Der Tipp, der im Einstellungsmenü schlummert
Besitzer eines Xiaomi-, Redmi- oder POCO-Smartphones haben oft eine Funktion im Menü übersehen, die speziell für Nutzer gedacht ist, die ihr Handy nicht nur zum Telefonieren verwenden: das Leistungsmodul unter den erweiterten Einstellungen. Diese versteckte Option bündelt mehrere Ressourcen-Management-Tools, die Hintergrundaktivitäten einschränken und die Systemlast gezielt senken. Das Ergebnis spürt man besonders bei Spielen: flüssigere Bildraten, weniger Ruckler und spürbar weniger Unterbrechungen durch eingehende Benachrichtigungen oder Systemprozesse. Aktiviert wird die Funktion über den Punkt „Akku und Leistung“ in den Einstellungen, dort versteckt sich ein Untermenü, das die CPU- und GPU-Auslastung priorisiert, während im Hintergrund laufende Apps in einen Energiesparzustand versetzt werden.
Was der Modus konkret verändert
- Ressourcen-Priorisierung: Die Funktion weist laufenden Vordergrund-Apps wie Spielen oder Streaming-Diensten mehr Rechenleistung zu, indem sie andere Prozesse herunterstuft.
- Benachrichtigungs-Bündelung: Statt ständig zu pingen, werden E-Mails, Messenger-Nachrichten oder App-Updates erst nach Beendigung der aktiven Anwendung zugestellt.
- Drosselung bei Hitze: Ein intelligenter Algorithmus erkennt thermische Grenzen und reduziert die Hintergrundarbeit, statt das Gerät abzuwürgen, das verhindert Frame-Drops in kritischen Momenten.
- Speicher-Entlastung: Nicht genutzte Apps werden aus dem RAM verdrängt, was besonders auf Geräten mit 6 oder 8 Gigabyte Arbeitsspeicher den Unterschied zwischen Ladezeiten und sofortigem Fortsetzen ausmacht.
Das alles geschieht automatisch, sobald der Modus aktiv ist, man muss nicht jedes Spiel einzeln anpassen.
Warum Gamer davon profitieren, auch auf älteren Geräten
Viele Mobile-Gamer kennen das Problem: Nach zehn Minuten Spielzeit sinkt die Bildrate, weil der Hintergrund synchronisiert oder ein Update herunterlädt. Mit dem Xiaomi-Feature lassen sich solche Einbrüche eindämmen. Ein von der Redaktion von EndeNews durchgeführter Praxistest mit einem drei Jahre alten Modell (Redmi Note 10 Pro) zeigte, dass bei aktivem Leistungsmodus nicht nur die durchschnittlichen Frames stabiler blieben, sondern auch die Latenz beim Antippen spürbar abnahm. Die Funktion richtet sich also nicht nur an Besitzer der teuren Flaggschiffe, sondern ist auch für die Mittelklasse relevant, die oft mit wenig Arbeitsspeicher auskommen muss. Gerade dort macht das Feature den Unterschied zwischen einem spielbaren Erlebnis und einem ständigen Nachladen der Level-Texte.
Der Weg zur versteckten Einstellung
- Öffne die Einstellungen-App auf deinem Xiaomi-, Redmi- oder POCO-Gerät.
- Navigiere zu „Akku“ und wähle dann den Punkt „Leistung“ oder „Leistungsmodus“, die genaue Bezeichnung variiert je nach Softwareversion (MIUI oder HyperOS).
- Unter „Standardeinstellung“ findest du den Schieberegler für den „Leistungsmodus“. Schalte ihn ein, er bleibt so lange aktiv, bis du ihn wieder ausschaltest.
- Optional kannst du darunter „App-Verwaltung“ aufrufen und einzelne Spiele zusätzlich auf „Keine Einschränkungen“ setzen, um ein noch ruhigeres Hintergrundverhalten zu erreichen.
Nach der Aktivierung solltest du das Gerät einmal neu starten, damit die optimierten Treiber und Cache-Speicher sauber neu aufgesetzt werden. Ein langes Drücken auf die Schnelleinstellungen zeigt dann auch ein Batterie-Symbol mit farbigem Rand, das den Zustand des Leistungsmodus anzeigt.
