Klarstellung von Riot Games
Spieler von Valorant berichten in Foren vermehrt über defekte Hardware nach der Installation von Vanguard. Riot Games weist diese Behauptungen jetzt entschieden zurück.
Die Entwickler betonen, dass ihr Sicherheitstool den PC in keiner Weise beschädigt. Software kann laut Riot keine Hardware physisch zerstören.
Riot Games wurde 2006 von Brandon Beck und Marc Merrill gegründet. Das Unternehmen startete mit League of Legends im Jahr 2009, das bis heute das Aushängeschild des Studios bleibt.
Die technische Philosophie von Riot basiert auf einer hohen Kontrolldichte über die Spielumgebung. Valorant ist der erste Vorstoß des Studios in das Genre der taktischen Shooter, in dem Cheating durch die wettbewerbsorientierte Natur der Spielmechanik besonders kritisch bewertet wird.
Die Technik hinter Vanguard
Der Anti-Cheat arbeitet tief im System des Nutzers. Er startet bereits beim Bootvorgang von Windows.
- Vanguard nutzt einen Kernel-Treiber (Ring 0) für die Überwachung.
- Das Programm identifiziert manipulierte Dateien oder unautorisierte Skripte.
- Ein Absturz des Systems deutet laut Riot auf Konflikte mit anderen Treibern hin, nicht auf einen Defekt.
Der Einsatz von Treibern auf Kernel-Ebene ist in der Branche umstritten. Andere Titel wie Easy Anti-Cheat (genutzt in Fortnite oder Apex Legends) oder BattlEye (genutzt in Rainbow Six Siege) nutzen ähnliche Methoden, um den Zugriff auf den Arbeitsspeicher zu kontrollieren.
Vanguard unterscheidet sich jedoch durch den permanenten Status. Während andere Schutzmechanismen erst beim Spielstart aktiv werden, überwacht die Riot-Software das System ab dem Einschalten des Computers.
Warum die Gerüchte existieren
Frustrierte Nutzer, die wegen Cheatens gebannt wurden, verbreiten oft Falschinformationen. Sie versuchen, den Ruf der Software zu schädigen.
- Cheater verlieren ihre Konten dauerhaft.
- Berichte über „gebrickte“ PCs stammen gehäuft aus dubiosen Foren für Hacks.
- Bisher gibt es keinen technischen Beleg für Hardware-Schäden durch Vanguard.
Die Community-Reaktionen lassen sich historisch einordnen. Bereits beim Release von League of Legends gab es Diskussionen um die Einbindung von Riot-eigenen Clients. Bei Valorant, das im Juni 2020 veröffentlicht wurde, erreichte die Kontroverse um den Kernel-Zugriff einen neuen Höhepunkt.
Kritiker aus dem Bereich der Cybersicherheit führen an, dass eine Sicherheitslücke im Vanguard-Treiber ein Einfallstor für Angreifer bieten könnte. Bisher sind jedoch keine Fälle bekannt, in denen Vanguard als Vektor für Schadsoftware missbraucht wurde.
Fakten für Spieler
Wer Valorant auf einem sauberen System spielt, erlebt normalerweise keine Hardware-Probleme. Die Software konzentriert sich rein auf die Integrität der Spieldaten.
- Updates von Windows können manchmal die Kompatibilität beeinflussen.
- Ein Neustart löst die meisten gemeldeten Probleme.
- Cheaten hat Konsequenzen für den eigenen Account, aber keine für die Hardware.
Die meisten Fehlermeldungen sind einfache Software-Konflikte. Ein defekter PC ist bei legitimen Spielern bisher nicht dokumentiert worden.
Vergleichbare Vorfälle gab es in der Vergangenheit bei anderen Titeln, die aggressive Anti-Cheat-Maßnahmen implementierten. Als Denuvo oder PunkBuster in verschiedenen Egoshootern eingeführt wurden, klagten Spieler regelmäßig über Performance-Einbrüche und Systeminstabilitäten.
In Fällen von Hardware-Defekten bei Valorant-Spielern ergab eine Analyse der Fehlerprotokolle meist veraltete BIOS-Versionen oder inkompatible Mainboard-Treiber. Riot Games hat ein Support-System etabliert, das bei Software-Konflikten mit dem Treiber spezifische Fehlercodes ausgibt, statt das System zu blockieren. Die Anzahl der gemeldeten Hardware-Schäden korreliert statistisch nicht mit der Verbreitung von Vanguard, was die Theorie einer physischen Beschädigung entkräftet.