Morphs Comeback in X-Men '97
Die Rückkehr von Morph in der Animationsserie X-Men '97 sorgt für Gesprächsstoff. Synchronsprecher und Comedian JP Karliak gab im Interview mit Polygon preis, wie umfangreich die Kräfte des Gestaltwandlers wirklich sind.
Anders als in der Originalserie aus den 90ern wird Morph dieses Mal deutlich tiefgründiger behandelt. Karliak betont, dass die Verwandlungsfähigkeit nicht nur oberflächliche Kopien, sondern auch psychologische Aspekte der Identitäten umfasst.
Liebe zu Wolverine: endlich Klartext
Ein zentraler Punkt des Gesprächs war Morphs Gefühle für Wolverine. Karliak bestätigte, dass es sich um eine echte, unerwiderte Romanze handelt, ein Thema, das in der Serie offen angesprochen wird.
- Morphs Anziehung zu Logan ist laut Karliak keine bloße Randnotiz.
- Die Serie nutzt diese Dynamik, um Morphs innere Zerrissenheit und Suche nach Zugehörigkeit zu zeigen.
Wie weit reichen Morphs Kräfte?
Karliak erklärte, dass Morphs Formwandeln weit über das Äußere hinausgeht. Er kann Stimmen, Manierismen und sogar kurze Gedächtnisfetzen imitieren, eine Fähigkeit, die taktisch enorm wertvoll, aber emotional belastend ist.
- Morph übernimmt temporär die Persönlichkeitszüge seiner Ziele.
- Diese Nähe zu anderen Figuren birgt Risiken für die eigene Identität.
Der Schauspieler selbst brachte viel Humor in die Rolle ein, ohne die tragischen Untertöne zu vernachlässigen. Sein Morph ist mal albern, mal erschreckend ernst, ein Balanceakt, der die Serie bereichert.
Produktion und Historie
Marvel Studios Animation produziert X-Men '97 unter Showrunner Beau DeMayo. DeMayo war zuvor Autor bei The Witcher (Netflix) und Star Trek: Strange New Worlds. Die Serie ist eine direkte Fortsetzung der Originalserie X-Men: The Animated Series, die von 1992 bis 1997 lief.
- Die Originalserie wurde von Saban Entertainment für Fox Kids produziert und umfasste 76 Episoden in fünf Staffeln.
- Morph (gesprochen von Ron Rubin) starb in Episode 9 der ersten Staffel, kehrte aber später mit psychischen Narben zurück. Die Romanze mit Wolverine blieb damals reine Subtext.
- Nach dem Ende der Originalausstrahlung gab es keine direkte Fortsetzung, bis zur Ankündigung 2021 auf Disney+.
X-Men '97 startete am 20. März 2024 mit zehn Episoden. Bereits eine zweite Staffel ist bestellt. JP Karliak übernahm die Rolle von Morph von Ron Rubin, der in den 90ern sprach. Karliak ist unter anderem aus The Ghost and Molly McGee und Big Hero 6: The Series bekannt.
Zahlen und Branchenkontext
Die Originalserie erreichte in den 90ern durchschnittlich 8 Millionen Zuschauer pro Folge und gilt als Wegbereiter für ernsthafte Superhelden-Animationsserien. X-Men '97 knüpft an den Nostalgie-Trend an, der auch andere 90er-Revivals wie DuckTales (2017) und Tiny Toons Looniversity (2023) befeuert.
- Laut Nielsen verzeichnete die Premiere von X-Men '97 in der ersten Woche 4,5 Millionen Streams auf Disney+. Zum Vergleich: What If...? Staffel 2 startete mit 3,8 Millionen.
- Der Metacritic-Score der Serie liegt bei 85/100 (basierend auf 10 Kritikerbewertungen). Das ist der höchste Wert für eine Marvel-Animationsserie seit Avengers: Earth’s Mightiest Heroes (2012, 82/100).
- Branchenquellen schätzen das Produktionsbudget pro Episode auf 5 bis 10 Millionen US-Dollar, typisch für hochwertige Animationsserien auf Disney+ wie Moon Girl and Devil Dinosaur.
Die Betonung von Morphs psychologischer Tiefe und die offene Darstellung seiner Sexualität markieren einen Bruch mit der 90er-Vorlage. Während die Originalserie mit Zensurregeln kämpfte (kein explizites Schwulsein bei Fox Kids), erlaubt Disney+ heute direktere Erzählungen.