Erster Eindruck von Saw: Genesis
Saw: Genesis ist ein asymmetrischer Multiplayer-Titel, der auf der berüchtigten Horrorfilmreihe basiert. Die Vorschau von GamesRadar+ beschreibt das Spiel als eine Sammlung von Fallen, Minispielen und Perks, die den Spielerinnen und Spielern viel Material bieten. Doch der erste Eindruck trügt: Der Redaktion zufolge fehlt es dem Spiel an der nötigen Disziplin, um aus dem Konzept ein rundes Erlebnis zu machen. Die Grundidee ist klar auf Chaos ausgelegt, aber genau dieses Chaos wird zum größten Stolperstein.
Das Gameplay im Detail
- Fallen: Die berüchtigten Todesmaschinen aus den Filmen sind als interaktive Hindernisse eingebaut.
- Minispiele: Schnelle QTE-Sequenzen bestimmen über Leben und Tod, oft mit knappen Zeitfenstern.
- Perks: Individuelle Fähigkeiten für Jäger und Überlebende sorgen für taktische Variation.
- Asymmetrie: Eine Seite spielt als Jigsaw-Nachahmer, die andere als Opfer in einer verlassenen Fabrik.
Die Mischung klingt auf dem Papier vielversprechend, doch die Umsetzung wirkt überladen. Jede Runde soll mehrere Mechaniken gleichzeitig bedienen, was schnell zu Frustration führt.
Die fehlende Disziplin
Der Kernkritikpunkt der Vorschau ist der Mangel an Stringenz. Die Entwickler haben offenbar zu viele Ideen gleichzeitig integriert, ohne sie sinnvoll aufeinander abzustimmen. So werden Trap-Platzierungen oft durch Zufallsfaktoren ausgehebelt, und Minispiele unterbrechen das Spielgeschehen unnötig häufig. Statt eines klaren Spannungsbogens entsteht ein hektisches Durcheinander. Die Perks wiederum bieten zwar viele Optionen, sind aber im Balancing unausgewogen, sodass einige Kombinationen deutlich überlegen sind.
Studio-Historie und Franchise-Hintergrund
Die Saw-Reihe hat in der Spielewelt eine wechselhafte Vergangenheit. Bereits 2009 erschien der erste Titel zu Saw: The Video Game, gefolgt von Saw II: Flesh & Blood im Jahr 2010, beide von Konami veröffentlicht. Diese Spiele setzten auf lineare Horror-Abenteuer mit Fokus auf Rätsel und Gore. Ein asymmetrischer Multiplayer-Ansatz ist für das Franchise neu, auch wenn er an moderne Trends erinnert. Das aktuelle Projekt stammt jedoch von einem anderen Studio, das bislang keine großen Multiplayer-Titel vorzuweisen hat. Die Vorschau deutet an, dass genau diese Unerfahrenheit im Genre spürbar ist.
Vergleich mit anderen asymmetrischen Multiplayer-Spielen
- Dead by Daylight (2016) etablierte das Genre mit klaren Rollen und einfachen Mechaniken.
- Friday the 13th: The Game (2017) scheiterte an technischen Problemen und schwachem Content-Nachschub.
- Texas Chainsaw Massacre (2023) zeigte, wie wichtig Map-Design und Teamwork sind.
- Saw: Genesis versucht, durch Fallen und Minispiele eine eigene Nische zu finden, verzettelt sich aber.
Die Konkurrenz zeigt: Erfolgreiche asymmetrische Spiele setzen auf wenige, aber gut durchdachte Systeme. Saw: Genesis wirkt im Vergleich wie eine Feature-Liste ohne Feinschliff.
Was das für Spieler bedeutet
Für Fans der Saw-Reihe bietet das Spiel den Reiz, die ikonischen Fallen selbst zu steuern. Der Horror-Aspekt ist durchaus präsent, wenn die Kameraführung und Soundkulisse greifen. Allerdings dürften Gelegenheitsspieler schnell überfordert sein, da die Lernkurve steil und die Dokumentation der Mechaniken dürftig ist. Die fehlende Disziplin äußert sich auch in der Rundenlänge und der Spawn-Logik, die für unfaire Situationen sorgen kann. Ein koordiniertes Team wird belohnt, doch Solospieler haben kaum eine Chance. Das Spiel richtet sich damit an eine sehr spezifische Nische, die Geduld mitbringt.
Fazit: Viel Potenzial, aber noch Arbeit nötig
Die Vorschau von GamesRadar+ macht klar, dass Saw: Genesis eine gnadenlose Vision hat, aber an der Umsetzung scheitert. Es fehlt eine straffe Hand, um die vielen Elemente zu einem stimmigen Ganzen zu formen. Die Idee, asymmetrische Multiplayer-Horror mit der Saw-Thematik zu verbinden, bleibt spannend, doch aktuell überwiegt der Frust über das fehlende Gleichgewicht. Einzig die treue Umsetzung der Fallen und der düstere Look heben das Spiel von der Konkurrenz ab. Ob nachträgliche Patches das Ruder herumreißen, bleibt abzuwarten. Bis dahin gilt: Vorsicht beim Einstieg in die Fabrik, die Disziplin muss erst noch kommen.