Ein bodenloses Stück Fleisch rollt an
ROLLA ist da. Das Spiel mit der mobilen Fleischmasse, die alles plattwalzt, was ihr in den Weg kommt, veröffentlicht im September 2026. Die Grundidee erinnert sofort an Katamari Damacy, nur ohne den Putz- und Funk-Charme. Statt eines kleinen Prinzen steuert man ein organisch pulsierendes Klumpenmonster, dessen Ziel nichts anderes ist als Zerstörung und Wachstum um jeden Preis.
Der Ton ist düster-komisch: Die Welt von ROLLA präsentiert sich als trashige Puppenstu-dio-Landschaft, die an billige Horrorfilme der Achtzigerjahre erinnert. Wo Katamari mit Pop-Soundtrack und Bonbon-Farben strahlt, setzt ROLLA auf fleischige Texturen, dumpfe Schläge und eine unbehagliche Grundstimmung.
Das böse Spiegelbild von Katamari Damacy
- Roll-Mechanik: Man wächst durch Einklopfen von Gegenständen, genau wie in Katamari Damacy, aber ohne Etikette.
- Die Zerstörung bei Katamari hat etwas Verspieltes, Fast-Zeichentrickhaftiges. ROLLA will dagegen spürbar boshaft sein.
- Statt niedlicher Melodien soll ein Soundtrack aus quietschenden Saiten und tiefen Bässen für Gänsehaut sorgen.
- Der Vergleich mit dem Sony-Klassiker ist offensichtlich gewollt, aber ROLLA nimmt die Vorlage in eine völlig andere Richtung.
B-Movie-Charme auf allen Ebenen
Die Präsentation zitiert bewusst die Ästhetik von Schundfilmen: unsaubere Schnitte, grobkörnige Texturen, grelle Blutfarben. Die Welt besteht aus Häusern, Autos und Menschen, die wie Pappmaché-Figuren aus einem Trash-Set wirken. Alles wirkt gewollt billig und dadurch wieder faszinierend.
Die Kamera bleibt dicht am Fleischklumpen, sodass man das Wachstum hautnah miterlebt. Jedes Anrollen gegen eine Laterne oder einen Passanten erzeugt ein angemessenes Schmatzgeräusch. Die Entwickler nutzen diese Kraft, um eine unheimliche Parodie auf unsere Konsum- und Wegwerfgesellschaft zu spinnen.
Noch viel Weißraum auf der Verpackung
Über das Team hinter ROLLA ist bislang wenig bekannt. In der Indie-Szene ist es üblich, dass kleine Studios ihren Titel erst wenige Wochen vor Release ankündigen, um Hype und Budget zu schonen. Konkrete Details zu Plattformen oder einem Publisher fehlen noch, die offizielle Ankündigung nennt lediglich das Erscheinungsfenster.
Das ist nicht weiter ungewöhnlich. Andere erfolgreiche Indie-Produktionen haben vorgemacht, dass eine kurze Anlaufphase durch starke Mundpropaganda kompensiert werden kann. Ob ROLLA diesen Weg geht, bleibt abzuwarten. Fans von absurdem Humor sollten jedoch die Augen offen halten.
Verwandte Seelen im Roll-Genre
- Donut County zeigte 2018, wie man ein Loch als zentrale Mechanik nutzt, ebenfalls mit zerstörerischem Spaß.
- The Unfinished Swan hatte eine andere Ästhetik, aber auch eine spielerische Entdeckungslust.
- Keiner dieser Titel verbindet aber so konsequent Körperflüssigkeit und Boshaftigkeit wie ROLLA.
- Der direkte Vorgänger-Kontext fehlt, denn ROLLA tritt ohne eine Reihe oder Vorgeschichte an.
Wer soll das spielen?
ROLLA ist für alle, die Katamari liebten, aber schon immer dachten, dass es noch eine Stufe derber und hässlicher sein könnte. Wer mit Body-Horror und trashiger Optik nichts anfangen kann, wird hier kaum glücklich. Fans von Tim Burton-nahen Welten oder von Spielen wie Carrion dürften aber genau richtig bedient sein.
Die Zugänglichkeit steht klar im Fokus: einfache Steuerung, eine wachsende Anziehungskraft, die durch die Größe des Klumpens spürbar wird. Die Herausforderung liegt eher darin, mitanzusehen, wie man über Zivilisationen hinwegrollt, ohne dass das Spiel ein schlechtes Gewissen aufdrängt.
Offene Fragen für den Monatsstart
Ob ROLLA am Ende als moderner Klassiker im B-Movie-Sektor gelten wird, lässt sich schwer sagen. Der Zeitpunkt im September 2026 platziert das Spiel zwischen einigen großen Blockbustern, ein bewusstes Risiko. Vorerst bleibt eine gute Nachricht: Die Demo soll spielbar sein, wer die Fleischmasse testen möchte, sollte sich das Erscheinungsdatum notieren.