Die endlose Wartezeit auf Squadron 42
Fans des Weltraum-Epos Star Citizen warten seit der ursprünglichen Kickstarter-Kampagne im Jahr 2012 auf den Singleplayer-Ableger Squadron 42. Chris Roberts, Chef von Cloud Imperium Games (CIG), bestätigte im vergangenen Winter den Status der „Feature-Complete“-Phase, verweigert jedoch weiterhin Angaben zu einem exakten Veröffentlichungstermin.
Die Ungewissheit belastet die Kommunikation zwischen Studio und Community seit Jahren. Ursprünglich sollte das Spiel bereits 2014 erscheinen, was eine Verzögerung von über einem Jahrzehnt bedeutet.
Der aktuelle Stand der Dinge
Die interne Struktur bei Cloud Imperium Games hat sich durch die Verschiebung der Ressourcen hin zu Squadron 42 gewandelt. Mittlerweile arbeiten weltweit über 1.100 Angestellte an den Projekten in Studios wie Los Angeles, Austin, Frankfurt und Manchester.
- Das „Polishing“ umfasst bei CIG die finale Fehlerbehebung der KI-Routinen und physikalischen Interaktionen.
- Die Optimierung der Engine, einer stark modifizierten CryEngine (nun als StarEngine bezeichnet), frisst einen Großteil der Entwicklungszeit.
- Interne Meilensteine wie die Fertigstellung der Assets für alle 27 geplanten Missionen wurden laut Studio-Updates erreicht.
Studio-Historie und Branchenkontext
Chris Roberts erlangte in den 1990er Jahren Bekanntheit durch die Wing Commander-Serie bei Origin Systems. Das Franchise setzte damals Maßstäbe in der filmischen Erzählweise und nutzte bekannte Schauspieler wie Mark Hamill, der auch in Squadron 42 als Sprecher fungiert.
- Origin Systems wurde 1992 von Electronic Arts übernommen.
- Cloud Imperium Games wurde 2012 explizit gegründet, um die Abhängigkeit von Publishern zu vermeiden.
- Die Entwicklungskosten für das Projekt belaufen sich laut öffentlich einsehbarer Finanzberichte auf über 700 Millionen US-Dollar, finanziert durch Crowdfunding und private Investitionen.
Vergleichbare Projekte in der Spielebranche, etwa Cyberpunk 2077 oder Grand Theft Auto V, benötigten zwischen fünf und sieben Jahren Produktionszeit. Squadron 42 überschreitet diese Zeiträume bei weitem, ohne dass eine spielbare Version für die Öffentlichkeit existiert.
Was wir bisher über das Spiel wissen
Squadron 42 ist als militärische Kampagne konzipiert, die in derselben Spielwelt wie der Multiplayer-Modus Star Citizen angesiedelt ist. Die Technik für die Einzelspieler-Missionen bildet die Grundlage für die prozeduralen Generierungsprozesse im Universum.
- Die Besetzung umfasst neben Mark Hamill auch Gary Oldman, Gillian Anderson und Andy Serkis.
- Die Performance-Capture-Aufnahmen wurden bereits vor Jahren in großen Studios abgeschlossen.
- Ein engmaschiges Story-Erlebnis steht im Kontrast zum Sandbox-Charakter des Hauptspiels.
Die Community beobachtet die Entwicklung mit einer Mischung aus Skepsis gegenüber dem Management und Hoffnung auf das technische Endprodukt. Kritiker bemängeln die mangelnde Transparenz bei den Deadlines, während Unterstützer das Modell der offenen Finanzierung verteidigen.
Es existiert derzeit keine öffentliche Demo, die Spielern einen praktischen Einblick in das Gameplay ermöglicht. Die einzige verlässliche Informationsquelle für den Fortschritt bleibt die jährliche CitizenCon, auf der Cloud Imperium Games regelmäßig technische Fortschrittsvideos zeigt. Der aktuelle Fokus des Studios liegt laut internen Berichten darauf, die Ladezeiten zwischen den Raumschiff-Interieurs und dem Weltraum-Flug vollständig zu eliminieren.