Ein frisches Gamepad für die Dreamcast
Der Retro Fighters D6 Controller sorgt bei Fans der klassischen Sega-Konsole derzeit für Aufsehen. Mit einem reduzierten Preis bei Amazon vor dem Memorial Day wird die Hardware für viele Sammler greifbarer.
Viele Nutzer vergleichen das Gerät direkt mit dem bekannten StrikerDC. Während der StrikerDC ein eher allgemeines Design verfolgt, richtet sich der D6 explizit an Fans von Kampfspielen.
Das Unternehmen Retro Fighters hat sich seit seiner Gründung 2017 durch Crowdfunding-Kampagnen auf dem Markt für Third-Party-Controller etabliert. Bekanntheit erlangte das Team vor allem durch den Brawler64, der das N64-Gamepad-Design für moderne Ansprüche überarbeitete. Der D6 ist nun der Versuch, das Erbe der Dreamcast-Peripherie mit dem beliebten Saturn-Layout zu kreuzen.
Was der D6 anders macht
Das Design unterscheidet sich massiv vom originalen Dreamcast-Controller. Es orientiert sich eher am klassischen Sega Saturn Layout, welches bei Prügelspielen als Goldstandard gilt.
- Sechs Tasten auf der Vorderseite für perfekte Kombos.
- Ein präzises Digipad, das präziser als das Original reagiert.
- Kabellose Verbindung via 2,4 GHz Dongle.
- Kompatibel mit der originalen VMU (Visual Memory Unit).
Das Layout mit sechs Front-Buttons adressiert ein spezifisches Manko der Dreamcast. Da das Original lediglich vier Haupttasten besitzt, mussten Entwickler bei Titeln wie Street Fighter Alpha 3 oder Marvel vs. Capcom auf die Schultertasten ausweichen. Die Platzierung von A, B, X, Y sowie zwei zusätzlichen Tasten auf dem D6 ähnelt dem Sega Saturn Model 2 Controller, der für seine Eignung in 2D-Fightern legendär ist.
Herausforderungen bei der Tastenbelegung
Trotz der technischen Vorteile melden Spieler ein spezifisches Problem. Manche Titel erkennen den Controller nicht sofort als das bevorzugte Eingabegerät für Kampfspiele.
- Ältere Spiele erwarten oft die standardmäßige Anordnung des Dreamcast-Controllers.
- Manche Programme belegen die Tasten "A, B, X, Y" anders als erwartet.
- Nutzer müssen in den Spiele-Optionen oft manuell nachbessern.
- Das Mapping erfordert bei Titeln wie Marvel vs. Capcom 2 etwas Geduld.
Die Schwierigkeiten resultieren aus der internen ID-Erkennung der Konsole. Da das Dreamcast-BIOS den D6 als Standard-Controller identifiziert, greifen die vordefinierten Profile der Spiele. Da diese Profile auf vier Tasten ausgelegt sind, bleiben die zwei zusätzlichen Schalter oft ohne Funktion oder übernehmen die Belegung der L- und R-Trigger. Eine Umstellung im In-Game-Menü ist daher zwingend erforderlich, sofern das Spiel dies unterstützt.
Die Konkurrenz schläft nicht
Der Vergleich mit dem StrikerDC zeigt klare Unterschiede in der Zielgruppe. Wer ein ergonomisches Upgrade für allgemeine Spiele wie Sonic Adventure sucht, greift eher zum StrikerDC.
Wer jedoch Street Fighter III: 3rd Strike auf dem Schirm hat, findet im D6 das bessere Werkzeug. Das Layout ermöglicht flüssigere Eingaben für Spezialangriffe.
Der StrikerDC von Retro Fighters war bereits ein Erfolg, da er die klobige Form des Originals durch eine moderne, an den Xbox-Controller angelehnte Ergonomie ersetzte. Während der StrikerDC auf Analogsticks setzt, fokussiert sich der D6 auf das digitale Steuerkreuz. Im Vergleich dazu wirken günstigere Produkte wie der Tomee-Controller oder diverse billige Nachbauten aus Fernost in puncto Verarbeitung und Latenz deutlich unterlegen.
Ein Blick auf die Technik
Die Verarbeitung wirkt wertig und das Gewicht liegt gut in der Hand. Die kabellose Freiheit ist ein großer Gewinn für moderne Wohnzimmer-Setups.
- Die Latenz ist im Test kaum spürbar.
- Der Akku hält mehrere Sessions ohne Probleme durch.
- Die Ladebuchse nutzt den modernen USB-C Standard.
Die interne Technik basiert auf einem proprietären 2,4-GHz-Protokoll statt auf Bluetooth. Dies reduziert die Latenzzeiten auf ein Minimum, was für das präzise Timing bei Capcom-Prüglern essenziell ist. Die Akkulaufzeit liegt bei etwa 10 Stunden, ein Wert, der bei intensiven Sessions für mehrere Tage ausreicht.
Marktkontext und Kompatibilität
Die Entwicklung solcher Controller für die Dreamcast ist Teil einer größeren Bewegung zur Konservierung der Hardware. Da originale Controller-Ports und Kabel zunehmend verschleißen, bieten Dritthersteller wie Retro Fighters oder Brook mit ihren Adaptern Lösungen für den Langzeitbetrieb.
- Der D6 ist offiziell mit dem Brook Wingman SD kompatibel.
- Firmware-Updates werden via USB-C eingespielt.
- Die VMU-Unterstützung ist bei kabellosen Modellen selten, da der Stromverbrauch durch das kleine Display der Speicherkarte hoch ist.
Retro Fighters hat mit der Produktion des D6 zudem auf die Nachfrage nach Saturn-ähnlichen Eingabegeräten reagiert, die auf dem Gebrauchtmarkt für originale Saturn-Controller teilweise Preise über 80 Euro erzielen. Die Entscheidung, auf das 2,4-GHz-Modul zu setzen, grenzt den Controller von kabelgebundenen Alternativen ab, die zwar authentischer wirken, aber die Bewegungsfreiheit in modernen Setups einschränken. Die Gehäusehaptik besteht aus mattem Kunststoff, um Fingerabdrücke zu vermeiden.