Von MIUI bis HyperOS: Ein Klassiker mit neuer Tiefe
Xiaomi führte ähnliche Tools bereits unter MIUI 9 ein, zu einer Zeit, als der Hersteller vor allem durch günstige Preis-Leistungs-Einsteiger wie das Redmi 5 bekannt wurde. Die damalige „Gaming-Boost“-Funktion war noch simpel und reduzierte diesmal nur die Bildschirmhelligkeit. Über die Jahre wuchs das System: Mit MIUI 12 kamen die ersten Kühl-Ventilator-Presets für Gaming-Handys der Black-Shark-Reihe, später folgte die Integration in die Standard-Einstellungen aller Geräte. Heute, mit HyperOS (dem Nachfolger von MIUI, der seit 2024 ausgerollt wird), werden die Leistungsprofile automatisch an die installierte Hardware angepasst. Die Software erkennt beispielsweise, ob ein Snapdragon- oder MediaTek-Prozessor verbaut ist, und stellt Frequenzkurven sowie Speichertakt entsprechend ein. Das macht das Feature zu einem Werkzeug für alle, die nicht jedes Spiel einzeln konfigurieren wollen.
Einordnung: Das Angebot der Konkurrenz
- Samsung bietet mit seinem „Game Booster“ eine ähnliche Funktion, der aber eher auf die Game-Launcher-Integration ausgerichtet ist.
- Sharp und Sony haben in den letzten Jahren verstärkt auf einstellbare Kühlprofile gesetzt, die sich an der Umgebungstemperatur orientieren.
- Motorola setzt auf einen „Performance-Modus“, der aber nur in wenigen Modellen enthalten ist.
- Xiaomis Vorsprung liegt im Detail: Die Option ist nicht als separate App versteckt, sondern tief im System verankert und reagiert auch auf das Umlegen der physischen Benachrichtigungs-Klingel.
Für Mobile-Gamer, die ihre Geräte ausreizen wollen, ist das ein unschlagbarer Vorteil gegenüber den Stock-Android-Rom der meisten anderen Marken.
Was das für Spieler bedeutet, und was nicht
Beim mobilen Gaming kommt es auf jede Millisekunde an, wer Multitasking betreibt oder im Büro schnell ein Match starten möchte, wird mit dem Leistungsmodus eine Verbesserung spüren. Aber Achtung: Die aktivierte Funktion verbraucht mehr Akku, weil die CPU länger im Hochtakt arbeitet. Anspruchsvolle Titel wie „Genshin Impact“ oder der kommende „Warframe Mobile“ profitieren dennoch von der ruhigen Systemumgebung. Die versteckte Einstellung ist also kein Ersatz für gute Hardware, aber sie nivelliert die Unterschiede zwischen den Modellen desselben Herstellers. Wer also ein älteres Xiaomi-Modell besitzt und sich über gelegentliche Freezes ärgert, sollte dem Feature eine Chance geben, ohne dass etwas an den Garantiebedingungen verändert wird.
Das Fazit zur versteckten Xiaomi-Leistung
Xiaomi hat bei seiner Systemsoftware den Ruf, proaktiv zu sein, das zeigt sich in diesem Feature, das keinesfalls als Marketing-Gag abgetan werden kann. Der Leistungsmodus ist bereits seit Jahren implementiert, wurde aber nie prominent beworben. Stattdessen liegt er verstaubt im Untermenü, obwohl er in Vorserien-Tests und bei Nutzern regelmäßig unter den Top-Einstellungen auftaucht. Der Hersteller schätzt die Zahl der Nutzer, die die Funktion wirklich jeden Tag verwenden, auf unter fünf Prozent, das verdeutlicht, wie viel Potenzial noch auf den Displays der passenden Geräte schlummert. Ein Tipp: Schau beim nächsten Update unbedingt in deinen Einstellungen nach, ob dein Gerät bereits den neuen Menüpunkt „HyperPerformance“ besitzt, einige Modelle erhielten diesen nach einem OTA-Update. Dann gibt es keinen Grund mehr, sich über ruckelnde Inhalte zu beklagen, denn die Lösung liegt einen Klick tiefer.