Oger-Alarm im Free-to-Play-Prügler
Shrek ist ab sofort spielbar in Brawlhalla, Ubisofts plattformübergreifendem Fighting Game. Das Event läuft noch bis zum 19. August 2026 und bringt mehrere Gesichter aus dem Shrek-Universum mit. Grund ist der 25. Jahrestag des ersten Films, der 2001 als erster Animationsfilm überhaupt den Oscar gewann.
Blue Mammoth Games: Vom Indie-Hit zum Ubisoft-Eigenlabel
Brawlhalla wurde von Blue Mammoth Games entwickelt, einem Studio aus Atlanta, Georgia. Gegründet 2010, brachte das Team zuvor Titel wie Age of Empires: Castle Siege (mit Microsoft) und das MOBA Combat Tournament heraus. Brawlhalla startete 2014 im Early Access auf Steam, die Vollversion erschien 2017. Schon damals setzte das Studio auf Cross-Plattform: PC, PlayStation, Xbox, Nintendo Switch und Mobilgeräte sind alle kompatibel. 2020 übernahm Ubisoft das Studio, der Kaufpreis wurde nie offiziell genannt, Branchenquellen schätzen ihn auf unter 100 Millionen US-Dollar. Seitdem fungiert Blue Mammoth als Teil von Ubisofts Live-Service-Sparte.
Brawlhalla ist Free-to-Play und finanziert sich über optionale Mikrotransaktionen. Laut Ubisoft wurde das Spiel bis Ende 2024 von über 120 Millionen Spielern weltweit heruntergeladen. Die aktive Spielerbasis liegt regelmäßig bei über 20.000 gleichzeitigen Nutzern auf Steam allein.
Die Kämpfer und ihre Waffen
Jeder Charakter hat eigene Kampfstile und Gegenstände aus den Filmen erhalten:
- Shrek schwingt ein „Beware of Ogre“-Schild und prügelt damit auf Gegner ein.
- Fiona setzt auf Fäuste und Füße, rustikal, aber effektiv.
- Puss in Boots bringt Schwert und Lanze mit.
- Donkey fungiert als Begleiter auf dem Schlachtfeld.
Dazu kommen zwei neue Arenen: Shrek’s Swamp und Shrek’s Muddy Swamp.
Kosmetik zum Mitnehmen
Neben den spielbaren Helden gibt es optionale Mikrotransaktionen für Fans:
- Mongo, der gigantische Lebkuchenmann, als KO-Effekt
- Emoji-Skins für Lord Farquaad, Drache und Pinocchio
Diese Gegenstände werden gegen Echtgeld angeboten, klassisches Brawlhalla-Modell.
Crossover als Geschäftsmodell
Brawlhalla hat bereits Dutzende IP-Kooperationen durchgeführt: WWE (John Cena, The Rock), Street Fighter (Ryu, Chun-Li), Hellboy, Lara Croft, Tomb Raider, The Walking Dead und Adventure Time. Das Modell ist in der Branche Standard, Fortnite und MultiVersus leben von ähnlichen Gastauftritten. Der Unterschied: Brawlhalla kopiert keine kompletten Movesets, sondern kleidet seine bestehenden 65 Kämpfer in thematische Skins. Das spart Entwicklungskosten und macht die Charaktere austauschbar. Shrek ist technisch gesehen ein Skin für einen vorhandenen Charakter (vermutlich Teros oder Bödvar, die offizielle Ankündigung spricht von neuem Moveset, was selten ist). Ubisoft hat mit dem Assassin’s Creed-Crossover 2023 und dem Rayman-Event 2024 gezeigt, dass hauseigene IPs bevorzugt werden. Externe Lizenzen wie Shrek kosten zusätzliche Lizenzgebühren, DreamWorks verlangt Berichten zufolge eine Umsatzbeteiligung von 15 bis 25 Prozent.
Hinter den Kulissen: Film-Franchise am Leben
Die Shrek-Reihe bleibt ein Milliarden-Geschäft. Die vier Hauptfilme spielten zusammen rund 3 Milliarden US-Dollar ein, die Puss in Boots-Spin-offs weitere 1,2 Milliarden. Shrek 1 gewann den ersten Oscar für den besten Animationsfilm (2002). Für die kommenden Jahre sind neue Projekte bestätigt: Shrek 5 erscheint im Sommer 2027, ein Donkey-Film mit Eddie Murphys Rückkehr als Stimme ist für 2028 geplant. Parallel betreibt Universal Studios einen Shrek-Attraktionenkomplex in Orlando und Hollywood. Die Meme-Kultur, „Shrek is love, Shrek is life“, hält die Marke außerhalb des Kinosaals präsent. Der Brawlhalla-Crossover ist nur der jüngste Baustein in einer Strategie, die Marke auch in interaktiven Medien lebendig zu halten.