Das Ende einer Ära für Destruction AllStars
Sony beendet den offiziellen Support für den Multiplayer-Titel Destruction AllStars zum 1. Mai 2025. Das Spiel war im Februar 2021 als einer der ersten exklusiven Titel für die PlayStation 5 verfügbar.
Die Server für das Spiel werden an diesem Datum abgeschaltet. Nach diesem Stichtag sind keine Online-Matches mehr möglich.
Hintergrund zum Entwickler Lucid Games
Lucid Games mit Sitz in Liverpool wurde 2011 von ehemaligen Mitarbeitern von Bizarre Creations gegründet. Das Studio sammelte Erfahrung mit Titeln wie Blur oder Project Gotham Racing, bevor es für den PS5-Launch Destruction AllStars entwickelte.
Die Expertise des Teams lag primär im Rennspiel-Segment. Mit Destruction AllStars versuchte das Studio, den Fokus von reinen Autorennen auf ein Arena-Kampfspiel zu verlagern.
Was passiert mit dem Spiel?
Ab dem 1. Mai 2025 verlieren Spieler den Zugriff auf sämtliche Online-Funktionen. Das Spiel wird zudem vollständig aus dem PlayStation Store entfernt.
Die Abschaltung beinhaltet folgende Punkte:
- Alle Online-Modi werden deaktiviert.
- Die In-Game-Währung „Destruction Points“ verfällt wertlos.
- Der Download des Clients wird nach dem Stichtag unterbunden, auch wenn das Spiel bereits in der digitalen Bibliothek verknüpft war.
Ein Blick zurück auf den Launch
Destruction AllStars erschien zum PS5-Start als Teil von PlayStation Plus. Sony bot den Titel im Februar und März 2021 für Abonnenten ohne Aufpreis an, um die Hardware-Basis der neuen Konsole frühzeitig mit Inhalten zu füllen.
Das Spielkonzept kombinierte fahrzeugbasierte Kämpfe mit Charakter-Mobilität zu Fuß. Trotz der hohen Verfügbarkeit durch das Abo-Modell verzeichnete der Titel bereits wenige Wochen nach dem Release einen starken Rückgang der täglichen Nutzerzahlen.
Die Einordnung im Branchenkontext
Das Schicksal von Destruction AllStars reiht sich in eine Serie von Live-Service-Experimenten ein, die den Erwartungen der Publisher nicht gerecht wurden. Vergleichbare Titel wie Knockout City von Velan Studios oder Roller Champions von Ubisoft kämpften mit ähnlichen Problemen bei der langfristigen Bindung.
Die Branche beobachtet derzeit eine Konsolidierung bei Multiplayer-Projekten. Publisher ziehen Ressourcen von schwach performenden Titeln ab, um den Fokus auf wenige, hochprofitable Service-Games zu legen.
Warum Sony den Stecker zieht
Der Betrieb der Server verursacht laufende Kosten für Infrastruktur, Moderation und Support. Bei einer zu kleinen Spielerbasis decken die Einnahmen aus Mikrotransaktionen diese Betriebsausgaben nicht.
- Die Beteiligung an Saisons und In-Game-Events blieb hinter den internen Prognosen zurück.
- Sony priorisiert aktuell Investitionen in Live-Service-Titel mit größerer Skalierbarkeit.
- Eine Offline-Variante oder ein lokaler Split-Screen-Modus wurden von den Entwicklern nicht implementiert.
Historische Parallelen und das Erbe
Das Spiel kann als spiritueller Nachfolger für Klassiker wie Twisted Metal oder Destruction Derby verstanden werden. Während Twisted Metal in den 90er-Jahren auf der PlayStation das Genre der Auto-Kampfspiele etablierte, fehlte Destruction AllStars die nötige spielerische Tiefe, um eine vergleichbare Fangemeinde zu binden.
Die Einstellung des Supports verdeutlicht die Abhängigkeit von digitalen Diensten bei reinen Multiplayer-Titeln. Nach der Serverabschaltung bleibt von Destruction AllStars lediglich eine leere Hülle in der Bibliothek zurück, die ohne Internetverbindung keinen Zugriff auf Inhalte gewährt.