Ein ungewöhnlicher Vorstoß der Wrestling-Liga
Die WWE hat beim US-Patent- und Markenamt (USPTO) den Antrag gestellt, Vice City als Marke für Merchandising und Unterhaltungszwecke schützen zu lassen. Dieser Vorstoß verwundert Branchenbeobachter, da der Name seit über zwei Jahrzehnten fest mit der Grand Theft Auto-Serie von Rockstar Games verknüpft ist.
Versprechen ohne rechtliche Bindung
Die WWE gibt in ihrem Antrag an, den Begriff für Kleidung, Spielzeuge und Live-Events nutzen zu wollen, nicht jedoch für Videospiele. Diese Zusicherung ist rechtlich nicht bindend, da Markenrechte global für die eingetragenen Klassen gelten.
- Eine erfolgreiche Eintragung der WWE könnte Take-Two Interactive, das Mutterunternehmen von Rockstar Games, bei künftigen Markenverlängerungen behindern.
- Markenämter prüfen bei Widersprüchen, ob eine Verwechslungsgefahr für den Endverbraucher besteht.
- Wenn eine Marke in einer Klasse (z. B. Bekleidung) belegt ist, kann dies die Argumentation für die Exklusivität in anderen Bereichen schwächen.
Warum der Name so wertvoll ist
Rockstar Games, ein Tochterunternehmen von Take-Two Interactive, veröffentlichte Grand Theft Auto: Vice City im Jahr 2002. Das Spiel verkaufte sich bis heute über 20 Millionen Mal und gilt als einer der kommerziell erfolgreichsten Titel der PlayStation 2-Ära.
- Das Studio Rockstar North, vormals DMA Design, entwickelte den Titel als Nachfolger von GTA III.
- Die 80er-Jahre-Ästhetik und die fiktive Stadt, die stark an Miami angelehnt ist, prägen die Markenidentität des Unternehmens maßgeblich.
- Grand Theft Auto: Vice City Stories folgte 2006 für die PlayStation Portable, was die Präsenz des Namens im Portfolio festigte.
Historischer Kontext der Studio-Entwicklung
Rockstar Games entstand 1998 aus der Übernahme von Take-Two durch das Studio DMA Design. Das Team aus Edinburgh war zuvor für Titel wie Lemmings und Body Harvest bekannt, bevor der Erfolg der Grand Theft Auto-Reihe das Unternehmen weltweit zur festen Größe machte.
- Die Strategie von Rockstar Games setzt seit Jahren auf die exklusive Kontrolle über ihre geistigen Eigentümer.
- Vergleichbare Konflikte gab es etwa bei Ubisoft gegen Capcom, als es um die Namensrechte für bestimmte Spielinhalte ging.
- Take-Two Interactive führt regelmäßig juristische Verfahren gegen Mod-Entwickler oder Nachahmer, um die Markenkontrolle zu sichern.
Branchenkontext und Markenstrategie
Markenrechtsstreitigkeiten dieser Art sind in der Unterhaltungsbranche häufig. Firmen wie die WWE suchen nach Begriffen mit hohem Wiedererkennungswert, um ihre Produktpaletten zu erweitern, ohne dabei notwendigerweise die Gaming-Industrie anzugreifen.
- Der Begriff Vice City ist in der Popkultur stark präsent, was die Eintragung rechtlich kompliziert macht.
- Take-Two Interactive besitzt bereits zahlreiche Schutzrechte für den Namen, was zu einer langwierigen juristischen Auseinandersetzung führen könnte.
- Die WWE nutzte in der Vergangenheit bereits ähnliche Begriffe für ihre Wrestler oder Event-Reihen.
Aktueller Stand der Dinge
Bisher hat das Markenamt den Antrag der WWE noch nicht bewilligt. Eine öffentliche Anhörung oder eine Einspruchsfrist durch Take-Two Interactive ist der nächste logische Schritt in diesem Verfahren.
- Sollte der Antrag durchkommen, stünde Rockstar Games vor der Aufgabe, die Nutzung des Namens in ihrer eigenen Merchandising-Sparte zu verteidigen.
- Markenanwälte bewerten den Fall als klassischen Konflikt zwischen einem etablierten Spiele-Giganten und einer Unterhaltungsmarke, die ihre eigene Reichweite vergrößern will.
- Die Entscheidung des Amtes wird als Präzedenzfall dienen, wie stark fiktive Städtenamen gegen externe kommerzielle Interessen abgesichert werden können.