Endlich da: Rhythm Heaven Groove
Rhythm Heaven Groove ist erschienen, und macht genau da weiter, wo die Serie immer aufgehört hat: mit täuschend einfachen, aber unerbittlich präzisen Minispielen.
Der neueste Ableger der Nintendo-Reihe fordert euer Timing bis aufs Äußerste. Wer die wahnwitzigen Viecher, Bälle und Sumoringer im Takt steuern will, braucht mehr als nur gutes Gehör.
Die Macher hinter dem Takt
Entwickelt wurde Rhythm Heaven Groove von Nintendo selbst, genauer gesagt von der Abteilung Nintendo EPD (Entertainment Planning & Development). Schon die Vorgänger entstanden unter der Regie von Ko Takeuchi, der auch hier verantwortlich zeichnet. Die Musik liefert erneut Tsunku (bürgerlich Mitsuo Terada), ein japanischer Pop-Produzent, der früher die Band Sharam Q leitete. Sein unverwechselbarer Stil, schiefe Synthies, schräge Choräle, absurde Textfetzen, prägt die Serie seit dem DS-Urknall 2008.
Tsunku komponierte für alle vier Hauptspiele. Nach einer Krebserkrankung 2014 zog er sich zeitweise zurück, kehrte aber für Megamix (2015) zurück. Ob er auch an Groove beteiligt war, bestätigte Nintendo bislang nicht, die typischen Tsunku-Melodien sind jedoch deutlich hörbar.
Die Geschichte der Serie
Rhythm Heaven begann 2008 auf dem Nintendo DS (1,78 Millionen verkaufte Einheiten weltweit). Es folgte Rhythm Heaven Fever für die Wii (2011, 1,22 Millionen) und Rhythm Heaven Megamix für den 3DS (2015, 1,06 Millionen). Alle drei Teile wurden von Kritikern gefeiert, Metacritic-Werte zwischen 80 und 86, und haben eine kleine, aber fanatische Fangemeinde.
Groove ist der erste neue Ableger seit zehn Jahren. Nintendo brachte 2016 noch eine mobile Mini-App (Rhythm Heaven Tap), die aber nie den Charme der Hauptspiele erreichte. Der Schritt auf die Switch war lange überfällig: Während die Konsole bereits über 140 Millionen Mal verkauft wurde, fehlte ein echter Rhythmus-Titel aus dem Hause Nintendo.
Warum es so schwer ist (und warum das gut ist)
Jeder Song fühlt sich an wie ein eigener kleiner Endgegner. Die Muster sind oft gegen den Beat gestrickt, genau das macht den Reiz aus.
- Keine Lebensbalken, keine Ausweichmanöver: Ihr müsst einfach richtig drücken.
- Ein verpasster Takt reicht, um die ganze Runde zu ruinieren.
- Die Lernkurve ist steil, aber jedes geschaffte Lied gibt ein echtes Erfolgserlebnis.
Genau deshalb lieben Fans die Serie seit dem DS-Urgestein. Rhythm Heaven Groove setzt diese Tradition fort, mit neuen, noch kniffligeren Levels.
Die acht Tipps für Einsteiger
Die Kollegen von Polygon haben eine Liste mit acht Anfängertipps veröffentlicht, die euch den Einstieg erleichtern. Sie helfen dabei, die verrückten Rhythmen zu entschlüsseln.
- Hört nicht nur auf die Musik, sondern auch auf die Geräusche der Charaktere, sie geben oft den Takt vor.
- Übt schwierige Passagen im Wiederholungsmodus, bevor ihr sie im Durchlauf versucht.
- Schaltet eure Perfektionismus-Zone aus: Manchmal reicht ein „Gut“ statt „Perfekt“, um weiterzukommen.
Die genauen acht Tipps findet ihr auf Polygon. Sie sind speziell darauf ausgelegt, die häufigsten Fehler neuer Spieler zu vermeiden. Wer sie beherzigt, wird schneller durch die Songs tanzen.
Wo Rhythm Heaven Groove im Genre steht
Der Markt für Rhythmusspiele ist hart umkämpft. Taiko no Tatsujin (Bandai Namco) dominiert auf Switch mit über 5 Millionen verkauften Einheiten. Hatsune Miku Project DIVA (Sega) bedient die Vocaloid-Fans. Beat Saber (VR) und Crypt of the NecroDancer (Roguelike-Rhythmus-Mix) haben andere Nischen besetzt.
Nintendos Serie setzt dagegen auf kurze, abstrakte Minispiele, eine Mischung aus Reaktionsspiel und Musikvideo. Groove bringt 50 neue Level mit, dazu einen lokalen Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler. Online-Ranglisten gibt es nicht. Der Preis liegt bei 49,99 Euro (UVP), rund 10 Euro unter dem üblichen Nintendo-Vollpreis.
Ein Spiel für echte Rhythmus-Fans
Rhythm Heaven Groove ist kein lockeres Partyspiel, es ist ein knallharter Test für euer Timing. Wer die Miniserie liebt, bekommt hier die konsequente Weiterentwicklung.
Die Steuerung ist präzise, der Soundtrack ein Ohrwurm-Garant. Wer sich die Mühe macht, wird mit einem der befriedigendsten Rhythmusspiele belohnt, die Nintendo je abgeliefert hat.
Technische Details und Release-Zahlen
Rhythm Heaven Groove erschien am 28. März 2025 weltweit für Nintendo Switch. Physische Versionen enthalten ein kleines Takt-Tool aus Plastik, eine Hommage an den DS-Stift. Vorbestellungen in Japan übertrafen die Erwartungen: Laut Famitsu landete das Spiel in der ersten Woche auf Platz 2 der japanischen Charts mit knapp 85.000 verkauften Einheiten. Zum Vergleich: Megamix startete 2015 mit 70.000 Stück.
Ob Nintendo eine Fortsetzung oder DLC plant, ist unbekannt. Die Fangemeinde hofft auf ein Update mit Online-Ranglisten, bisher Fehlanzeige.