Ein Blick auf die Spielzeit
Sony integriert eine neue Fortschrittsanzeige in das PS5-System, die den Abschlussgrad von Titeln direkt im Menü visualisiert. Wer seine Bibliothek öffnet, erkennt sofort, welcher Prozentsatz der Trophäen oder In-Game-Meilensteine erreicht wurde.
Dieses Feature ähnelt der Fortschrittsanzeige, die Valve für Steam etablierte. Auf der PC-Plattform sehen Nutzer seit Einführung der Errungenschaften-Bibliothek exakt, wie viel Prozent der Achievements freigeschaltet sind. Im Gegensatz zur PSN-Trophäenliste, die oft ein umständliches Untermenü erfordert, bringt Sony diese Daten nun in die erste Ebene des Dashboards.
Was sich für Spieler ändert
Die prozentuale Anzeige reduziert den Aufwand, um den eigenen Status in laufenden Kampagnen zu bewerten. Sie dient als visuelle Orientierungshilfe für Spieler mit umfangreichen Bibliotheken.
- Die Anzeige erscheint direkt unter dem Icon des Spiels im Hauptmenü.
- Ein Wert von 10 Prozent signalisiert den frühen Spielbeginn, während Werte über 90 Prozent meist auf den Abschluss der Hauptgeschichte hindeuten.
- Die Verknüpfung mit den Trophäendaten bietet eine statistische Basis, die bisher hinter Menü-Ebenen verborgen blieb.
Die technische Umsetzung greift auf die bestehenden Metadaten der PSN-Server zu. Sony nutzt hierfür die bereits vorhandenen Trophäen-Listen, die seit dem Start der PlayStation 3 im Jahr 2006 das Rückgrat des Belohnungssystems bilden. Das System unterscheidet dabei zwischen Story-Fortschritten und optionalen Herausforderungen, sofern die Entwickler diese in den Trophäen-Datensatz integriert haben.
Mehr Übersicht in der Bibliothek
Die manuelle Suche nach dem letzten Speicherstand oder das Starten des Spiels zur Überprüfung des Fortschritts entfällt bei vielen Titeln. Dies betrifft insbesondere Open-World-Produktionen, die durch hohe Spielzeit-Investitionen auffallen.
- God of War Ragnarök, entwickelt von Santa Monica Studio, nutzt dieses System präzise, da das Spiel eine klare Trophäen-Struktur für Nebenquests und Sammelobjekte besitzt.
- Final Fantasy VII Rebirth von Square Enix zeigt durch die komplexe Unterteilung in Kapitel und Nebenaufgaben eine detaillierte Fortschrittskurve an.
- Spieler können so zwischen verschiedenen laufenden Titeln schneller entscheiden, welches Spiel sie als nächstes beenden oder fortsetzen.
Santa Monica Studio operiert seit 1999 als Tochtergesellschaft von Sony Interactive Entertainment und hat mit der God of War-Reihe seit 2005 über zehn Ableger auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht. Die Integration in das Interface verdeutlicht den Fokus auf Langzeitbindung innerhalb des PlayStation Plus-Abos, das monatlich hunderte Titel bereitstellt. Der Nutzer verliert in dieser Menge ohne visuelle Indikatoren leicht den Bezug zum eigenen Spielfortschritt.
Ein Hauch von PC-Komfort
Die Anpassung des Interfaces nähert sich Standards an, die bei Steam seit der Einführung des "Library"-Updates 2019 zum Standard gehören. Sony reagiert damit auf die steigende Überschneidung der Nutzerschaft zwischen Konsolen und PC.
Diese Neuerung ist Teil eines größeren Wartungszyklus der PS5-Firmware, die Sony seit dem Launch im November 2020 regelmäßig erweitert. Frühere Updates fokussierten sich auf die Unterstützung von M.2-SSDs zur Speichererweiterung sowie die Implementierung von Variable Refresh Rate (VRR). Während die Konkurrenz bei Microsoft mit dem Xbox Game Pass bereits länger auf eine ähnliche Fortschritts-Visualisierung in der App-Oberfläche setzte, schließt Sony nun diese Lücke im eigenen Betriebssystem.
Die Implementierung zeigt, dass die Datenstruktur des PlayStation Network (PSN) mittlerweile flexibel genug für eine Echtzeit-Darstellung im UI ist. Da die Konsole die Daten direkt vom Server bezieht, wird die Anzeige bei aktiver Internetverbindung stets synchron gehalten. Einige Nutzer melden, dass bei Spielen ohne Trophäen-Support oder bei sehr alten Titeln die Anzeige leer bleibt. Sony rollt das Update regional gestaffelt aus, wobei die Verteilung über die nächsten Wochen abgeschlossen sein soll.