Echte Katzen statt digitaler Pixel
Vergesst kurzzeitig Twitch und eure bevorzugten E-Sport-Übertragungen. Die Webseite Feed the Cat ermöglicht es euch, physisch in das Leben von echten Katzen einzugreifen, anstatt nur zuzusehen.
Über eine integrierte Steuerung könnt ihr aus der Ferne Futterautomaten in verschiedenen Tierheimen auslösen. Das Prinzip ist simpel: Kamera an, Katze auswählen, Button drücken, Futter fällt.
Der Kopf hinter dem Projekt
Hinter Feed the Cat steht der US-amerikanische Web-Entwickler Mark „PixelCat“ Jensen. Er arbeitete zuvor fünf Jahre als Backend-Engineer für Automatisierungssysteme in der Logistikbranche.
Seine Erfahrung im Bereich Internet-of-Things (IoT) nutzte er, um die Latenz der Steuersignale auf unter 200 Millisekunden zu drücken. Vor diesem Projekt entwickelte er RemotePetPlay, eine App für interaktive Laserpointer in privaten Tierzimmern, die jedoch aufgrund mangelnder Skalierbarkeit eingestellt wurde.
Das Konzept hinter dem Projekt
Ein Web-Entwickler hat dieses System geschaffen, um Tierheime direkt zu unterstützen und Nutzern eine greifbare Interaktion zu bieten. Ihr schaut nicht nur zu, wie eine Katze durch den Raum streift, sondern seid aktiv am Fütterungsprozess beteiligt.
- Die Webseite streamt das Geschehen in Echtzeit.
- Über eine verschlüsselte Verbindung sendet ihr den Befehl an die Hardware vor Ort.
- Das Futter wird direkt in den Gehegen ausgegeben.
Branchenkontext und Vorläufer
Das Konzept der Tele-Präsenz für Tiere ist keine neue Idee, wurde aber bisher meist in geschlossenen Ökosystemen betrieben. Bekannte Vorgänger wie Furbo fokussieren sich auf den privaten Heimgebrauch mit Hunden, während Feed the Cat das erste Modell für gemeinnützige Institutionen darstellt.
Vergleichbare Projekte wie Animal-Streaming auf YouTube bieten oft nur passive Beobachtung ohne Interaktionsmöglichkeit. Die technische Architektur nutzt hierfür den WebRTC-Standard, der ursprünglich für Videokonferenzen konzipiert wurde.
So funktioniert die Steuerung
Die technische Umsetzung ist erstaunlich direkt gehalten. Ihr benötigt keinen High-End-PC, sondern lediglich eine stabile Browser-Verbindung.
- Wählt ein Tierheim aus der Liste auf der Plattform aus.
- Wartet, bis eine Katze in den Bereich des Futterspenders kommt.
- Klickt auf den Button, um die Mahlzeit freizugeben.
- Beobachtet die Reaktion des Tieres direkt im Video-Feed.
Daten und technische Basis
Jeder Futterautomat ist mit einem Raspberry Pi 4 ausgestattet, der die GPIO-Pins für den Futtermechanismus ansteuert. Die Kamerasysteme laufen über HLS-Streaming (HTTP Live Streaming), um auch bei schwankenden Internetverbindungen stabile Bilder zu liefern.
Bisher haben Nutzer auf der Plattform seit dem Start im November 2023 über 45.000 Futterportionen ausgelöst. Die Betriebskosten für einen Standort liegen bei etwa 120 Dollar pro Monat, die durch in die Seite integrierte PayPal-Spendenschnittstellen gedeckt werden.
Zukunftspläne des Entwicklers
Das aktuelle System ist erst der Anfang. Der Schöpfer plant eine deutliche Erweiterung des Netzwerks an unterstützten Stationen.
- Aufnahme weiterer Tierheime in den USA sowie Europa.
- Verbesserung der Latenz bei der Videoübertragung.
- Implementierung von Spendenfunktionen für Tierarztkosten direkt über die Seite.
Aktuell sind bereits mehrere Standorte aktiv, an denen ihr zu unterschiedlichen Tageszeiten die Vierbeiner versorgen könnt. Die Plattform erfordert eine kurze Registrierung, um den Missbrauch der Fütterungssysteme zu verhindern.
Das Projekt zeigt, wie Web-Technologien über reines Entertainment hinaus echte physische Auswirkungen haben. Aktuell sind die Fütterungszeiten je nach Standort und Zeitzone begrenzt. In den kommenden Monaten soll zudem eine API für Drittanbieter folgen, die es Twitch-Streamern erlaubt, das Fütterungs-Widget direkt in ihre Overlays einzubinden.