufe. Der digitale Anteil wuchs, aber Discs blieben über 50% der Erstverkäufe.
- PlayStation 5 (2020): Zwei Modelle, mit 4K-Blu-ray und Digital Edition ohne Laufwerk. Die Digital Edition machte etwa 20-25% des Absatzes aus, so Schätzungen von Ampere Analysis.
Sony hat 2023 in Japan die Produktion von Blu-ray-Filmen eingestellt und reduziert Disc-Auflagen von Spielen in Europa. Der Schritt zur reinen Download-Konsole ist für die PS6 logisch.
Analystenprognosen und Marktzahlen
Dr. Serkan Toto von Kantan Games, der bereits den PS5-Pro-Verkaufsstart korrekt einschätzte, nannte 2028 als frühestes Datum. „Sony wird die PS4-Generation nicht abrupt abschneiden, aber die Disc-Infrastruktur wird parallel heruntergefahren“, sagte er gegenüber GamesIndustry.biz.
Digitale Umsätze auf PlayStation erreichten im Geschäftsjahr 2023 einen Anteil von 76% (Sony-IR-Bericht). In Großbritannien lag der digitale Konsolenspiele-Anteil 2023 bei 79% (ERA). Die Xbox Series S hat seit 2020 in Europa einen höheren Marktanteil als die Series X (etwa 60:40 in Deutschland, laut GfK). Nintendo hält an Modulen fest, plant aber für den Switch-Nachfolger ebenfalls eine reine Download-Version.