Die Wurzeln des Big-Picture-Mode bei Valve
Valve Corporation, das Softwarehaus hinter Steam, entwickelte den Big-Picture-Mode (BPM) ursprünglich im Jahr 2012. Das Ziel war die Expansion in das Wohnzimmer, um mit Konsolen wie der Xbox 360 oder PlayStation 3 zu konkurrieren.
Der Entwickler Valve startete 1996 als reines Spielestudio mit Half-Life. Heute ist das Unternehmen primär durch die Plattform Steam sowie Hardware-Experimente wie die Steam Machine (2015) und das Steam Deck (2022) geprägt.
Technischer Hintergrund: Von 2012 bis zum Steam Deck
Die erste Version von Big Picture basierte auf einer Web-Technologie namens VGUI, die bei Valve seit den frühen 2000er Jahren Standard war. Im Jahr 2022 ersetzte Valve dieses System durch ein Interface, das auf dem Steam Deck-Framework basiert.
Dieser Wechsel erklärt den hohen Ressourcenverbrauch auf Desktop-PCs. Das neue BPM nutzt das Qt-Framework und ist für die Hardware-Beschleunigung durch GPUs optimiert, was auf schwächeren Systemen oder bei paralleler Nutzung von ressourcenhungrigen Anwendungen zu Problemen beim Multitasking führt.
BPM schnell beenden
Ihr landet versehentlich im Big-Picture-Mode und wollt sofort zurück auf euren Desktop? Es gibt drei direkte Wege, um den Modus zu verlassen:
- Klickt oben rechts auf das Symbol mit den zwei Pfeilen, die aufeinander zeigen.
- Nutzt die Tastenkombination Alt + Enter, um den Vollbildmodus in ein Fenster zu zwingen.
- Wählt im Menü unten links die Option "Beenden", um zum klassischen Client zurückzukehren.
Den automatischen Start unterbinden
Oft öffnet sich der Big-Picture-Mode ungewollt beim Start von Steam oder beim Anschließen eines Controllers. Dies lässt sich in den Einstellungen dauerhaft unterbinden:
- Klickt links oben auf den Menüpunkt "Steam".
- Wählt "Einstellungen" und navigiert zum Reiter "Oberfläche".
- Deaktiviert die Option "Steam im Big-Picture-Modus starten".
- Startet den Client neu, damit die Änderungen greifen.
Controller-Verknüpfungen checken
Manchmal startet Steam den Big-Picture-Modus, weil eine Taste auf eurem Controller gedrückt wurde. Steam erkennt Eingabegeräte wie den Xbox Controller oder den DualSense automatisch und weist diesen oft die "Guide"-Taste für den Start des Modus zu.
- Prüft unter "Einstellungen" den Bereich "Controller".
- Überprüft dort die allgemeinen Einstellungen für eure Gamepads.
- Deaktiviert die Option, dass der Controller den Big-Picture-Modus beim Tastendruck starten darf.
Das Betriebssystem SteamOS, das auf dem Steam Deck läuft, verwendet den Big-Picture-Mode exklusiv als Oberfläche. Auf einem Windows-PC hingegen bleibt das klassische Desktop-Fenster der Standard für die Verwaltung von über 50.000 verfügbaren Titeln in der Bibliothek.
Einordnung in den Markt der Launcher
Der Big-Picture-Mode steht in direkter Konkurrenz zu den Oberflächen von Konsolenherstellern wie Sony oder Microsoft. Während der Epic Games Store oder EA App primär auf Maus- und Tastaturbedienung setzen, hält Valve an der Konsolen-Philosophie fest.
Die Integration des BPM in den Desktop-Client dient primär der Unterstützung von Steam Link. Mit dieser Funktion können Nutzer ihre Spiele vom PC auf andere Geräte im Netzwerk streamen. Die Oberfläche ist für den Betrieb über Steam Link auf Smart-TVs oder Mobilgeräten ausgelegt, auf denen die klassische Maussteuerung technisch zu komplex wäre.
Ressourcenverbrauch und Performance
Einige Nutzer bevorzugen den klassischen Desktop-Modus, da dieser weniger Systemressourcen verbraucht als die grafisch aufwendigere Oberfläche des Big-Picture-Mode. Das Fenster-Design erlaubt zudem ein schnelleres Multitasking zwischen Browser, Discord und der Spiele-Bibliothek.
Der BPM lädt im Hintergrund zusätzliche Browser-Instanzen (Chromium-basierte Prozesse), um den Steam Store und Community-Inhalte darzustellen. Auf Rechnern mit weniger als 16 GB Arbeitsspeicher kann das Öffnen des BPM bei laufenden Spielen zu einer spürbaren Verringerung der Bildwiederholrate führen. Die CPU-Last steigt durch die fortlaufende Animation der Kacheln und dynamischen Hintergrundbilder.