Der alte Zerg-Schwarm wird wach
BlizzCon 2026 steht vor der Tür, und selten lag so viel Spannung in der Luft wie dieses Mal. Rund ein Jahrzehnt nach StarCraft 2: Legacy of the Void (2015) und dem großen Update im Juni deutet vieles auf eine Wiederbelebung der Sci-Fi-Reihe hin. Ob es eine Ankündigung zur Eröffnungszeremonie geben wird, ist offen, aber die Zeichen verdichten sich: rätselhafte Störungen auf der StarCraft-Website, ein angeblicher Entwickler-Deal in Korea und eine Spur von ARG-Botschaften. Man könnte mit einem Terraner sagen: „Es wird Zeit, Leute.“
Gerüchte um ein neues Studio für StarCraft 3
- Die koreanische Zeitung Chosun berichtet, dass Nexon einen Vertrag zur Entwicklung eines StarCraft-Nachfolgers kurz vor dem Abschluss habe.
- Nexon ist vor allem als Publisher von Arc Raiders und als Betreiber von Free-to-play-Titeln wie MapleStory bekannt, hat aber kaum RTS-Erfahrung.
- Die Verbindung ergibt kulturell Sinn: StarCraft hat in Südkorea den E-Sport geprägt und jahrelang Arenen gefüllt.
- Ein zweites Gerücht spricht von einem StarCraft-Shooter, der noch zur BlizzCon enthüllt werden könnte.
Ein Shooter-Projekt mit altem Gesicht
Schon 2024 erwähnte der Journalist Jason Schreier in seinem Buch „Play Nice: The Rise, Fall, and Future of Blizzard Entertainment“, dass der frühere Far-Cry-Lead Dan Hay ein neues StarCraft-Projekt verantwortet. Konkrete Details fehlen allerdings. Es wäre nicht der erste Versuch: StarCraft: Ghost, ein Taktik-Shooter aus den 2000ern, wurde 2014 offiziell abgesagt, nachdem das Projekt jahrelang in der Versenkung verschwunden war. Ein neuer Anlauf würde also an eine schwierige Traditionslinie anknüpfen.
Woher kommt die Website-Störung?
Die offizielle StarCraft-Seite zeigt seit einigen Wochen grafische Glitches und merkwürdige Verzerrungen, die wie ein hastig programmierter Fehler aussehen. Das ist wohl kein Bug, sondern eine Inszenierung. Wie aufmerksame Fans entdeckten, verbergen sich im Quellcode der Seite ASCII-Übertragungen und Log-Einträge. Eine besondere Botschaft startet mit dem Zeitstempel 2575 und bezieht sich auf ein Mond-Bergbaugebiet namens Aokara Lunar Mining Complex auf dem Planeten Roxara. Dieser Ort stammt aus der Lore von StarCraft: Ghost und diente als Hintergrund für einen Biowaffen-Zwischenfall.
Ein Zeitstrang, 67 Jahre nach dem Ende
- Der Zeitstempel 2575 liegt 67 Jahre nach dem Ende von Legacy of the Void.
- Die Logs erwähnen eine Einheit namens Theta Squadron, die zum Bergbaukomplex unterwegs ist.
- Dazu kommen Sicherheitsprotokolle mit den Codes Special Order 176 und Special Order 132.
- „14 unidentifizierte Bewegungssignaturen beziehungsweise Lebensformen“ sollen sich in der Anlage aufhalten.
- Ein Fan hat die Teaser-Informationen bereits in einer eigenen Website zusammengefasst, was für reges Community-Interesse sorgt.
Warum die Rückkehr der Serie so viel Gewicht hätte
StarCraft ist mehr als ein Spiel für Blizzard. Der erste Teil erschien 1998 und legte in Südkorea den Grundstein für professionelle E-Sport-Ligen und Streaming-Kultur. Mit Brood War (1998) und StarCraft 2 (2010) folgten Meilensteine des Strategiespiels, auch wenn die Serie nach der Xel’Naga-Trilogie 2015 auf Eis lag. In der Zwischenzeit versuchte sich Blizzard vor allem mit Overwatch und Diablo an neuen Modellen, während das Strategie-Genre von anderen Studios wie Relic oder Microsofts Age of Empires-Linie bedient wurde.
Ein fragwürdiger Vertragspartner?
Die Vorstellung, dass Nexon ein StarCraft-Spiel entwickelt, wirft Fragen auf. Nexon hat Erfahrung mit GaaS-Modellen und Online-Welten, aber keine einzige klassische RTS-Veröffentlichung vorzuweisen. Sollte der Deal zustande kommen, wäre es eine Lizenzvergabe von Blizzard an einen externen Entwickler, wie man sie bei großen Marken selten sieht. Für die eingefleischte Community zählt allerdings etwas anderes: dass die Reihe überhaupt zurückkehrt. Wenn auf der BlizzCon ein Shooter erscheint, der die Action aus der Ich-Perspektive zeigt, und ein Strategiespiel separat entsteht, dann würde das Universum wieder zwei Genres gleichzeitig bedienen.
Die vielen vagen Anzeichen, von den ARG-Nachrichten bis zur Nexon-Meldung, sind keine Bestätigung. Offiziell hält sich Blizzard bedeckt und hat bislang weder einen Termin noch ein Projekt genannt. Es bleibt also nur die Vorfreude auf die BlizzCon, die in wenigen Tagen ihre Tore öffnet. Falls dann wirklich eine Einheit namens Theta Squadron auftaucht, wissen wir, dass es kein glitchiger Zufall war.