Agenten statt Controller
Ubisoft lizenziert The Division für ein physisches Rollenspiel, das von Fragging Unicorns Games entwickelt wird. Das Regelwerk nutzt eine angepasste Version des Everyday Heroes-Systems, welches bereits für moderne Settings erprobt wurde.
Die Ankündigung erfolgte über eine Crowdfunding-Kampagne, die innerhalb der ersten 48 Stunden über 200.000 Euro einsammelte. Damit übertraf das Projekt das ursprüngliche Finanzierungsziel deutlich und signalisiert ein hohes Interesse an der taktischen Vorlage.
Was steckt im Regelwerk?
Das Spielsystem verzichtet auf ein klassenbasiertes Level-System zugunsten eines modifizierbaren Ausrüstungssystems. Spieler kombinieren technische Gadgets mit taktischen Fähigkeiten, um in den Straßenschluchten von New York zu überleben.
- Die Mechanik gewichtet Ressourcenknappheit hoch, wobei Munition und medizinische Vorräte den Verlauf der Kampagnen diktieren.
- Ein Fokus liegt auf der „Dark Zone“, in der Spieler zwischen Kooperation und dem Verrat an anderen Agenten entscheiden müssen.
- Das Regelwerk integriert explizit Umgebungsvariablen wie Wetterbedingungen oder Stromausfälle, die direkte Auswirkungen auf die Sichtweite und Elektronik haben.
Das Studio hinter dem Projekt
Fragging Unicorns Games ist kein Neuling im Genre der lizenzierten Rollenspiele. Das Team wurde von Branchenveteranen gegründet, die bereits an Titeln wie Shadowrun oder Earthdawn mitwirkten.
- Ihr bisher bekanntestes Werk, Across the Floor, etablert ein schnelles, auf taktische Kämpfe ausgelegtes System.
- Die Zusammenarbeit mit Ubisoft unterliegt strengen Vorgaben zur Einhaltung der Lore, um die Konsistenz zwischen dem Videospiel und dem Regelwerk zu gewährleisten.
- Das Studio setzt auf eine offene Kommunikation mit der Community via Discord, um während der Entwicklungsphase regelmäßig Feedback zu den Balancing-Werten einzuholen.
Branchenkontext und Vergleichswerte
Tabletop-Adaptionen von Videospielen wie Cyberpunk RED oder Fallout: The Roleplaying Game zeigen, dass Konsumenten zunehmend nach physischen Ergänzungen zu ihren digitalen Bibliotheken suchen. Ubisoft folgt dem Beispiel von Bethesda oder CD Projekt Red, die ihre Welten ebenfalls in das Pen-and-Paper-Format transferiert haben.
- Der Markt für lizenzbasierte Rollenspiele wächst jährlich um etwa 10 bis 15 Prozent, getrieben durch Plattformen wie Roll20 oder Foundry VTT.
- Im Vergleich zu klassischen Dungeon-Crawlern setzt The Division auf ein begrenztes Arsenal und eine hohe Letalität bei Kämpfen.
- Das Setting konkurriert direkt mit etablierten modernen Militär-Rollenspielen wie Delta Green oder Twilight: 2000.
Historie des Franchises
Tom Clancy’s The Division startete 2016 als einer der erfolgreichsten Verkaufsstarts für neue Marken bei Ubisoft. Das Spiel verkaufte sich in der ersten Woche weltweit über 330 Millionen US-Dollar schwer.
- Der Nachfolger The Division 2 erschien 2019 und erweiterte die Schauplätze auf Washington D.C.
- Der geplante Free-to-play-Ableger The Division Heartland wurde 2024 nach einer langen Beta-Phase eingestellt, was die Ressourcen bei Ubisoft stärker auf etablierte Marken konzentriert.
- Die Tabletop-Variante nutzt Kartenmaterial, das auf den originalen Assets der Spiel-Engine Snowdrop basiert.
Details zur Veröffentlichung
Das Grundregelwerk ist für das vierte Quartal 2024 angesetzt. Die physische Box enthält neben den Regeln auch Referenz-Karten für gegnerische Fraktionen wie die „Cleaners“ oder „Rikers“.
- Das Preismodell für die Vorbestellung liegt bei etwa 45 Euro für das Basis-Hardcover.
- Digitale Module für Roll20 und Fantasy Grounds sind direkt zum Start verfügbar, um den Einstieg ohne physische Treffen zu ermöglichen.
- Die Erweiterung „Warlords of New York“ ist bereits als erstes Supplement für das Jahr 2025 in der Roadmap skizziert.
Das Interesse am Projekt zeigt sich an der hohen Anzahl an Backern, die bisher primär aus dem Kernmarkt der Videospieler stammen. Die physischen Spielmaterialien werden in Zusammenarbeit mit spezialisierten Druckereien für Miniaturen-Zubehör gefertigt.