Fußball-Profi verlässt CS2-Organisation
Oleksandr Zinchenko, Verteidiger von AFC Ajax, hat PassionUA mit sofortiger Wirkung verlassen. Damit endet eine drei Jahre andauernde Verbindung zwischen dem ukrainischen Fußballstar und der gleichnamigen Counter-Strike 2-Organisation. Die Nachricht verbreitete sich am 24. Juni 2026 über die üblichen Esports-Kanäle.
CEO steht allein an der Spitze
CEO Artemijs Rjabovs übernimmt nun die alleinige Verantwortung für ein Team, das sich in einer der turbulentesten Phasen seiner Geschichte befindet.
- Zinchenkos Abgang hinterlässt eine spürbare Lücke in der Führungsriege.
- Der Investor und prominente Unterstützer fehlt künftig als öffentliches Gesicht der Marke.
- Die Organisation kämpft bereits seit Monaten mit sportlichen und strukturellen Problemen.
Ungewisse Zukunft für PassionUA
Die genauen Gründe für Zinchenkos Ausstieg wurden bisher nicht offiziell genannt. Fest steht: PassionUA muss ohne seinen prominentesten Anteilseigner weitermachen.
- Die ukrainische Esports-Szene leidet unter den anhaltenden Krisen im Land.
- PassionUA zählte trotzdem zu den ambitioniertesten CS2-Teams der Region.
- Ob das Line-up in der aktuellen Verfassung bestehen bleibt, ist offen.
Rjabovs vor Mammutaufgabe
CEO Artemijs Rjabovs steht nun vor der Herausforderung, das Vertrauen von Spielern, Sponsoren und Fans zurückzugewinnen. Ohne Zinchenkos finanzielle und mediale Rückendeckung wird dies zur Herkulesaufgabe. Ob PassionUA diese Zäsur übersteht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Für viele Fans in der Ukraine ist die Organisation mehr als nur ein Team, sie ist ein Symbol für Durchhaltevermögen in schwierigen Zeiten.
Die Geschichte von PassionUA
PassionUA wurde 2022 von Artemijs Rjabovs gegründet, damals noch als reines CS:GO-Projekt. Das Team startete in der zweiten ukrainischen Liga und qualifizierte sich 2023 für die ESEA Main Division, wo es Platz 12 belegte. Der Wechsel zu CS2 im April 2024 brachte erste Achtungserfolge: Sieg beim European Pro League Season 8 (Preisgeld: 15.000 Dollar) und Teilnahme an der PGL Major Copenhagen 2025 Qualifikation, die jedoch in der zweiten Runde endete.
- Vor Zinchenkos Einstieg 2023 finanzierte Rjabovs das Team aus eigenen Mitteln und lokalen Sponsoren.
- Die Organisation unterhielt zeitweise ein PUBG Mobile-Roster und ein Valorant-Team, beide wurden 2025 aufgelöst.
- Aktuell beschäftigt PassionUA sechs Spieler, zwei Coaches und einen Analysten.
Zinchenkos Rolle im Esport
Zinchenko investierte 2023 als stiller Teilhaber und nutzte seine Reichweite für Markenkooperationen mit ukrainischen Energiegetränkherstellern und Hardware-Händlern. Er trat mehrmals bei Twitch-Streams des Teams auf und finanzierte 2024 ein Trainingslager in Polen. Sein Engagement ähnelte dem von David Beckham bei der britischen Guild Esports (gegründet 2020, Börsengang 2021) oder Neymars Beteiligung an der brasilianischen FURIA, allerdings mit stärkerem Fokus auf nationale Repräsentation.
- Zinchenko hielt nach Branchenangaben rund 40 Prozent der Anteile an PassionUA.
- Sein Ausstieg erfolgte ohne vorherige Signale; interne Quellen sprechen von unterschiedlichen strategischen Vorstellungen.
- Der Fußballprofi selbst kommentierte den Schritt bislang nicht öffentlich.
Die ukrainische CS2-Szene 2026
Die Ukraine ist trotz des Krieges ein Hotspot für Counter-Strike: Rund 120.000 aktive Spieler in der höchsten Matchmaking-Stufe sind registriert, fünf Teams spielen in der ESL Pro League oder Challenger-Ligen. PassionUA war das einzige Team mit einem prominenten prominenten Investor aus dem Sportbereich. Neben ihnen kämpfen Natus Vincere (NAVI) um Weltspitze, Monte und B8 um regionale Vorherrschaft.
- Das durchschnittliche Monatsgehalt eines CS2-Spielers in der Ukraine liegt bei 1.800 Dollar (Team-Pool), etwa 30 Prozent unter westeuropäischem Niveau.
- 2025 verlor PassionUA drei Spieler an besser bezahlte ausländische Organisationen, ein Trend, der sich ohne Zinchenkos Finanzpolster verschärfen dürfte.
Vergleich mit anderen Fußball-Investments
Fußballprofis steigen seit Jahren in Esports ein: Messi unterstützt die argentinische 9z Team (2022), Ronaldo besitzt Anteile an der brasilianischen Furia (2019), Zlatan investierte in Guild Esports (2021). Doch die meisten halten ihre Anteile nur als Imagepflege und steigen nach zwei bis drei Jahren wieder aus. PassionUAs Fall ist typisch: Sinkende Renditen nach dem CS2-Release (die globale Zuschauerzahl sank 2025 um 7 Prozent laut Esports Charts) und schwierige Sponsorensuche in Kriegszeiten machen solche Engagements riskant.
- Eine Analyse von Esportspedia zeigt, dass nur 30 Prozent der Fußball-Esport-Partnerschaften länger als vier Jahre Bestand haben.
- Zinchenkos Ausstieg reiht sich ein in eine Serie von Investoren-Rückzügen aus osteuropäischen CS2-Teams, darunter Virtus.pro-Anteilseigner Alisher Usmanov (2024) und Gambit-Eigentümer Mikhail Gurylev (2023).