Der Überraschungscoup in Riad
Nongshim RedForce hat bei der Esports World Cup (EWC) in Riad den favorisierten europäischen Rivalen Team Vitality ausgeschaltet, ein klassischer Upset, der die Valorant-Szene überraschte. Der koreanische Außenseiter zog damit in die nächste Runde des mit einer Million Dollar dotierten Turniers ein.
Doch der Sieg ist für Nongshim nur der Beginn einer größeren Kampagne. In einem Interview nach dem Match gab Dambi, einer der Schlüsselspieler des Teams, die Marschrichtung für die kommenden Monate vor: Die Valorant Champions Tour (VCT) ist das eigentliche Ziel.
Dambis klare Ansage
„Wir wollen beweisen, dass wir die Besten sind“, erklärte Dambi. Der EWC-Erfolg sei ein wichtiger Schritt, aber kein Endpunkt. Das Team will sich in der VCT als Top-Kandidat etablieren.
- Dambi betont den Teamgeist und die harte Vorbereitung als Erfolgsfaktoren.
- Der Sieg gegen Vitality habe gezeigt, dass Nongshim auch auf internationaler Bühne mithalten kann.
- „Wir jagen die Geschichte“, sagte Dambi, ein Verweis auf die noch junge Geschichte des Teams.
Hintergrund: Nongshim RedForce
Nongshim RedForce ist kein klassisches E-Sport-Startup, sondern ein Tochterteam des südkoreanischen Lebensmittelkonzerns Nongshim (bekannt für Shin Ramyun-Nudeln). Der Konzern stieg 2023 in Valorant ein, indem er das bestehende Team Lunatic-hai übernahm und umbenannte. Vor der Übernahme hatte Lunatic-hai in der koreanischen Challengers-Liga gespielt, aber nie ein internationales Turnier gewonnen.
Seit dem Rebranding investiert Nongshim massiv: Das Team bekam ein eigenes Trainingshaus in Seoul, neue Coaches und einen erweiterten Kader. In der VCT Pacific 2024 erreichte Nongshim Platz 5–6, respektabel, aber ohne Playoff-Ticket. Der EWC-Sieg gegen Vitality (welches in der VCT EMEA auf Platz 2 stand) ist daher der bislang größte Erfolg der kurzen Team-Historie.
Der Esports World Cup im Kontext
Die Esports World Cup (EWC) ist das neue Prestige-Turnier Saudi-Arabiens, das 2024 erstmals ausgetragen wurde. Mit einem Gesamtpreisgeld von über 60 Millionen US-Dollar über alle Disziplinen hinweg (davon 1 Million für Valorant) lockte es die besten Teams der Welt. Anders als die Valorant Champions Tour (die von Riot Games organisiert wird) ist der EWC ein reines Einladungsturnier ohne Qualifikation, die Teilnehmer wurden direkt von den Veranstaltern ausgewählt.
- Nongshim RedForce erhielt eine Wildcard, obwohl es nicht zu den Top-4 der VCT Pacific gehörte.
- Team Vitality galt als einer der Favoriten, nachdem es bei den VCT Masters Shanghai 2024 den 3. Platz belegt hatte.
- Der Sieg von Nongshim veränderte die Setzliste des Turniers und zeigte, wie eng die Spitze im Valorant-E-Sport inzwischen ist.
Der Weg zum VCT-Gipfel
Die VCT-Saison 2025 läuft bereits, Nongshim RedForce hat sich mit dem EWC-Sieg wertvolles Momentum geholt. In der VCT Pacific müssen sie nun gegen Teams wie DRX (Vizeweltmeister 2023), Gen.G (VCT Pacific Champion 2024) und Paper Rex (EWC-Sieger 2024) bestehen.
- Nongshim muss Konstanz beweisen, um sich für die VCT Masters im Mai 2025 zu qualifizieren.
- Die letzten zwei VCT-Split-Siege in Pacific gingen an DRX und Gen.G, beide haben mindestens 500.000 US-Dollar an Preisgeldern in dieser Saison eingespielt.
- Dambi sieht sein Team bereit: „Wir haben die Mechaniken, die Taktiken und den Willen. Jetzt zählt nur die Platzierung bei den Playoffs.“
Keine Zeit zum Ausruhen
Der Erfolg in Riad war verdient, aber kurze Siegesfeiern sind nicht drin. Die VCT-Qualifikation für die Playoffs ist hart umkämpft, nur vier von elf Teams in Pacific erreichen die Interim-Champions. Nongshim RedForce muss die Form aus der EWC konservieren, sonst droht erneut ein frühes Aus.
Dambi und seine Mitspieler wissen: Ein Turniersieg allein macht noch keine Legende. In der VCT-Geschichte haben nur drei Teams aus Korea jemals ein internationales Finale erreicht: DRX (2023), Gen.G (2024) und Vision Strikers (2021). Nongshim will der vierte Name auf dieser Liste werden, ein Platz, den sie sich erst durch konstante Top-4-Platzierungen bei Masters und Champions verdienen müssen. Die Jagd hat gerade erst begonnen.