Ein gefiederter Klassiker bekommt Zuwachs
Das polnische Entwicklerstudio Monster Couch festigte seinen Ruf durch die Portierung von Wingspan (2020), das ursprünglich von Stonemaier Games als Brettspiel veröffentlicht wurde. Die digitale Version von Wingspan verkaufte sich plattformübergreifend millionenfach und setzte neue Maßstäbe für die Präzision physikalischer Brettspielsimulationen auf dem PC. Mit Wyrmspan überträgt das Team nun das Design-Konzept von Elizabeth Hargrave in ein eigenständiges Fantasy-Format.
Das Studio aus Posen spezialisierte sich vor Wingspan auf Indie-Titel wie Die for Valhalla! und Guns, Gore & Cannoli. Durch den Erfolg der Vogel-Simulation wechselte Monster Couch den Fokus dauerhaft auf die Adaption komplexer Brettspiel-Mechaniken. Wyrmspan bleibt technisch auf der Unity-Engine basierend, welche bereits die flüssigen Animationen und das Karten-Management des Vorgängers ermöglichte.
Was ändert sich in Wyrmspan?
Die spielerischen Anpassungen orientieren sich an der höheren Komplexität der Drachen-Thematik. Während Wingspan auf einer horizontalen Ausbreitung (Wald, Wiese, Wasser) basierte, erfordert Wyrmspan den Ausbau von Höhlensystemen in drei Stufen.
- Spieler setzen "Höhlenkarten" ein, um Platz für Drachen zu schaffen.
- Jede Drachenkarte besitzt eine spezifische Eigenschaft, die beim Ausspielen oder in der Schlusswertung Punkte generiert.
- Das Ressourcen-Management nutzt "Höhlen-Erkundungen" statt der ursprünglichen Futter-Würfel.
- Die Gildentafel fungiert als zentraler Knotenpunkt, an dem Spieler Aktionen vornehmen, um permanente Vorteile für die laufende Partie zu erhalten.
Die mechanische Struktur entfernt sich von der simplen Ressourcen-Umwandlung zugunsten eines Systems, das Spieler dazu zwingt, ihre Karten in einer logischen Reihenfolge in die Höhlen zu platzieren. Die "Höhlen-Slots" sind dabei limitierter als die Lebensräume in Wingspan, was den Druck bei der Auswahl der Karten erhöht.
Drachen als "bessere Vögel"
Die Abkehr von der ornithologischen Vorlage erlaubt eine aggressivere Spielweise. In Wingspan lag der Fokus auf der Synergie zwischen verschiedenen Vogelarten innerhalb eines Biotops. In Wyrmspan interagieren die Drachen direkter mit den Spielmechaniken der Gegner durch blockierende Effekte und gestohlene Ressourcen-Tokens.
- Die taktische Tiefe steigt durch die Einführung von "Höhlen-Profilen", die den Spieler bei der Platzierung bestimmter Drachen einschränken.
- Ein Drache mit einem hohen "Entdecker-Wert" schaltet zusätzliche Aktionen frei, die den Zug des Spielers verlängern.
- Die visuelle Gestaltung der Drachen stammt von verschiedenen Künstlern, die sich an der Ästhetik des Original-Brettspiels orientieren, jedoch eine höhere Sättigung der Farben aufweisen.
Das Spielkonzept lehnt sich an Titel wie Terraforming Mars an, bei denen das Engine-Building durch ein permanentes Spielfeld ersetzt wird, das sich während des Spiels physisch verändert. Die Karten-Synergien sind darauf ausgelegt, dass eine einzige Karte eine Kette auslösen kann, die den Fortschritt in der Gildentafel beschleunigt.
Technische Details und Verfügbarkeit
Wyrmspan erscheint als Standalone-Titel, da die Spielregeln eine eigene Balance zwischen Ressourcen-Kosten und Siegpunkt-Generierung erfordern. Die Kompatibilität zu Wingspan ist technisch nicht gegeben, da das Spiel-Balancing auf anderen Werten basiert.
- Die Engine unterstützt Cross-Play zwischen verschiedenen digitalen Stores.
- Nutzerprofile aus Wingspan werden für kosmetische Belohnungen erkannt, falls beide Titel im selben Account existieren.
- Die PC-Version bietet eine Unterstützung für Touch-Eingaben, was eine spätere Portierung auf Tablets wahrscheinlich macht.
Die Entwicklung von Wyrmspan erfolgte in enger Absprache mit Stonemaier Games, um die mathematische Integrität des Brettspiel-Vorbilds zu wahren. Die digitale Version implementiert eine KI-Gegnerschaft, die auf den Lernalgorithmen der Wingspan-KI aufbaut, jedoch bei der Auswahl der Höhlen-Kombinationen aggressiver agiert. Die Veröffentlichung folgt dem Muster von Monster Couch, nach dem Launch regelmäßig kleine Inhalts-Updates oder neue Karten-Sets nachzureichen, sofern die Spielerbasis dies erfordert.