Kugelhagel satt: Das Bullet Fest ist da
Steam hat das Bullet Fest gestartet, ein Themenfest vom 24. bis 31. Januar 2025. Über 200 Spiele sind beteiligt, darunter Klassiker der beiden Subgenres Bullet Hell (Ausweichen als Überlebenskunst) und Bullet Heaven (selbst zum Geschosswerfer werden). Ubisoft hat keine Titel im Programm, dafür dominieren kleine Indie-Studios: Rund 70 Prozent der Angebote stammen von Einzelentwicklern oder Zweipersonenteams. Die Rabatte liegen zwischen 30 und 80 Prozent.
Kotaku hat zehn Spiele als Highlights genannt. Drei davon heben sich durch ihre Entwicklergeschichte und Verkaufszahlen ab.
Zehn Empfehlungen, die ihr nicht verpassen solltet
Enter the Gungeon von Dodge Roll Games erschien 2016 und verkaufte sich über 3,5 Millionen Mal. Das Studio aus Virginia arbeitete zuvor an kleineren Flash-Spielen. Der Nachfolger Exit the Gungeon (2020) setzte auf eine andere Perspektive, erreichte aber nur 500.000 Verkäufe. Beide Titel kombinieren Roguelike-Strukturen mit präzisem Kugelausweichen.
Vampire Survivors vom italienischen Einzelentwickler Luca Galante (poncle) startete 2021 als Early Access und verkaufte sich bis 2023 über 7 Millionen Mal. Es definierte das Subgenre Bullet Heaven neu: Der Spieler bewegt eine Spielfigur, während automatisch Projektile fliegen. Der Erfolg löste eine Welle von Nachahmern aus, darunter Brotato (500.000 Verkäufe) und 20 Minutes Till Dawn.
The Binding of Isaac: Rebirth von Edmund McMillen und Nicalis erschien 2014 als Remake des Flash-Originals von 2011. Die Verkäufe liegen bei über 12 Millionen Einheiten. McMillen arbeitete zuvor an Super Meat Boy (2010), das 3 Millionen Käufer erreichte. Rebirth mischt Bullet Hell mit Dungeon-Crawl-Elementen und Zelda-artigen Räumen.
Weitere genannte Titel: Risk of Rain 2 (Hopoo Games, 2019, 4 Millionen Verkäufe), ein 3D-Action-Roguelike mit Monsterwellen; Cuphead (Studio MDHR, 2017, 6 Millionen), das Bullet Hell mit klassischen Zeichentrick-Animationen verbindet; Hotline Miami (Dennaton Games, 2012, 4 Millionen), ein Top-Down-Shooter, der Geduld und Geschwindigkeit belohnt; und Radiant Silvergun (Treasure, 1998, später auf Steam), ein Arcade-Shooter, der als Vorläufer des Bullet Heaven-Genres gilt.
Warum euch das Fest umhauen wird
Bullet Hells wie Ikaruga (Treasure, 2001) oder Touhou-Projekt (Team Shanghai Alice) fordern millisekundengenaue Reaktionen. Die Hitbox vieler Charaktere ist nur ein Pixel groß. Bullet Heavens hingegen belohnen Build-Planung: In Vampire Survivors lässt sich die Schussrate auf über 200 Projektile pro Sekunde steigern. Das Spiel entstand aus einem 48-Stunden-Game-Jam und wurde durch Steam Early Access zum kommerziellen Erfolg.
Der Reiz liegt in der Kontraste: In Enter the Gungeon kann ein einziger Schuss den Lauf einer Stunde beenden. In Vampire Survivors stirbt man nur, wenn man sich zu lange nicht bewegt. Beide Genres nutzen dieselbe Mechanik, Projektile, aber mit entgegengesetzten Zielen.
Mehr als nur Schießen: Genre-Mix im Fokus
Viele Bullet-Fest-Titel kombinieren Schießen mit Roguelike-Permanenten-Upgrades. Binding of Isaac verfügt über 600 verschiedene Items, die sich zu synergistischen Effekten kombinieren lassen. Risk of Rain 2 setzt auf 3D-Umgebungen und eine automatisierte Drop-Struktur, die an Metroidvania erinnert. Kooperative Modi sind in Enter the Gungeon und Cuphead enthalten, lokaler Mehrspieler, kein Online-Matchmaking.
Das Genre hat in den letzten fünf Jahren einen massiven Schub erfahren. 2022 und 2023 erschienen jeweils über 40 Neueinträge auf Steam, die als Bullet Hell oder Bullet Heaven kategorisiert wurden. Der Trend begann mit Vampire Survivors; davor dominierte vor allem der asiatische Markt mit Arcade-Spielen wie DoDonPachi (Cave, 1995). Steam hat diesen Nischenmarkt geöffnet.
Jetzt aktiv
Das Bullet Fest läuft bis zum 31. Januar. Die zehn von Kotaku empfohlenen Spiele sind im Steam-Shop unter dem Tab „Aktionen“ gebündelt. Enter the Gungeon kostet 5 Euro, Vampire Survivors 2,50 Euro. Demos von vier Titeln sind verfügbar, darunter Radiant Silvergun und ein neues Indie-Projekt namens Bullet Ballet von einem deutschen Studio.