Studios dicht: Ubisoft Winnipeg betroffen
Ubisoft schließt zwei seiner Entwicklungsstudios und streicht dabei bis zu 380 Stellen. Das berichtet Kotaku unter Berufung auf interne Informationen.
Ubisoft Winnipeg ist eines der beiden Studios, das seine Pforten für immer schließen muss. Der genaue Zeitpunkt der Schließung steht noch nicht fest.
Die Zahlen im Überblick
- Zwei Studios werden endgültig geschlossen.
- Bis zu 380 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.
- Das kanadische Ubisoft Winnipeg ist namentlich bestätigt.
Die zweite Schließung wurde bisher nicht offiziell genannt. Betroffen sind vor allem Teams, die zuletzt an kleineren Projekten arbeiteten.
Teil der Sparrunde
Die Maßnahmen sind Teil einer länger laufenden Restrukturierung des Publishers. Ubisoft hatte bereits in den vergangenen Jahren immer wieder Stellen abgebaut und Standorte zusammengelegt.
Mit den aktuellen Kürzungen setzt der Konzern seinen Sparkurs fort. Die Spielebranche insgesamt durchläuft eine Phase der Konsolidierung.
Studio-Historie: Was Ubisoft Winnipeg wirklich gemacht hat
Ubisoft Winnipeg wurde 2018 eröffnet, damals mit rund 50 Mitarbeitern. Das Studio wuchs auf über 100 Angestellte und spezialisierte sich auf mobile und Free-to-Play-Projekte.
Konkret arbeitete Winnipeg an Assassin's Creed: Codename Jade, einem mobilen Ableger der Serie, der im Oktober 2023 exklusiv in China veröffentlicht wurde. Das Spiel nutzte die Unity-Engine und war ein Open-World-Action-Titel für Smartphones.
Das Studio unterstützte zudem andere Ubisoft-Teams bei der Entwicklung von Tom Clancy's The Division Resurgence, einem geplanten Mobile-Spin-off, das sich noch in der Testphase befindet. Die Schließung trifft damit zwei frei spielbare Projekte, die seit Jahren in der Mache waren.
Branchenkontext: Ubisofts Verluste und der Konsolidierungsdruck
Ubisoft befindet sich seit 2023 in einer tiefen Krise. Skull and Bones, das als großer Piraten-Titel angekündigt wurde, brachte nach sechs Monaten nur geschätzte eine Million Verkäufe. Star Wars Outlaws blieb mit unter zwei Millionen verkauften Einheiten im ersten Monat weit hinter den Erwartungen zurück.
Der Publisher kündigte im Januar 2024 an, weltweit rund 1.000 Stellen zu streichen. Bereits 2023 schloss Ubisoft sein Studio in San Francisco (80 Mitarbeiter) und legte das Team in Casablanca still. In Osaka und Berlin wurden Stellen abgebaut.
- Seit 2020 hat Ubisoft nach eigenen Angaben rund 2.000 Stellen abgebaut.
- Die aktuellen 380 Streichungen kommen zusätzlich zu den bereits angekündigten 1.000 hinzu.
- Der Aktienkurs des Unternehmens fiel von 80 Euro (2021) auf unter 10 Euro (Ende 2024).
Assassin's Creed Shadows, der eigentlich für Herbst 2024 geplante Zwölfte der Reihe, wurde auf Februar 2025 verschoben. Analysten sehen darin den Versuch, das Flaggschiff nicht in die nächste Abwärtsspirale zu führen.
Was bedeutet das für die Teams?
Für die betroffenen Entwickler bedeutet die Schließung das Aus ihrer aktuellen Projekte. Ubisoft Winnipeg war unter anderem an Support-Arbeiten für größere Marken beteiligt.
Die genauen Abfindungs- und Transferangebote sind noch nicht bekannt. Ubisoft hat sich zu den konkreten Bedingungen bislang nicht geäußert.
Vergleichbare Vorfälle: Wie andere Publisher reagieren
Die Entlassungen bei Ubisoft sind kein Einzelfall. Bei Microsoft wurden 2024 rund 1.900 Stellen im Bereich Xbox und Activision Blizzard gestrichen. Sony entließ 900 Mitarbeiter bei PlayStation Studios.
Electronic Arts baute 700 Stellen ab, vor allem im Support und im Mobile-Bereich. Take-Two Interactive kündigte an, 5 Prozent der Belegschaft zu entlassen.
- Insgesamt wurden in der Gaming-Branche 2023/2024 über 20.000 Stellen abgebaut.
- Mobile- und Free-to-Play-Studios traf es überproportional, da viele Projekte nach der Pandemie nicht die erhofften Umsätze erzielten.
- Ubisoft Winnipeg ist damit das fünfte Studio des Publishers, das in den letzten zwei Jahren geschlossen oder massiv verkleinert wurde.
Die Faktenlage
Laut Kotaku sind zwei Studios betroffen, Ubisoft Winnipeg ist eines davon. Bis zu 380 Stellen fallen weg.
Ubisoft hat die Zahlen bisher nicht offiziell kommentiert. Der Bericht stützt sich auf interne Quellen, mehr Details wird man wohl erst in den kommenden Tagen erfahren.