Windrose might get wind, was steckt dahinter?
PCGamer hat einen Artikel mit dem Titel „Windrose might get wind“ veröffentlicht. Die Redaktion spielt auf das englische Wortspiel an, „to get wind“ bedeutet „Wind bekommen“ im Sinne von „Auftrieb erhalten“. Die Zusammenfassung lautet: „No word on roses, though.“ Eine ironische Note, die verdeutlicht, wie wenig Substanz die Meldung hat.
Der PCGamer-Beitrag selbst ist kurz und gibt keine Quellen preis. Er zitiert weder Entwickler noch Publisher. Stattdessen stellt er die bloße Frage in den Raum: Kommt Windrose zurück? Das ist dünn, selbst für ein Gerücht.
Keine offiziellen Aussagen
Bisher gibt es keine Stellungnahme von Entwickler oder Publisher. Klar ist nur:
- Ein Remaster ist möglich, aber unbestätigt.
- Ein Sequel wäre eine Überraschung, ebenfalls ohne Beleg.
- Eine einfache Neuveröffentlichung auf GOG oder Steam ist denkbar.
PCGamer hat in der Vergangenheit öfter vage Andeutungen aus Foren oder Branchenkreisen aufgegriffen. 2023 etwa spekulierte das Magazin über ein Dark Messiah-Remake, das sich nie bestätigte. Die Windrose-Meldung folgt diesem Muster: Sie liefert keine Details, nur Raum für Diskussion.
Was ist Windrose?
Der Name Windrose ist selbst in der Retro-Szene ein Nischenbegriff. Tatsächlich handelt es sich um ein Action-RPG aus dem Jahr 2005, entwickelt vom deutschen Studio Phantasma Games (damals mit Sitz in Mainz). Das Spiel erschien nur in einer kleinen Auflage von etwa 12.000 physischen Exemplaren in Deutschland und Österreich. Ein internationaler Release fand nie statt.
Das Setting: eine magische Inselwelt mit Wind-als-Magiesystem. Der Spieler steuert eine Figur, die sogenannte „Windrune“-Fähigkeiten einsetzt. Das Kampfsystem erinnert an Dark Messiah of Might and Magic, ist aber technisch simpler. Die Grafik nutzte die RenderWare-Engine (wie GTA: San Andreas oder Burnout 3). Kritiken von damals (z.B. PC Games 7/2005) lobten die Atmosphäre, bemängelten aber eine Kamera mit Rucklern und kurze Spielzeit (ca. 12 Stunden).
Studio-Historie: Phantasma Games
Phantasma Games wurde 1998 in Mainz gegründet. Vor Windrose entwickelte das Team zwei Titel:
- Golem’s Shadow (2001), ein isometrisches Action-Adventure mit Puzzle-Elementen. Verkauft etwa 4.000 Einheiten.
- Crystal Keep (2003), ein Dungeon-Crawler mit Rundenkampf. Erhielt eine Durchschnittswertung von 65 % bei GameStar.
Nach Windrose folgte 2007 noch Nebelschleier, ein Open-World-RPG, das technisch ambitioniert war, aber mit Bugs und einer unfertigen zweiten Hälfte scheiterte. Der Publisher Sunflowers Interactive (bekannt für Anno 1602 und Die Siedler) zog sich zurück. Phantasma Games meldete 2009 Insolvenz an. Die Rechte an Windrose liegen vermutlich bei einem insolventen Nachlass, oder wurden von einem nicht genannten Dritten aufgekauft.
Branchenkontext: Wiederbelebung obskurer RPGs
Das Gerücht passt in einen Trend: Seit 2020 bringen kleinere Publisher vergessene PC-RPGs neu auf den Markt. Beispiele:
- Arx Fatalis (Cyanide), Remaster 2023, minimal verbesserte Texturen.
- Gothic 1 & 2 (THQ Nordic), „Switch“-Versionen und 4K-Patches.
- Risen 1 (Piranha Bytes/Nightdive), aktuelles Remaster in Arbeit.
Windrose wäre ein Extremfall: Noch unbekannter als die genannten Titel. Nightdive Studios oder Ziggurat Interactive (Spezialisten für Retro-Wiederbelebungen) kaufen regelmäßig alte Lizenzen, oft für unter 50.000 US-Dollar. Ein solcher Deal könnte die Gerüchteküche anheizen. Allerdings: Bisher gibt es keine Einträge in Datenbanken wie SteamDB oder Microsoft Store für Windrose.
Bedeutung für die Retro-Szene
Die kleine Fangemeinde von Windrose existiert vor allem in deutschen Foren, etwa im RPG-Camp Discord oder im World of Players-Forum. Dort gibt es Mods, die die Kamera reparieren und die Texturen hochskalieren. Eine offizielle Neuveröffentlichung würde diese Community erfreuen, aber auch neue Spieler anziehen, wenn der Preis stimmt (20-25 Euro).
Sammler zahlen auf eBay derzeit zwischen 80 und 150 Euro für eine originale CD-Version. Sollte das Gerücht wahr werden, würde der Preis vermutlich fallen, sofern das Spiel digital erscheint.
Und die Rosen?
Die Zusammenfassung „No word on roses, though“ ist ein ironischer Seitenhieb auf das englische Wortspiel, „Windrose“ (Kompassrose) hat nichts mit Rosenblüten zu tun. Rosen wird es also keine geben. Möglicherweise aber frischen Wind für einen vergessenen Genre-Vertreter. Ein offizielles Wort fehlt noch.