Erste Einblicke in Mittelerde
Warner Bros. hat erstes Konzeptmaterial zu The Hunt for Gollum veröffentlicht, das die visuelle Ausrichtung des Projekts bestätigt. Der Film soll 2027 in die Kinos kommen und markiert den Auftakt einer neuen Strategie des Studios für das Der Herr der Ringe-Franchise.
Die Produktion findet unter dem Dach von Warner Bros. Pictures statt, das die Rechte für Mittelerde-Adaptionen über die Tochterfirma Middle-earth Enterprises hält. Das Studio sicherte sich diese Rechte nach einem langen Rechtsstreit mit der Tolkien Estate und dem Verkauf durch die Saul Zaentz Company im Jahr 2022.
Die Rolle von Andy Serkis
Andy Serkis führt bei diesem Projekt Regie und kehrt gleichzeitig in seine Paraderolle als Gollum zurück. Er arbeitete bereits bei den Hobbit-Filmen als Second-Unit-Regisseur, was ihm tiefgreifende Kenntnisse über die technische Umsetzung der Motion-Capture-Sequenzen verschaffte.
Unterstützt wird er hinter der Kamera von Peter Jackson, Fran Walsh und Philippa Boyens, die bereits die originale Der Herr der Ringe-Trilogie produzierten. Diese Zusammenarbeit soll die visuelle Kontinuität zur ursprünglichen Filmreihe wahren.
Fakten zum Projekt
Die Produktion befindet sich in der frühen Phase der Entwicklung, wobei folgende Eckdaten feststehen:
- Titel: The Hunt for Gollum (Arbeitstitel)
- Regie: Andy Serkis
- Produktion: Peter Jackson, Fran Walsh, Philippa Boyens
- Kinostart: 2027
- Studio: Warner Bros. Discovery
Das Drehbuch wird von Philippa Boyens, Fran Walsh, Phoebe Gittins und Arty Papageorgiou verfasst. Sie nehmen sich den Zeitraum vor den Ereignissen von Der Herr der Ringe: Die Gefährten vor, in dem Gandalf und Aragorn nach der Kreatur suchen.
Studio-Historie und Strategie
Warner Bros. verfolgt mit diesem Film das Ziel, das Mittelerde-Universum über die bestehenden sechs Filme von Peter Jackson hinaus zu erweitern. Das Studio steht unter Druck, da die letzten großen Investitionen in das Franchise, wie die Serie Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht bei Amazon, hohe Produktionskosten von über 465 Millionen Dollar für die erste Staffel verursachten.
Das Studio setzt damit auf bekannte Akteure, um das Risiko zu minimieren. Die vorherigen Filme, Der Herr der Ringe (2001-2003) und Der Hobbit (2012-2014), spielten weltweit fast 6 Milliarden Dollar an den Kinokassen ein.
Branchenkontext und Vergleichswerte
Die Entscheidung für ein solches Spin-off folgt dem aktuellen Hollywood-Modell der "Franchise-Maximierung". Studios wie Disney mit Star Wars oder Sony mit dem Spider-Man Universe nutzen etablierte Figuren für Solofilme, um die Wartezeit zwischen großen Ensemble-Produktionen zu überbrücken.
Vergleichbare Projekte sind Filme wie Solo: A Star Wars Story oder Rogue One, die spezifische Lücken im Kanon schließen. Warner Bros. möchte die Marke Der Herr der Ringe im Kino präsent halten, während die Konkurrenz von Amazon mit Serien-Content auf Streaming-Plattformen zielt.
Konkrete Vorgänger und Zahlen
Die Figur Gollum war bereits in den drei Filmen der originalen Trilogie und in Der Hobbit: Eine unerwartete Reise zu sehen. 2023 erschien das Videospiel The Lord of the Rings: Gollum vom Entwickler Daedalic Entertainment, das jedoch aufgrund technischer Mängel und einer schwachen Kritikerresonanz (Metacritic-Score von 34) floppte.
Dieses Scheitern im Gaming-Bereich führte zur Einstellung der internen Entwicklungsabteilung bei Daedalic. Warner Bros. versucht nun mit dem Kinofilm, das Image der Marke nach diesem Fehltritt im populärkulturellen Gedächtnis zu korrigieren. Der Erfolg von The Hunt for Gollum hängt maßgeblich davon ab, ob die Fans die Rückkehr zu alten Charakterkonzepten gegenüber neuen Erzählsträngen bevorzugen.