Sperren für zwei CS2-Größen
Die ukrainische Esports-Föderation (UESF) hat ein klares Zeichen gesetzt. s1mple und zont1x sind mit einem einjährigen Spielverbot belegt worden.
Grundlage ist eine aktualisierte Disziplinarrichtlinie. Sie richtet sich gegen Spieler, die mit russischen Teamkollegen antreten.
Was die neue Regel konkret vorschreibt
Die UESF hat ihr Regelwerk verschärft. Die Kernpunkte:
- Keine Teilnahme an Wettkämpfen mit russischen Staatsbürgern.
- Verbot für Teambildungen, die russische Spieler einschließen.
- Bei Verstoß: bis zu 12 Monate Sperre.
Die Föderation begründet die Maßnahme mit dem Schutz der ukrainischen Esports-Community.
Hintergrund der UESF, eine junge, politisch aktive Organisation
Die UESF wurde 2020 gegründet, drei Jahre nach dem ersten großen ukrainischen Esports-Erfolg bei den World Electronic Sports Games. Sie agiert als nationaler Dachverband, der ukrainische Spieler auf internationalen Bühnen registriert und Turniere unter ukrainischer Flagge genehmigt.
Seit der russischen Invasion 2022 hat die UESF wiederholt Sanktionen gegen Akteure mit Russland-Bezug verhängt. Bereits 2023 sperrte sie den CS:GO-Spieler Mihajlo "miha" Opanasenko für sechs Monate, weil er in einem russisch geführten Team antrat. Die aktuelle Richtlinie ist die dritte Verschärfung innerhalb von 18 Monaten.
Betroffene Spieler und weitere Konsequenzen
Neben s1mple und zont1x sollen weitere CS2-Profis von der Regelung getroffen werden. Konkrete Namen nannte die UESF noch nicht.
- s1mple gilt als einer der erfolgreichsten Spieler der CS-Geschichte.
- zont1x ist ein aufstrebendes Talent der Szene.
Beide hatten in der Vergangenheit in internationalen Aufstellungen mit russischen Teamkollegen gespielt.
s1mple und zont1x, Karrieren im Schatten des Krieges
Oleksandr "s1mple" Kostyliev, 27, hat in seiner Karriere über 1,7 Millionen US-Dollar Preisgeld erspielt, mehr als jeder andere ukrainische CS-Spieler. Sein MVP-Titel beim PGL Major Stockholm 2021 gilt als einer der dominantesten Einzelleistungen der Turniergeschichte.
Der 20-jährige Daniil "zont1x" Lissovyi begann 2022 bei NAVI Junior, dem Nachwuchsteam des ukrainischen Top-Klubs. Sein erster internationaler Einsatz mit russischen Mitspielern erfolgte im Februar 2024 bei einem Online-Qualifier, genau der Fall, der jetzt als Verstoß gewertet wird.
Was bedeutet das für die Turnierlandschaft?
Die Sperren betreffen Wettbewerbe unter dem Dach der UESF. Internationale Turniere außerhalb des Verbandes sind nicht automatisch erfasst.
Spieler wie s1mple könnten theoretisch auf anderen Events starten. Ob sie das tun, ist derzeit nicht bekannt.
Branchenkontext, politische Sperren im Esports sind selten, aber nicht neu
Vergleichbare Verbote gibt es in Russland: Die Federatsiya Kompyuternogo Sporta Rossii (FKSR) sperrt seit 2022 ukrainische Spieler von nationalen Turnieren. Im Januar 2024 verhängte die FKSR eine 18-monatige Sperre gegen den Dota-2-Spieler Ivan "Pure" Moskalenko für das Zeigen einer anti-russischen Geste.
In der Ukraine dagegen sind Sperren wegen Teamzusammensetzung ein Novum. Kein anderer nationaler Esports-Verband in Europa hat eine vergleichbare explizite Regel gegen das Spielen mit Bürgern eines bestimmten Landes erlassen.
Harte Strafe ohne Ausnahmen
Die Entscheidung der UESF ist eine der schärfsten Sanktionen im Esports seit Langem. s1mple und zont1x müssen nun ein Jahr pausieren, die Sperre tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.