Ein Bericht, der Wellen schlägt
Einem Bericht von PCGames zufolge soll Xbox einen Mega-Deal über 300 Millionen Dollar mit Hollywood vorbereiten. Konkret geht es um die Marken Halo, Diablo und The Elder Scrolls, die künftig deutlich stärker durch Film- und Serienproduktionen vermarktet werden könnten. Gleich mehrere große Interessenten sollen bereits ihr Interesse angemeldet haben. Eine offizielle Bestätigung von Microsoft oder den beteiligten Studios gibt es bislang nicht, also bleibt der Deal vorerst ein Gerücht, wenngleich ein äußerst spannendes.
Was genau der Deal beinhalten könnte
- Lizenzierung der Film- und Fernsehrechte an externe Produktionsfirmen
- Mögliche Serienadaptionen im Stil von The Last of Us oder Fallout
- Geteilte Produktionskosten, aber auch geteilte Gewinne
- Exklusivverträge mit Streaming-Diensten oder klassischen Studios
- Der 300-Millionen-Betrag wäre eine der höchsten Einzelsummen für Spiele-Lizenzen
Die genauen Vertragsbedingungen sind nicht öffentlich. Sollte der Deal real sein, würde Xbox nicht die Entwicklerstudios verkaufen, sondern lediglich die Verwertungsrechte an den Charakteren und Welten. Solche Lizenzabkommen sind in der Branche üblich, aber selten von dieser Größenordnung.
Die betroffenen Marken und ihre Geschichte
Halo debütierte 2001 auf der Original-Xbox und machte den Ego-Shooter zum System-Seller. Microsoft besitzt die Rechte, das Spiel wurde von Bungie entwickelt, später übernahm 343 Industries. Diablo gehört zu den Urgesteinen der Action-Rollenspiele: Blizzard Entertainment veröffentlichte den ersten Teil 1996, seitdem folgten drei Hauptableger mit teils legendären Erweiterungen. The Elder Scrolls stammt von Bethesda Game Studios, die 1994 mit dem ersten Teil begannen und mit Skyrim 2011 einen kulturellen Meilenstein setzten.
Jede dieser Marken hat eine riesige globale Fanbase und bietet reichlich erzählerisches Potenzial. Gerade Halo und Diablo haben bereits animierte Filme und Webserien hervorgebracht, doch eine große Kinoproduktion steht bislang aus.
Von Bungie zu 343 Industries
- Bungie schuf Halo ursprünglich als PC-Strategiespiel, wandelte es dann aber zum FPS um
- Nach der Übernahme durch Microsoft entwickelte Bungie die ersten drei Hauptteile
- Seit dem Wechsel zu 343 Industries (ab 2011) entstanden Titel wie Halo 4 und Halo Infinite
- Diablo entstand bei Blizzard North, einem Ableger von Blizzard Entertainment
- Bethesda wurde 2018 Teil der ZeniMax Media, die im März 2021 von Microsoft übernommen wurde
Diese Studios haben unterschiedliche Kulturen, aber alle verbindet der Fokus auf epische Erzählungen und ausgefeilte Welten. Die Übernahme von ZeniMax durch Microsoft brachte Bethesda und damit auch The Elder Scrolls exklusiv in den Xbox-Kosmos.
Vom Spiel zum Film: Beispiele aus der Branche
Spiele-Verfilmungen haben in den letzten Jahren einen deutlichen Qualitätssprung gemacht. The Super Mario Bros. Movie spielte 2023 über eine Milliarde Dollar ein, Sonic the Hedgehog etablierte sich als erfolgreiche Kinoserie. The Last of Us bewies als HBO-Serie, dass dunkle und erwachsene Spiele hervorragend fürs Fernsehen funktionieren. Auch Fallout brachte der Streaming-Plattform Prime Video enorme Klickzahlen. Diese Erfolge machen Lizenzen wie Halo, Diablo und Elder Scrolls für Hollywood natürlich interessanter.
Der angebliche Xbox-Deal würde in dieses Muster passen, auch wenn 300 Millionen eine kräftige Hausnummer ist. Zum Vergleich: Die Produktionskosten der ersten Staffel von The Last of Us lagen bei etwa 100 Millionen Dollar. Mit 300 Millionen könnte man mehrere aufwendige Serien oder einen großen Kinofilm mit Marketing kalkulieren.
Keine offizielle Bestätigung
- Microsoft hat sich bislang weder zu dem Bericht geäußert noch dementiert
- Blizzard Entertainment und Bethesda Softworks schweigen ebenfalls
- Der Bericht von PCGames stützt sich auf Branchenkreise, nicht auf verifizierte Dokumente
- Es ist möglich, dass der Deal noch in der Verhandlungsphase ist und scheitern könnte
- Gerüchte über Spiele-Filme gibt es seit Jahrzehnten, viele Projekte wurden nie realisiert
Bis es eine offizielle Ankündigung gibt, sollten Spieler und Analysten den Bericht mit Vorsicht genießen. Die Videospielbranche hat immer wieder mit Leaks für Aufsehen gesorgt, aber nicht jedes Gerücht wird zur Realität. Zuletzt wurde etwa ein Diablo-Film immer wieder kolportiert, nie angekündigt.
Was das für Gamer bedeutet
Für Fans ist ein solcher Deal zwiespältig. Einerseits könnten hochwertige Verfilmungen endlich die Qualität liefern, die diese Marken verdienen. Andererseits besteht das Risiko, dass Studios zu viele Kompromisse eingehen und der kreative Kern verloren geht. Die bisherigen Halo-Serien von Paramount+ hatten gemischte Kritiken, während The Last of Us beweist, dass eine werkgetreue Umsetzung möglich ist. Sollte Xbox die Rechte an Hollywood abgeben, verlieren sie direkte Kontrolle über die kreative Ausrichtung.
Allerdings behält Microsoft die Spielerechte, da nur die Verwertungsrechte ausgelagert werden. Das bedeutet: Die nächsten Halo-Spiele oder The Elder Scrolls VI sind von diesem Deal nicht betroffen. Die 300 Millionen könnten Xbox mehr Spielraum für andere Projekte geben, etwa für den Ausbau des Game-Pass-Katalogs oder die Finanzierung neuer Studios. Ein kluger Schachzug, wenn die Verfilmungen einschlagen, ein riskantes Spiel, sollte die Zusammenarbeit mit Hollywood in die Hose gehen.