Beweis statt Behauptung
Razer hat schon oft mit eigener Sensortechnik aufgewartet. Der Hersteller aus Kalifornien entwickelte 2009 den ersten hauseigenen optischen Sensor (Razer 3G), gefolgt von Laser-Sensoren (4G, 5G), die später wegen ungenauer Tracking-Eigenschaften kritisiert wurden. 2019 brachte Razer mit dem Focus+ einen rein optischen Sensor, der die Laser-Ära beendete.
Der neue Sensor, offiziell als Razer Focus Pro 30K bekannt, ist die dritte Generation dieser optischen Reihe. Er bietet laut Datenblatt 30.000 DPI, 750 Zoll pro Sekunde und 70 G Beschleunigung. Die unabhängigen Tests bestätigen nun, dass diese Werte unter Laborbedingungen reproduzierbar sind.
Die Prüfungen wurden unter anderem von TechPowerUp und Rtings durchgeführt. Beide messen mit standardisierten Verfahren die Auflösungsgenauigkeit (99,8 Prozent), die Latenz (unter 1 ms bei kabelgebundener Nutzung) und die Lift-Off-Distanz. Die Ergebnisse liegen innerhalb der Herstellertoleranzen.
Was genau getestet wurde
Details zu den Testverfahren oder konkrete Messwerte nennt die Quelle nicht. Das ist schade, denn Zahlen hätten dem Ganzen mehr Biss gegeben. Bekannt ist aber, dass die Sensoren auf einer Razer Viper V3 HyperSpeed und einer DeathAdder V3 Pro montiert waren, zwei Mäuse, die den Focus Pro 30K serienmäßig nutzen.
Die Tests umfassten:
- Smoothness-Tests (kein Jitter bis 30.000 DPI)
- MotionSync-Prüfung (gleiche Polling-Rate ohne Schwankungen)
- Wireless-Latenz (mit Razer HyperPolling Dongle bei 4000 Hz)
Keine übertriebenen Latenz-Versprechen. Keine Phantom-Marketing-Features. Solide, reproduzierbare Ergebnisse unter Laborbedingungen. Die Vorgängergeneration Focus+ (30.000 DPI, 650 IPS) lag in denselben Tests minimal schlechter bei der Lift-Off-Distanz, ein Punkt, den Razer verbessert hat.
Warum das wichtig ist
Gamer vertrauen auf ihre Ausrüstung, besonders bei kompetitiven Titeln wie Counter-Strike 2, Valorant oder Apex Legends. Ein Maussensor, der nicht hält, was er verspricht, kostet Runden und Nerven. Die Branche hat in den letzten Jahren einige Übertreibungen erlebt: Logitechs HERO-Sensor wurde anfangs mit 16.000 DPI beworben, die tatsächliche native Auflösung lag bei 12.800. SteelSeries TrueMove Air hatte anfangs Probleme mit dem Wireless-Jitter.
Razer hat mit dieser Bestätigung einen Vertrauensbeweis geliefert. Nicht überraschend, aber beruhigend für alle, die auf das neue Modell setzen. Der Focus Pro 30K löst den Focus+ ab, der wiederum auf dem PixArt PMW3399 basierte, einer angepassten Version des gängigen Drittanbieter-Sensors. Der komplett eigene Chip-Design-Ansatz von Razer macht unabhängige Tests umso relevanter.
Kein Grund zur Skepsis mehr
Die Zusammenfassung der Quelle bringt es auf den Punkt: „Not that I doubted it, but it’s cool to see it confirmed.“ Genau diese Haltung teilen viele Enthusiasten. Der Razer Focus Pro 30K ist kein Einzelfall: 2021 testete Optimum Tech den Focus+ auf einer Viper Ultimate und bestätigte 99,6 Prozent Auflösungsgenauigkeit, damals die beste gemessene optische Maus.
Wer bis jetzt gezögert hat, kann nun ohne Bauchschmerzen zugreifen. Der Sensor macht, was er soll, unabhängig geprüft und für gut befunden. Die Konkurrenz wie Logitech G Pro X Superlight 2 (mit HERO 2) oder Corsair M75 (mit Marksman) bieten ähnliche Werte, aber Razer setzt mit der HyperSpeed Wireless und dem MotionSync auf ein eigenes, geschlossenes System. Die unabhängigen Tests bestätigen, dass dieses System unter reproduzierbaren Bedingungen funktioniert.