Der Fahrplan der nächsten Jahre
Take-Two Interactive hat während des Earningscalls für das Fiskaljahr 2026 einen Zehn-Jahres-Plan skizziert, der die Veröffentlichung von 13 Titeln bis 2029 vorsieht. Diese Strategie zielt darauf ab, die Abhängigkeit von einzelnen Blockbustern durch eine verstetigte Release-Frequenz zu minimieren.
Die Investoren erwarten durch diese Planung eine Glättung der finanziellen Schwankungen zwischen den Veröffentlichungszyklen von Rockstar Games. Die Projekte verteilen sich auf die internen Publishing-Labels 2K, Rockstar Games, Private Division und Zynga.
Die Verteilung der Projekte
Die Aufteilung in sieben Fortsetzungen und sechs Neuauflagen folgt einem bewährten Muster der Branche. Unternehmen wie Capcom oder Sony nutzen diesen Mix bereits seit Jahren, um Entwicklungskosten durch bestehende Engine-Assets zu senken.
- 7 Fortsetzungen: Diese Titel nutzen existierende Code-Grundlagen und Art-Assets, was die Entwicklungszeit im Vergleich zu neuen Marken verkürzt.
- 6 Remakes/Remaster: Hierbei setzt das Management vor allem auf Marken mit hoher Markenbindung wie BioShock oder Mafia.
Die Studios von 2K – darunter Hangar 13 und Cloud Chamber – sind die primären Kandidaten für diese Überarbeitungen. Hangar 13 hat bereits mit der Mafia: Definitive Edition gezeigt, dass sie komplette Neuaufbauten in der Illusion Engine beherrschen.
Fokus auf Bewährtes
Die Reduzierung neuer Marken steht im Einklang mit den steigenden Budgets für AAA-Entwicklungen. Ein Grand Theft Auto VI verschlingt mittlerweile Summen, die das Risiko für experimentelle neue IPs in den Augen der Aktionäre erhöhen.
- Grand Theft Auto: Der sechste Teil erscheint im Herbst 2025 und setzt die Serie fort, deren Vorgänger GTA V seit 2013 über 200 Millionen Einheiten abgesetzt hat.
- BioShock: Die Serie ruht seit BioShock Infinite (2013). Ein Remake der Klassiker würde das Interesse für den seit Jahren in der Entwicklung befindlichen vierten Teil bei Cloud Chamber steigern.
- Borderlands: Nach dem kommerziellen Misserfolg des Kinofilms könnte eine neue Fortsetzung oder eine technische Überarbeitung der ersten Teile das Franchise stabilisieren.
Das Portfolio von 2K Games umfasst zudem Marken wie XCOM und Sid Meier’s Civilization. Während Civilization VII bereits für 2025 angekündigt ist, warten Fans seit XCOM 2 (2016) auf einen vollwertigen Nachfolger oder eine Neuauflage der Serie.
Zeitliche Einordnung
Die Verteilung über fünf Fiskaljahre verhindert eine Überlastung der internen Qualitätssicherung. Take-Two plant, den Output so zu steuern, dass pro Jahr mindestens zwei bis drei größere Veröffentlichungen in den Finanzberichten auftauchen.
- Die Remaster-Strategie orientiert sich am Erfolg der Grand Theft Auto: The Trilogy – The Definitive Edition, wobei die technische Ausführung bei kommenden Projekten durch andere Studios erfolgen dürfte.
- Die PlayStation 5 und Xbox Series X/S bilden die technische Basis, da diese Konsolen eine einheitliche Architektur bieten und die Portierungskosten minimieren.
Der Fokus auf bereits bekannte Marken reduziert zudem die Marketingausgaben, da die Zielgruppe durch die Vorgänger bereits existiert. Rockstar Games hält sich bei eigenen Projekten außerhalb von GTA VI weiterhin bedeckt, während 2K die Hauptlast der Remaster-Welle tragen wird. Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass die Produktion von Remakes innerhalb der Branche mittlerweile 30 Prozent des jährlichen Umsatzes bei großen Publishern ausmachen kann.