Die Rückkehr in das alte Ägypten
Assassin's Creed Origins erschien im Oktober 2017 als zehnter Hauptteil der Assassin's Creed-Serie. Entwickelt wurde das Spiel von Ubisoft Montreal, dem Studio, das bereits die Grundsteine der Marke mit Titeln wie Assassin's Creed II oder Assassin's Creed IV: Black Flag legte.
Nachdem die Serie mit Assassin's Creed Syndicate im Jahr 2015 ein Tief bei den Verkaufszahlen erreichte, legte Ubisoft eine zweijährige Pause ein. Diese Zeit nutzte das Team, um das fundamentale Spielkonzept von der reinen Action-Adventure-Formel hin zu einem Action-Rollenspiel zu verschieben.
Warum die Spielwelt bis heute überzeugt
Die Gestaltung der Umgebung bietet eine hohe Dichte an archäologischen Details. Das Team arbeitete eng mit Ägyptologen zusammen, um die Bauwerke der ptolemäischen Ära korrekt abzubilden.
- Die Pyramiden von Gizeh wurden maßstabsgetreu nachgebaut, inklusive berechneter astronomischer Ausrichtungen.
- Das Licht- und Schattenspiel auf den Sanddünen basiert auf einer dynamischen Wetter-Engine, die klimatische Veränderungen der Sahara simuliert.
- Der Nil fungiert als ökologisches Zentrum, dessen Pegelstände den Handel sowie die Agrarwirtschaft der NPCs steuern.
- Flora und Fauna folgen zoologischen Migrationsmustern, die sich an der historischen Vegetation des Niltals orientieren.
Der Vergleich zum direkten Vorgänger Syndicate zeigt die technische Evolution. Während Syndicate das London des 19. Jahrhunderts durch ein festes Straßensystem begrenzte, öffnete Origins die Karte auf eine Größe von etwa 80 Quadratkilometern.
Fokus auf historische Atmosphäre
Die Reise durch Ägypten fühlt sich wie eine Expedition an, da das Interface auf ein Minimum reduziert wurde. Spieler verzichten auf die klassische Minikarte zugunsten eines Kompasses am oberen Bildschirmrand.
- Das Fehlen einer Bebauung in den Wüstenabschnitten zwingt den Spieler zur Orientierung anhand von markanten Geländepunkten.
- Grabstätten unter der Erde nutzen ein physikloses Beleuchtungssystem, das den Fokus auf die Enge und die Stille der antiken Kammern legt.
- Die Erkundung verzichtet auf ständige Unterbrechungen durch Dialoge, da die Spielwelt über visuelles Storytelling in Form von Hieroglyphen und Wandmalereien kommuniziert.
Im direkten Vergleich zu Konkurrenzprodukten wie The Witcher 3: Wild Hunt, das ebenfalls 2015 den Standard für Open-World-Quests setzte, fokussiert sich Origins stärker auf die vertikale Navigation. Das Klettern an Pyramiden und Monumenten ersetzt hierbei die lineare Pfadfindung anderer Rollenspiele.
Ein bleibender Eindruck
Das Erlebnis in Assassin's Creed Origins unterscheidet sich von den späteren Teilen Odyssey und Valhalla. Die Balance zwischen historischer Kulisse und der Freiheit des Spielers bleibt ein charakteristisches Merkmal dieser Entwicklung.
- Assassin's Creed Odyssey (2018) erhöhte die Anzahl der RPG-Elemente und Dialogentscheidungen massiv.
- Assassin's Creed Valhalla (2020) verlagerte den Fokus auf Raubzüge und den Ausbau der eigenen Siedlung.
- Die stumme Präsenz der Monumente in Origins sorgt dafür, dass die Welt weniger überladen wirkt als in den Nachfolgern.
Intern verbuchte Ubisoft mit dem Titel einen kommerziellen Erfolg, der den Fortbestand der Serie für weitere sechs Jahre sicherte. Die Verkaufszahlen lagen in der Startwoche deutlich über denen von Syndicate, was die Entscheidung für das neue RPG-Konzept bestätigte. Das Spiel nutzt die AnvilNext 2.0-Engine, welche die Darstellung von weiten Sichtlinien ohne sichtbare Ladezeiten ermöglicht. Diese technische Grundlage bildet bis heute die Basis für die meisten Produktionen innerhalb des Unternehmens.