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Trotz Shitstorm: Warum 7 Games zu Kassenschlagern wurden
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Trotz Shitstorm: Warum 7 Games zu Kassenschlagern wurden

Heftige Kritik und wütende Fans konnten diesen sieben Spielen nichts anhaben: Sie wurden trotzdem zu kommerziellen Hits.

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Dennis Adam
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Wenn der Mob tobt und die Kasse klingelt

Ein Shitstorm kann Studios in den Ruin treiben. Manche Spiele aber überstehen selbst orchestrierte Proteste aus der Community und verkaufen sich anschließend wie geschnitten Brot. Die folgenden sieben Titel haben dieses Kunststück geschafft: teils heftige Kritik zum Release, teils wütende Proteste schon davor, und trotzdem Millioneneinnahmen. Der Blick zurück lohnt sich, denn er zeigt, wie zäh das Geschäft mit Spielen wirklich ist.

Cyberpunk 2077: Vom Desaster zum Dauerbrenner

  • Release im Dezember 2020 mit schwerwiegenden Bugs vor allem auf PS4 und Xbox One
  • Sony zog das Spiel zeitweise aus dem PlayStation Store zurück
  • CD Projekt Red entschuldigte sich öffentlich und bot Rückerstattungen an
  • Trotzdem verkaufte sich der Titel millionenfach, später belebten Updates und die Anime-Serie Edgerunners das Interesse neu
  • Die Erweiterung Phantom Liberty brachte dem Studio neuen Rückenwind

No Man’s Sky: Ein Versprechen, das Jahre brauchte

Hello Games trat 2016 mit einem riesigen Versprechen an. Das fertige Spiel enttäuschte viele Erwartungen und löste einen der lautstärksten Stürme der Internet-Geschichte aus. Statt aufzugeben, lieferte das kleine Studio aus Guildford über Jahre hinweg immer neue Updates. Heute gilt No Man’s Sky als Beispiel dafür, wie ein Entwickler sein eigenes Spiel retten kann. Der Titel blieb im Gespräch, und genau das spülte weiter Käufer in den Shop.

Star Wars Battlefront II und die Lootbox-Debatte

  • EA und DICE brachten 2017 einen Shooter auf den Markt, dessen Progressionssystem Lootboxen mit spielrelevanten Inhalten verband
  • Ein Kommentar eines EA-Vertreters auf Reddit wurde zum meistgewählten Beitrag der Plattform-Geschichte
  • Mehrere Regierungen untersuchten die Praxis und leiteten Debatten über Glücksspielmechaniken ein
  • Trotzdem verkaufte sich Battlefront II über die Jahre mehrfach und wurde durch umfangreiche Updates deutlich verbessert

Fallout 76: Der zähe Neustart

Bethesda startete 2018 mit einem Multiplayer-Ableger, der zum Release an allen Ecken und Enden krachte. Fehlende NPCs, technische Probleme und eine Sammleredition mit minderwertiger Tasche brachten die Fans auf die Barrikaden. Das Studio reagierte mit Patches, kostenlosen Erweiterungen und der Wastelanders-Erweiterung, die endlich menschliche Figuren ins Spiel brachte. Die Spielerbasis wuchs danach stetig, und der Titel blieb über Jahre hinweg aktiv.

Diablo Immortal: Der Shitstorm als Werbetrommel

Bei der BlizzCon 2018 kündigte Blizzard ein Mobile-Diablo an, und die Reaktion im Saal war legendär. Das Publikum buhte, der Trailer sammelte Dislikes in Rekordzeit. Jahre später zeigte sich: Der Titel spielte allein in den ersten Wochen erhebliche Summen ein und blieb über lange Zeit eine feste Größe auf dem Mobile-Markt. Die lautstarke Ablehnung hatte die Marke bekannter gemacht, nicht kleiner.

The Last of Us Part II: Review-Bombing ohne Wirkung

  • Umfangreiche Leaks vor Release heizten die Stimmung in Teilen der Community an
  • Nach Veröffentlichung im Juni 2020 brach eine Welle negativer Bewertungen über das Spiel herein
  • Naughty Dog hielt an der Erzählweise fest und verteidigte die kreativen Entscheidungen
  • Die Verkaufszahlen brachen dennoch Rekorde für ein PlayStation-Exklusivspiel
  • Zahlreiche Auszeichnungen folgten, darunter der Sieg bei den Game Awards

Der gemeinsame Nenner dieser sieben Fälle

  • Eine lautstarke Minderheit im Netz ist nicht dasselbe wie die Gesamtheit der Käufer
  • Markenloyalität schlägt Forenkritik, sobald die Zielgruppe erst einmal gebunden ist
  • Post-Launch-Support kann ein Spiel über Jahre hinweg retten
  • Kontroverse erzeugt Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit verkauft sich
  • Der Preis für einen Shitstorm ist häufig niedriger als der Gewinn durch die Debatte

Was Entwickler daraus mitnehmen

Die sieben Beispiele zeigen ein wiederkehrendes Muster: Wenn ein Spiel nach dem Launch weiterentwickelt wird, verzeiht das Publikum erstaunlich viel. Hello Games, CD Projekt Red und Bethesda haben das vorgemacht, indem sie monatelang nachlieferten statt zu schweigen. Die Käufer, die wegen der Kritik fernblieben, kamen später oft zurück. Wer aufgibt, verliert hingegen doppelt, die Investition und die Chance auf Rehabilitation.

Quelle: Gaming - GIGA

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