Kahlschlag bei Xbox, Kojima bleibt verschont
Microsoft hat in den letzten Wochen einige Projekte eingestellt oder aus dem Programm genommen. Das bestätigen mehrere Quellen übereinstimmend. Welche Titel genau betroffen sind, ist noch nicht vollständig durchgesickert.
Doch eine Sache steht fest: Hideo Kojimas neues Horror-Spiel OD ist nicht auf der Streichliste gelandet. Der Titel bleibt fest im Xbox-Ökosystem verankert, und wird weiter von Microsoft finanziert.
Der unheimliche Status von „OD“
Über OD selbst ist weiterhin so gut wie nichts bekannt. Kojima hält sich bedeckt, Microsoft schweigt. Seit der Ankündigung auf den Game Awards 2023 gab es nur wenige vage Teasers und Gerüchte.
- Plattform: exklusiv für Xbox Series X|S und PC (via Windows Store)
- Genre: Horror, aber mit Kojima-typischen Meta-Elementen erwartet
- Entwickler: Kojima Productions, in Kooperation mit Xbox Game Studios
Klare Gameplay-Szenen, ein Releasetermin oder konkrete Story-Details? Fehlanzeige. Das Projekt bleibt ein großes, gruseliges Fragezeichen.
Warum Microsoft an Kojima festhält
Während andere Projekte unter dem Sparzwang fallen mussten, genießt OD offenbar eine Sonderbehandlung. Der Grund liegt auf der Hand: Kojimas Name ist ein Alleinstellungsmerkmal.
- Exklusive Kojima-Spiele auf Xbox sind selten, bisher gab es nur „Death Stranding“ als zeitlich begrenzte Exklusivität (später auf anderen Plattformen).
- Mit OD will Microsoft ein prestigeträchtiges Horror-Erlebnis in sein Abo-Angebot (Game Pass) holen.
- Die enge Bindung an die Cloud-Technologie (Kojima spricht oft von „Cloud-Gaming“ als besonderem Feature) passt perfekt zur Microsoft-Strategie.
Die Streichungen betreffen wohl eher kleinere Indie-Deals oder Projekte, die nicht in die neue, profitablere Richtung passen. OD ist zu prominent, um fallen gelassen zu werden.
Studio-Historie: Kojima Productions und der Weg zu OD
Kojima Productions wurde 2015 als unabhängiges Studio gegründet, nachdem Kojima sich im Streit von Konami trennte. Der erste Titel, Death Stranding, erschien 2019 für PlayStation 4 und später für PC. Das Studio zählt heute rund 300 Mitarbeiter, viele davon ehemalige Konami-Veteranen.
Vor OD arbeitete das Team an Death Stranding 2, das 2025 exklusiv für PlayStation 5 erscheinen soll. Die Partnerschaft mit Microsoft für OD begann 2022, laut Kojima ein „multimediales Projekt“, das traditionelles Gaming mit Cloud-Streaming und Film-Elementen verschmilzt.
Frühere Releases und das Erbe von P.T.
Kojimas Horror-Erfahrung reicht zurück bis zu P.T., einem interaktiven Teaser für das abgesagte Silent Hills (2014). P.T. gilt bis heute als Meilenstein des psychologischen Horrors und wurde über 5 Millionen Mal heruntergeladen, bevor Konami es aus dem PlayStation Store entfernte.
OD wird von Fans oft als spiritueller Nachfolger von P.T. gesehen. Kojima selbst bestätigte, dass er das Konzept des „begrenzten Raums“ und der schleichenden Irritation wieder aufgreifen will, aber in einer Cloud-basierten Umgebung, die dynamisch auf Spielerentscheidungen reagiert.
Branchenkontext: Microsofts Exklusivstrategie und Horror-Titel
Microsoft hat in den vergangenen Jahren mehrere Studios geschlossen: Tango Gameworks (Ghostwire: Tokyo, The Evil Within) im Mai 2024, Alpha Dog Games und Arkane Austin. Gleichzeitig sicherte sich der Konzern Exklusivdeals mit großen Namen wie Bethesda (Starfield, Indiana Jones) und Activision Blizzard.
Horror-Exklusivtitel sind auf Xbox rar. The Evil Within 1 und 2 (2014/2017) waren zeitlich exklusiv, aber nicht dauerhaft. Alan Wake 2 (2023) erschien ohne Xbox-Version. OD könnte diese Lücke füllen, als prestigeträchtiges Horror-Flaggschiff im Game Pass, der laut Microsoft über 34 Millionen Abonnenten zählt (Stand 2024).
Fazit (ohne Floskeln)
Kojimas Horror-Spiel existiert noch. Ob es 2026 erscheint, 2027 oder später, niemand weiß es. Microsoft setzt weiter Geld und Vertrauen in den rätselhaften Japaner. Wer auf einen Release-Trailer hofft, muss sich weiter gedulden.